Am grünen Strand der Spree

Oft gehen wir in letzter Zeit wieder in den Wald vor unserer Haustür. Doch waren die letzten Wochen nicht dazu geeignet bis zur Spree zu laufen. Es war einfach etwas zu frisch und dazu noch windig.

Gestern Vormittag jedoch war wunderschönes Wetter und so schlenderte ich mit den beiden mal wieder bis zur Spree. Ihre braunen Augenpaare guckten mich dabei so bittend an, dass es mir schwerfiel ihnen den Sprung ins kalte Wasser zu verbieten. Das Wasser der Spree, so hörte ich vor einigen Tagen, soll so sauber sein, wie lange nicht mehr. Augenscheinlich kann ich das bestätigen. Die Sichttiefe ist erstaunlich. Wo sonst eine Brühe davonschwimmt, sah ich klares Wasser.

Moment mal: Kanzlerkandidat …

… mit zwei blauen Augen!

Nun ist es also raus. A. Laschet wollte gestern Abend die Entscheidung, und er hat sie bekommen. Nach sechs Stunden war klar, er wird der Kanzlerkandidat der CDU.

Selten wurde der Kanzlerkandidat einer Partei schon vor seiner Aufstellung so gerupft wie er. In der eigenen Partei offenbar nur in den oberen Gremien akzeptiert, vom Wahlvolk eher müde belächelt. Oder anders ausgedrückt, beim Wahlvolk scheint er eher unbeliebt.

M. Söder hat vor ca. 1 Stunde erklärt, dass er die Nominierung akzeptiert und man nun gemeinsam nach vorne schaut. Kann er ja auch. Sollte A. Laschet den Wahlkarren gegen die Wand fahren, so kann er genüsslich darauf verweisen, dass seine Umfrageergebnisse viel besser waren und man ja unbedingt A. Laschet zum Kandidaten küren wollte. Sollte A. Laschet die Wahl einigermaßen überstehen, so kann M. Söder darauf hinweisen, dass er es war, der ihn voll unterstützte.

Ob sich die CDU mit A. Laschet als Spitzenkandidaten einen Gefallen getan hat, kann man erst nach der Bundestagswahl beurteilen. Die ausstehenden Landtagswahlen könnten jedoch schon ein Fingerzeig dafür werden, wie die CDU nach der Nominierung ihres Spitzenkandidaten dasteht.

Im Moment jedoch geht A. Laschet schwer angeschlagen ins Rennen. Ihn jedoch jetzt schon abzuschreiben könnte ein Fehler sein.

Aufgeschnappt


„Ich glaube die Unterstützung war vorbei, als wir gestreikt haben, als wir Forderungen nach mehr Gehalt gestellt haben. Vielleicht hätten wir mit dem klatschen zufrieden sein sollen. Vielleicht war das, dass höchste an Gefühl, was wir kriegen und ich finde, die Pflege hat mehr verdient. Also die Pflege hat wesentlich mehr verdient als klatschen auf dem Balkon“.

Das ist die deprimierende Aussage einer Pflegekraft, die inzwischen gekündigt hat, gestern in der Berliner Abendschau.

 

War der Gesundheitsminister des Bundes J. Spahn nicht angetreten um die Situation für Pflegekräfte zu verbessern? Auch das hat er nicht vermocht. Außer großen Sprüchen natürlich.

Moment Mal: Die Kandidatur von …

… Laschet und Söder wird immer blöder!

Sorry aber anders kann ich es nicht mehr formulieren und es reimt sich auch noch. Um was geht es den Kontrahenten eigentlich? Um das Wohl der Bundesrepublik und den darin lebenden Menschen oder um persönliche Eitelkeiten?

Der eine hält nichts von Umfragewerten, der andere beißt sich an ihnen fest als wären sie der einzig richtungsweisende Gradmesser. Die CSU möchte endlich mal den Kanzler stellen und glaubt, mit M. Söder kann es nach zwei vergeblichen Anläufen funktionieren. Die CDU macht M. Söder den Vorwurf die Union zu sprengen und droht ihrerseits, sich nach Bayern auszudehnen, sollte M. Söder nicht endlich Ruhe geben.

Wo bleibt in dieser miesen Posse eigentlich das Land? Wo bleibt die Einsicht der Streithähne und ihrer jeweiligen „Parteifreunde“, dass es im Moment ganz andere Probleme gibt als zwei Gockel zu hofieren?

Sicher ist es das legitime Recht von A. Laschet und M. Söder ihre Kandidatur anzumelden. Können sie sich nicht einigen so gibt es nach meiner Auffassung nur eine Möglichkeit. Die Parteimitglieder stimmen ab, wer sie in den Bundestagswahlkampf als Kanzlerkandidat führen soll. Nicht das Parteipräsidium, sondern die Basis.

Das wäre eine demokratische Lösung, wenn man an solcher überhaupt Interesse hat und nicht einfach nur seinen Favoriten durchboxen möchte, koste es, was es wolle.

Dazu noch ein Zitat des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. R. Haseloff:

„Leider geht es nur noch um die harte Machtfrage, mit wem haben wir die besten Chancen. Es geht nicht um persönliche Sympathien, es auch nicht um Vertrauen, es geht nicht um Charaktereigenschaften. Es hilft nichts, wenn jemand nach allgemeiner Überzeugung absolut kanzlerfähig ist, aber dieses Amt nicht erreicht, weil die Wählerinnen und Wähler ihn nicht lassen“.

Moment mal: Wenn der Deckel wegfliegt!

Es war das Projekt der Rot/Rot/Grünen Koalition in Berlin, der Mietendeckel. Vorangetrieben von der ehemaligen Bausenatorin Lompscher, mittlerweile nicht mehr im Amt.

Schon als es 2019 verabschiedet wurde, war es mehr als umstritten. Ja viele Juristen warnten geradezu eindringlich, darauf zu verzichten. Doch entgegen aller guten Ratschläge wurde der Mietendeckel durchgepeitscht. Kaum in Kraft wurde dem Senat prophezeit, dass das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel kippen würde, weil der Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin solch eine Gesetzgebung überhaupt nicht verabschieden dürfen. Da der Bund ein Gesetz zur Mieteinschränkung bereits verabschiedet hat.

Jedoch der Senat, und hier besonders die Bausenatorin, zeigten sich uneinsichtig. Ja geradezu aufklärungsresistent. Viele Mieter die in dieser Stadt sehr hohe Mieten bezahlen, sahen durch den Mietendeckel einen Silberstreif am Horizont. Sie mussten teilweise erheblich weniger Miete durch den Mietendeckel bezahlen. Viele jedoch ignorierten die Warnung, die weniger bezahlte Miete zurückzulegen um bei einer Verwerfung des Mietendeckels durch das BVG eine Nachzahlung an den Vermieter zahlen zu können. Diese Mieter haben jetzt ein Problem.

Von einigen wenigen Wohnungsunternehmen wurde verlauten lassen, dass sie auf die Nachzahlung verzichten wollen.

Der Mietendeckel ist eigentlich ein Ansatz, worüber man sich auf Bundesebene unterhalten sollte. Er ist gescheitert, weil es einer Landesregierung nicht zusteht, ihn zu verabschieden. Er ist nicht wegen seiner, an sich diskussionswürdigen Form, gescheitert.

Er wäre ein Ansatzpunkt für die Bundesregierung die Mieter mehr vor überzogenen Forderungen seitens der Vermieter zu schützen. Ob jedoch dafür überhaupt ein Interesse auf Bundesebene besteht, wage ich zu bezweifeln.

Vor dem 29. Spieltag

Gibt es noch kurz Neuigkeiten um das Trainer-Karussell? Nach dem Motto, wer hat noch nicht gewechselt, wer will noch mal? Neues ist mir, den Artikel hatte ich gestern so gegen 11:15 Uhr geschrieben, nicht bekannt.

Also dann zum Tagesgeschäft mit dem Spiel des Freitagabends zwischen RB Leipzig und 1899 Hoffenheim. Bei der TSG ist es erstaunlich ruhig um den Trainer. Nicht, dass ich ihn von seinem Posten schreiben möchte, nein wirklich nicht. Nur ist man im Kraichgau schon wesentlich unsensibler, bei durchaus besserer Platzierung gewesen. Ob Leipzig noch an eine winzige Chance glaubt, die Meisterschaft den Bayern doch noch entreißen zu können?

Am Sonnabend ab 15:30 Uhr gibt es dann einige interessante Paarungen. Borussia Mönchengladbach empfängt seinen neuen Trainer mit der Eintracht aus Frankfurt. Nur, ob es bei der Eintracht noch eine Eintracht in der Führungsetage gibt? Die Entwicklung in Frankfurt erscheint von außen betrachtet, doch eher merkwürdig. Wetten am Sonnabend fragen wieder einige Journalisten, ob das die Mannschaft beeinflusst hat. Es ist vieles so voraussehbar.

In der Autostadt Wolfsburg muss die Harmonie des FC Bayern antreten. Der VfL hat nur eine Niederlage mehr auf dem Konto als die Bayern. Könnte am Sonnabend mit einem Sieg zumindest dieses Konto ausgleichen. Dann lehne ich mich im Sessel zurück und warte auf die Reaktionen aus der Bayernetage. Nein ich bin nicht schadenfroh, nur wer ohne jede Not so ein Kaspertheater vollführt, muss sich nicht wundern, dass man darüber nur noch schmunzeln oder den Kopf schütteln kann.

Selten sah ich Freiburgs Trainer Streich so angefressen wie nach dem verlorenen Spiel in Bielefeld. Da hatte er sich insgeheim wohl doch mehr ausgerechnet. Am Sonnabend geht es nun gegen Schalke 04. Ob man in Gelsenkirchen tatsächlich noch an den Verbleib in Liga 1 glaubt?

Union Berlin erwartet den ehemaligen Relegationsgegner VfB Stuttgart in der Alten Försterei. Der Klassenerhalt ist souverän geschafft. Nun geht es um Bonuspunkte, um vielleicht doch noch europäisch zu spielen? Ganz ehrlich, ich wünsche es den Köpenickern, auch wenn sie Rivalen sind, nicht. Das könnte dann doch noch eine Nummer zu groß für sie sein.

Der FC Augsburg empfängt Arminia Bielefeld und wie dieses Spiel nach meinen Wünschen ausgehen sollte, kann sich, so glaube ich, jeder denken.

Das gilt auch für das Abendspiel um 18:30 Uhr. Wenn Bayer 04 Leverkusen den FC Köln empfängt. Noch hat Bayer die Chance auf Europa.

Am Sonntag um 15:30 Uhr empfängt Borussia Dortmund die Elf von Werder Bremen. Ist der BVB Favorit? Das ist beim BVB 2021 sehr schwer zu beantworten. Werder bezog 4 Niederlagen in den vergangenen 4 Spieltagen und ist so den „bösen Rängen“ wieder näher gekommen. Jedoch glaube ich nicht, dass die Mannschaft noch ernsthaft in Gefahr kommt. Die Mannschaften hinter Bremen nehmen sich die Punkte auch noch gegenseitig weg. Nur ab und zu mal ein paar Pünktchen einsammeln wäre schon beruhigender.

In Mainz beginnt dann um 18:00 Uhr eines dieser „berühmten“ sechs Punkte Spiele zwischen Mainz 05 und Hertha BSC. Die Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften waren immer sehr eng. Und in der Historie der letzten Jahre hat Mainz leichte Vorteile. Aber es geht nicht um die Historie, sondern darum, dass einige Spieler bei Hertha endlich den Abstiegskampf annehmen und nicht glauben, sie sind solche Stars, das wird schon werden. Wie man es angeht, das zeigte in den letzten Wochen, Mainz 05. Hertha spielt am Sonntag gegen eine der besten Rückrundenmannschaften. Pal ist in dieser Woche oftmals sauer gewesen. Sauer über einige dieser sogenannten „Stars“. Ich bin gespannt, ob er ihnen den Ernst der Lage einimpfen konnte. Jedoch gehe ich nicht von einem Erfolg in Mainz aus. Ein Unentschieden erscheint mir schon unwahrscheinlich. Ich muss es leider in dieser Deutlichkeit schreiben, zu Teilen dieser Hertha habe ich kein Vertrauen mehr. Und hoffe sehr, dass man sich von diesen Spielern am Ende der Saison trennt. B. Labbadia scheiterte an dem von M. Preetz zusammengewürfelten Haufen. Vielmehr, er musste eigentlich scheitern. Pal konnte zumindest einigen Beine machen. Jedoch gibt es noch immer zu viele, die nicht ins System passen.

Vielleicht gehe ich darauf mal im Speziellen ein. Das aber erst nach der Saison.

Als der Bericht fertig war, kam die Meldung, dass Pal Dardai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio positiv auf Corona getestet wurde. Auch „Zecke“ muss als Kontaktperson 1. Grades in Quarantäne. Wie auch die gesamte Mannschaft. Sie darf jedoch trainieren und das Spiel in Mainz sei nicht in Gefahr. An der Seitenlinie wird dann A. Friedrich stehen. Er hat die A-Lizenz.

Spätestens am Sonntagabend gegen 20:00 Uhr wissen wir, wie sich der 29. Spieltag entwickelte und ob es doch noch einen Hoffnungsschimmer für einen Endspurt um die Meisterschaft geben könnte.

Homeoffice

Mick Jagger und Dave Grohl dachten sich wohl, auf Tournee können wir nicht gehen, ohne Rock ist es auch langweilig und heraus kam ein Song über die Spaßbremse aus China.

Moment mal: Die zwei von der Zankstelle

Nun ist es also doch geschehen. M. Söder hat sich nach monatelangem zieren zur Kanzlerkandidatur bekannt und die Union hat ein Problem.

Wurde am Sonntag zwischen M. Söder und A. Laschet noch Süßholz geraspelt, sie wollten uns doch tatsächlich weißmachen, dass ihre Ansprüche einvernehmlich seien, so hat sich das seit gestern geändert. Wie kann eine Kandidatur zwischen zwei Kanzlerkandidaten auch einvernehmlich sein? Manchmal glaube ich, die denken, dass die Menschen blöd sind.

Doch nun hat besonders die CDU ein Problem. Das Präsidium stellte sich gestern hinter ihren Kandidaten A. Laschet. Das war nicht anders zu erwarten. Hätten sie es nicht getan, so wäre der nächste Vorsitzende der CDU baden gegangen. Jedoch wiegt es natürlich schwer, dass ihr mutmaßlicher Spitzenkandidat in der Bevölkerung so überhaupt nicht ankommt. Was also soll man nun machen? Einerseits kann man den Spitzenkandidaten nicht fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, andererseits ist zu befürchten, dass es mit A. Laschet weiter abwärts geht, in den Umfragewerten. Auch wenn A. Laschet Umfragen als Momentaufnahmen sieht, damit hat er zwar recht, jedoch wenn Umfragewerte konsequent seit mehreren Monaten gleichbleibend schlecht sind, so ist es keine Momentaufnahme mehr. Zwei Landtagswahlen hat die CDU in diesem Jahr mit klatschenden Ohrfeigen verloren und es könnten nicht die letzten sein. Was dann? Gehen weitere Wahlen so sang- und klanglos verloren so ist A. Laschet, der Verlierer. Denn konnte man ihm die beiden Wahlen noch nicht ankreiden, da er viel zu kurz im Amt war, bei den kommenden sieht das dann schon anders aus.

Wie nicht anders zu erwarten hat sich die CSU im Gegenzug einstimmig zu ihrem Kanzlerkandidaten M. Söder bekannt. Und er hat überhaupt keine Lust einen Rückzieher zu machen. Im Gegenteil, er brachte gleich die Bundestagsfraktion der CDU ins Gespräch, mit dem drohenden Unterton, dort könnten bei einer Kanzlerkandidatur von A. Laschet nicht wenige ihr Bundestagsmandat verlieren. So offen wie ich es schreibe, hat er es natürlich nicht formuliert. Doch wer zwischen den Zeilen hören kann, der wusste, was er meint.

Zwei Platzhirsche, oder etwas weniger fein formuliert, zwei eitle Gockel leisten sich während einer der größten Krisen, die die junge Bundesrepublik zu bewältigen hat einen Machtkampf, den es nicht bräuchte. Das zeigt mir sehr deutlich, es geht nicht um das Land, es geht nur um Macht und Eitelkeiten. Am Abend hörte ich etwas von ehrlicher Politik, nur wer ehrliche Politik macht, der kommt beim Volk an. Ehrliche Politik? Findet selbst den Fehler in dieser Aussage.