Menschlichkeit kennt keine Grenzen?

Leider doch. Wie anders kann man sich erklären, was in Syrien geschieht. Während hier über Obergrenzen von Flüchtlingen debattiert wird, spielt sich in Syrien ein Drama ab das sich kein Mitteleuropäer vorstellen kann.

Die USA und Russland handeln eine Feuerpause aus und der amerikanische Außenminister meint, es könnte die letzte Chance für Syrien sein. Doch wem in den USA war diese Feuerpause ein Dorn im Auge? Aus Versehen wird die syrische Armee beschossen und 60 Soldaten sterben. Russland und der syrische Präsident sind empört. Und dann wird ein Konvoi mit UN-Hilfsgütern beschossen auch hier sterben 20 Menschen und die Waffenruhe ist aufgekündigt. Soll heißen, sie passte einigen nicht in den Kram. Deshalb müssen die Menschen in Aleppo und nicht nur dort weiterhin unsägliches Leid ertragen.

Ein Frieden in Syrien scheint ohnehin kaum möglich, wenn man weiß, wer da alles sein blutiges Süppchen kocht. So langsam verliert man den Überblick, wer in diesem Konflikt alles mitmischt. Fast scheint es einfacher zu sein, herauszufinden wer nicht mitmischt. Wer die Bilder aus diesem geschundenen Land sieht, der kann eigentlich nicht teilnahmslos zur Tagesordnung übergehen. Wer sieht unter welchen Umständen syrische Flüchtlinge in Jordanien, Libanon, der Türkei und den Auffanglagern Griechenlands leben, muss angesichts der Diskussionen um Obergrenzen ein schales Gefühl bekommen. Der Krieg in Syrien dauert nun seit Jahren an und die Staatengemeinschaft hat noch immer nicht zu einer Einheit gegen diesen Wahnsinn gefunden. Und das nur, weil jeder nur an seinen Vorteil denkt und welchen Einfluss er ausüben kann. Welche Machtposition man bei welcher Aktion auch immer herausschlagen kann, rechtfertigt es den Tod von Hunderttausenden? Rechtfertigt es die Bilder, die uns tagtäglich von verzweifelten Menschen erreichen?

Nein das tut es nicht. Nur wenn die UN nicht in der Lage ist, solche Kriege gemeinsam zu beenden, wozu braucht man sie dann noch? Wenn Blauhelme fast tatenlos Massakern in Afrika zuschauen müssen oder wie damals in Srebrenica als ca. 8000 Menschen während des Bosnienkrieges hingeschlachtet wurden. Wenn die Weltgemeinschaft nicht in der Lage ist, die Lage der Flüchtlinge einigermaßen erträglich zu machen. Und warum ist sie das nicht? Weil kein Interesse daran besteht.

Präsident Obama lobte die deutsche Bundeskanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik. Das war bestimmt Balsam für sie. Doch hätte er nicht auch darauf dringen müssen, dass andere Staaten dem Beispiel Deutschlands folgen? Wäre es so schwierig ca. 3-4 Millionen Flüchtlinge in den westlichen Ländern unterzubringen? Nein das wäre es nicht, man muss es nur wollen.

Wenn Deutschland das ja relativ dicht besiedelt ist es schafft 1 Million Flüchtlinge aufzunehmen sollten es für weniger besiedelte Länder ein leichtes sein Flüchtlinge aufzunehmen. Nur wer macht es? Kaum ein Land ist dazu bereit. Ich möchte den Tag nicht erleben, wenn Menschen, denen alles egal ist, die nichts aber auch gar nichts mehr zu verlieren haben losziehen und Zäune einfach niederreißen, um in die Länder zu gelangen, von denen sie glauben, in Frieden leben zu können.

Dann werde ich wieder in ratlose Gesichter schauen, die nicht glauben können, dass so etwas geschehen konnte. Es wird geschehen, wenn nicht endlich für eine humane Flüchtlingspolitik gesorgt wird. Wenn man nicht endlich Worten auch Taten folgen lässt. Dafür muss viel Geld investiert werden. Auch Geld, das man mithilfe dieser Menschen gescheffelt hat. Das werden viele hierzulande nicht gerne hören, denn unser Reichtum ist größtenteils auf Kosten derer entstanden die jetzt zu uns kommen möchten.

 

Tötung von 47 Wölfen angeordnet!

Wenn ich solche Meldungen lese, schwillt mir der Kamm. In Norwegen wurde die Tötung von 47 Wölfen angeordnet. Während norwegische Bauernverbände, dem Beschluss der Regierung in Oslo, heftigst Beifall klatschen, reagieren Tierschutzorganisationen mit Empörung. Das würde bedeuten, dass rund 70 Prozent der gesamten Population Norwegens getötet würden. In Norwegen soll es ca. 68 Wölfe geben. Weitere sollen im Grenzgebiet zu Schweden leben.

Ich frage mich, was wir Menschen uns eigentlich erdreisten? Wodurch sollte solch eine Abschlachtung gerechtfertigt sein? Der Wolf steht nebenbei bemerkt in Norwegen auf der Liste der bedrohten Tierarten. Klar dürfte damit sein, von wem er bedroht wird. Nicht nur die Lebensräume der Tiere werden immer geringer, nein jetzt schlachtet man sie auch noch ab.