Moment mal: Denn er weiß, was er tut

Er kennt genau die Stellschrauben an dehnen er drehen muss und er dreht genüsslich daran. Erdogan, der vom Westen momentan Gegenwind bekommt, wenn es meist auch nur ein laues Lüftchen ist, sich jedoch darüber so empört, dass er sich prompt neue „Freunde“ sucht. Noch vor einigen Monaten wurde an der syrischen Grenze ein russisches Flugzeug abgeschossen und Putin war sehr verstimmt. Nun hat Erdogan sich dafür entschuldigt und ist gleich mal nach St. Petersburg geflogen, um gut Wetter zu machen.

Putin begrüßte ihn zwar mit einem kalten Lächeln das wird Erdogan jedoch völlig egal sein. Er hat das, was er braucht. Ein Druckmittel gegen die westlichen, man mag es kaum schreiben, Verbündeten. Die USA und die EU werden wieder kuschen und alles daran setzen, dass die neue „Freundschaft“ zwischen Putin und Erdogan nicht zu eng wird. Nichts wäre für die NATO schlimmer als ein Austritt der Türkei aus dem Bündnis. Die Überwachung des Bosporus würde entfallen und schon deshalb werden die Politiker der USA jede Menge Kreide fressen, wenn sie mit Erdogan sprechen.

Erdogan wird wieder umworben werden und seinen Schachzug genüsslich auskosten. Man muss eben nur an den richtigen Schrauben drehen und schon ist man kein Diktator mehr. Oder eben nur ein ganz klein wenig. Mich ekelt dieses schmutzige Geschäft an. Ein Geschäft in dem Menschenleben nichts bedeuten und es nur um persönliche Eitelkeiten geht. Aber das nennt man Politik oder Diplomatie, Pfui Teufel.