Ich mache mir die Olympiawelt …

… so, wie sie mir gefällt. Das könnte das Motto des IOC-Präsidenten Thomas Bach zu Olympia gewesen sein. Er war immer gut gelaunt und sah es als großen Erfolg an, dass Rio die Spiele so fantastisch ausrichtete. Nun Herr Bach hatte im Vorfeld schon gezeigt, dass mit seiner Wahrnehmung etwas nicht stimmen kann. So wurde in Rio nicht nur das Wasser grün, sondern auch so manches Funktionärs- und Sportlergesicht.

Ja es waren saubere Spiele, bis auf das Wasser und die Dopingproben, die sehr merkwürdig behandelt wurden. Manche behaupten sogar sie wurden auch schon mal vertauscht. Da kam dann auch die Aufregung von deutschen Funktionären völlig unvermittelt. Sie waren der Meinung, die deutschen Sportler haben schlecht abgeschnitten. 42 Medaillen hat die Mannschaft errungen und 44 war das Ziel. Ist das so schlecht? Für Sportler, die angeblich völlig ungedopt sind? Was will man eigentlich bei diesen Herren mit den durchtrainierten Bäuchen? Sollen die Sportler nun ehrlich ihre Sportart betreiben und eventuell die eine oder andere Medaille weniger erringen, oder legt man nur auf den Medaillenspiegel wert und dopt, was das Zeug hält? Ihr müsst euch schon mal entscheiden.

Zwei nahmen Abschied von der internationalen Bühne. Silvia Neid als Trainerin der deutschen Fußballdamen hörte nach unglaublichen 34 Jahren und 441 Spielen als Spielerin und Trainerin auf und ihre Damen bescherten ihr das ersehnte Gold. Mit diesem Vorhaben war die Mannschaft angereist und nach sehr holprigen Beginn steigerte sich das Frauenteam immer mehr und gewann schließlich verdient Gold.

Horst Hrubesch hatte ganz andere Probleme. Er musste erst einmal einen Kader zusammenbekommen. 2 Tage vor der Abreise stand der dann fest. Man flog nach Brasilien und hatte kaum Zeit zum trainieren. Die Mannschaft jedoch wurde ein verschworener Haufen, der sich von Spiel zu Spiel steigerte und ins Endspiel gegen Brasilien einzog. Nur durch das Elfmeterschießen gestoppt kann die Mannschaft und der Trainer mit stolz geschwellter Brust in die Heimat zurückkehren und all denen die der Mannschaft nichts aber auch gar nichts zutrauten einen verächtlichen Blick zuwerfen.

Und natürlich durften die Reporterschelten nicht fehlen. Gerhard Delling erlaubte sich das zu sagen was viele denken, die rhythmische Sportgymnastik sei gar kein richtiger Sport. Steffen Simon jagte beim Ausgleich der deutschen Fußballmannschaft gegen Brasilien ein Gooooooooool durchs Mikrofon und viele empörten sich und die Reporterin des ZDF Claudia Neumann kann es, obwohl sie genau so kompetent oder unkompetent wie ihre männlichen Kollegen berichtet, ohnehin keinem Fußballmacho recht machen.

So und nun sind die Spiele vorbei. Das IOC ist zufrieden, die Stadt Rio fast pleite und was bleibt von diesen Spielen? Wohl die Erkenntnis, dass es völlig verständlich ist, wenn immer mehr Städte und Länder abwinken, wenn es darum geht, die Spiele auszutragen. Die Menschen der Städte winken ab, nicht die Verantwortlichen. Denn die Menschen haben mittlerweile ein feines Gespür für völlig überzogene Vorstellungen der IOC-Funktionäre entwickelt.

Gegen „normale“ Spiele hat wahrscheinlich niemand etwas einzuwenden. Spiele in vorhandenen Sportstätten wären eigentlich dem olympischen Gedanken näher als die hingestellten Protzbauten die nachher niemand mehr benutzt. Wie war doch mal der olympische Gedanken? „Dabei sein ist alles.“ Na gut träumen darf man ja noch, oder?

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2 Kommentare zu “Ich mache mir die Olympiawelt …

  1. ballblog sagt:

    Ich schaue ja nicht allzuviel Olympia, bin da eher dem Mannschaftssport verbunden Aber hört man noch was von Hörmanns moderaten Nicht-Medaillenvorgaben vor den Spielen? Und Vesper ist der typische Alt-Politiker, der sich rechtzeitig einen Posten erschachert hat und nun den sportlichen gibt.
    Ich denke aber auch, daß die Medaillenausbeute sooo schlecht nun auch nicht gewesen ist.
    Und für Hrubesch – ich schrieb es in meinem Blog – freut es mich. Gerade unter diesen Umständen dann solch einen Erfolg zu haben und bei all dem stets authentisch rüberzukommen, krönt seine Laufbahn. Er ist auch ein Gegenentwurf zum Jogi und dem 06er Projektleiter.
    In Sachen Neumann sind sachliche Diskussionen ja seit der EM nicht mehr möglich. Was eben nicht nur an den „Machos“ liegt.

    Generell haben die Spiele ihren Zauber eingebüßt, Bach und Co. geben ihnen nur noch den Rest. Zukunft sollten auch mehrere Austragungsorte in einer Bewerbung haben. Eine Stadt/Region allein kann das doch kaum noch stemmen.

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    • sigurd6 sagt:

      Sehr viel bekam ich auch nicht mit. Doch das meiste, was ich mitbekam, war eher peinlich. Olympia bringt mir gar nichts mehr. Früher saß ich auch da stundenlang vor der Glotze, das ist jedoch lange vorbei. 😉

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