Sind die jetzt völlig durchgeknallt?

Der Innenminister hat mit seinem Ausspruch „ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ vor Monaten für Verwirrung gesorgt. Nun scheint die Bundesregierung selbst nicht mehr ganz auf der Höhe zu sein.

Wir sollen Vorräte anschaffen. Und das für mindestens 10 Tage. Da frage ich mich für was? Für einen Krieg, für einen Terrorakt, für eine Katastrophe ja für was bitteschön? Krieg ist eher unwahrscheinlich und wenn, was nutzt dann ein 10-Tagesvorrat? Ein Terrorakt? Ich denke wir lassen uns unsere Lebensform nicht von Terroristen vorschreiben oder einschränken? Oder eine Katastrophe? Ja welcher Art denn bitteschön? Wir sind weder ein Tsunami- noch Erdbebengebiet. Da kann es sich ja nur um Überschwemmungen handeln. Und was nutzen dann die Vorräte? Wenn Menschen auf dem Dach auf Rettung warten und die Vorräte sich im Keller befinden?

Meist fällt dann der Strom aus, Kühlgeräte gehen nicht mehr, Herde ebenso. Soll man sich die Büchsen dann mit einem Feuerzeug warm machen? Oder mit einem Bunsenbrenner? Hat man dafür einige Gaskartuschen im Haus, könnte man schon wieder einen Terrorakt planen, jedenfalls, wenn man die Hysterie „unserer“ Politiker kennt.

Also weshalb solch eine Debatte? Weshalb werden ängstliche Menschen noch mehr verängstigt? Entweder es gibt eine konkrete Gefahr, dann nennt sie. Wenn nicht, lasst solch überflüssige Bemerkungen.

Ich mache mir die Olympiawelt …

… so, wie sie mir gefällt. Das könnte das Motto des IOC-Präsidenten Thomas Bach zu Olympia gewesen sein. Er war immer gut gelaunt und sah es als großen Erfolg an, dass Rio die Spiele so fantastisch ausrichtete. Nun Herr Bach hatte im Vorfeld schon gezeigt, dass mit seiner Wahrnehmung etwas nicht stimmen kann. So wurde in Rio nicht nur das Wasser grün, sondern auch so manches Funktionärs- und Sportlergesicht.

Ja es waren saubere Spiele, bis auf das Wasser und die Dopingproben, die sehr merkwürdig behandelt wurden. Manche behaupten sogar sie wurden auch schon mal vertauscht. Da kam dann auch die Aufregung von deutschen Funktionären völlig unvermittelt. Sie waren der Meinung, die deutschen Sportler haben schlecht abgeschnitten. 42 Medaillen hat die Mannschaft errungen und 44 war das Ziel. Ist das so schlecht? Für Sportler, die angeblich völlig ungedopt sind? Was will man eigentlich bei diesen Herren mit den durchtrainierten Bäuchen? Sollen die Sportler nun ehrlich ihre Sportart betreiben und eventuell die eine oder andere Medaille weniger erringen, oder legt man nur auf den Medaillenspiegel wert und dopt, was das Zeug hält? Ihr müsst euch schon mal entscheiden.

Zwei nahmen Abschied von der internationalen Bühne. Silvia Neid als Trainerin der deutschen Fußballdamen hörte nach unglaublichen 34 Jahren und 441 Spielen als Spielerin und Trainerin auf und ihre Damen bescherten ihr das ersehnte Gold. Mit diesem Vorhaben war die Mannschaft angereist und nach sehr holprigen Beginn steigerte sich das Frauenteam immer mehr und gewann schließlich verdient Gold.

Horst Hrubesch hatte ganz andere Probleme. Er musste erst einmal einen Kader zusammenbekommen. 2 Tage vor der Abreise stand der dann fest. Man flog nach Brasilien und hatte kaum Zeit zum trainieren. Die Mannschaft jedoch wurde ein verschworener Haufen, der sich von Spiel zu Spiel steigerte und ins Endspiel gegen Brasilien einzog. Nur durch das Elfmeterschießen gestoppt kann die Mannschaft und der Trainer mit stolz geschwellter Brust in die Heimat zurückkehren und all denen die der Mannschaft nichts aber auch gar nichts zutrauten einen verächtlichen Blick zuwerfen.

Und natürlich durften die Reporterschelten nicht fehlen. Gerhard Delling erlaubte sich das zu sagen was viele denken, die rhythmische Sportgymnastik sei gar kein richtiger Sport. Steffen Simon jagte beim Ausgleich der deutschen Fußballmannschaft gegen Brasilien ein Gooooooooool durchs Mikrofon und viele empörten sich und die Reporterin des ZDF Claudia Neumann kann es, obwohl sie genau so kompetent oder unkompetent wie ihre männlichen Kollegen berichtet, ohnehin keinem Fußballmacho recht machen.

So und nun sind die Spiele vorbei. Das IOC ist zufrieden, die Stadt Rio fast pleite und was bleibt von diesen Spielen? Wohl die Erkenntnis, dass es völlig verständlich ist, wenn immer mehr Städte und Länder abwinken, wenn es darum geht, die Spiele auszutragen. Die Menschen der Städte winken ab, nicht die Verantwortlichen. Denn die Menschen haben mittlerweile ein feines Gespür für völlig überzogene Vorstellungen der IOC-Funktionäre entwickelt.

Gegen „normale“ Spiele hat wahrscheinlich niemand etwas einzuwenden. Spiele in vorhandenen Sportstätten wären eigentlich dem olympischen Gedanken näher als die hingestellten Protzbauten die nachher niemand mehr benutzt. Wie war doch mal der olympische Gedanken? „Dabei sein ist alles.“ Na gut träumen darf man ja noch, oder?