Fernsehen von vorgestern

Ich weiß schon gar nicht mehr, wann diese Sendung im Fernsehen lief. Es muss wohl in den 60er Jahren gewesen sein. In 120 Episoden konnte man die Flucht von Dr. Richard Kimble verfolgen. Er wurde verdächtigt seine Frau ermordet zu haben. Deshalb wird er vor Gericht schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Auf einem Gefangenentransport gelang ihm die Flucht. Und er flüchtete und flüchtete, je seine Flucht wollte gar kein Ende nehmen.

Ich habe keine Ahnung, ob seine Unschuld jemals bewiesen wurde und er ein freier Mann wurde und sich nicht mehr auf der Flucht befand. Vielleicht flüchtete er bis zum bitteren Ende.

Na schaffen wir es?

Nein ich schreibe nicht über den Satz der Bundeskanzlerin, der heute vor einem Jahr seine historische Reise antrat. Ich schreibe mal wieder über den Horizont unserer Politiker, jedenfalls aus meiner Sicht.

In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin tobt der Wahlk(r)ampf und ich frage mich hier aus Berliner Sicht, welche Themen haben unsere Politiker eigentlich drauf? Was sagen sie uns über ihre Ziele, wenn sie eventuell gewählt werden? Da haben wir die Plakate, nichtssagend, langweilig, ja manchmal richtig blöd, finde ich. Ist das die Aussage? Ist es den Parteien eventuell zu blöd dem Wähler der Wählerin mitzuteilen, wie man die Politik der Stadt gestalten möchte? Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass ich als Wähler denen im Senat und Abgeordnetenhaus eher lästig bin. Weshalb soll man mich dann mit nichtssagenden Wahlkampfparolen bei Laune halten? Ja weshalb soll man mir erklären was für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger wichtig ist, wenn das die da „oben“ überhaupt nicht interessiert?

Weshalb interessiert es die Politiker in keinster Weise, jedenfalls habe ich den Eindruck, dass die Armut in dieser Stadt immer größer wird, obwohl die Beschäftigung ständig zunimmt? Weshalb interessiert es die Politiker/innen scheinbar überhaupt nicht, dass viele derer die in einem Arbeitsverhältnis stehen von ihrer Arbeit nicht leben können? Sie sind somit die Rentner der Zukunft, die auch von ihrer Rente nicht leben können. Klar für Pensionsempfänger ist das auch kaum nachvollziehbar.

Jedoch gilt das nicht nur für Berlin. Auch die Bundespolitiker/innen scheinen sich vor lauter Wahlkampfgezänk kaum noch für die Bürgerinnen und Bürger des Landes zu interessieren. Auch hier steigt die Zahl der Erwerbstätigen stetig und die Gewinne der Wirtschaft ebenso. Die Steuereinnahmen sprudeln und doch steigt die Armut in diesem Jahr ebenso stetig wie das Wirtschaftswachstum. Viele Jobs sind nur durch Aufstockung für die, die in diesen Jobs sind zu ertragen. Durch diese „Politik“ wird immer weniger in die Sozialkassen eingezahlt. Merken unsere Politiker das eigentlich? Hier wäre ein Ansatzpunkt für die ehemalige Arbeiterpartei SPD. Doch wenn jemand sich diesbezüglich engagiert wird er zurückgepfiffen.

Der soziale Sprengstoff, der in dieser Ignoranz liegt, wird offensichtlich nicht wahrgenommen. Auch wenn er mich nicht betrifft, da ich zum Glück eher auf der Sonnenseite lebe, macht es mich unglaublich wütend. Und ich habe nur einen kleinen Teil der wirklichen Probleme angerissen.

Es ist völlig klar Politiker und Politikerinnen können es nicht jedem Recht machen. Sie werden immer von einem Teil der Bevölkerung kritisiert werden. Das ist in einer Demokratie völlig normal. Jedoch ist es nicht normal, dass Regierungen ob auf Bundes- oder Landesebene vom größten Teil der Bevölkerung abgelehnt, ja noch schlimmer, nicht mehr ernst genommen werden.

Leider scheint es den Politikern und Politikerinnen mittlerweile gleichgültig zu sein und das ist das Schlimme an der Situation. Sie sind so abgehoben und realitätsfern, dass eine Änderung ihres Verhaltens kaum zu erwarten ist.

So darf der Urnenpöbel alle paar Jahre denen zur Macht verhelfen, die er eigentlich ablehnt oder gar verachtet.

Findet ihr nicht auch, dass Demokratie irgendwie anders ist?