Unwort des Jahres: „Volksverräter“

Nun haben wir es wieder das Unwort des Jahres. „Volksverräter“ wurde auserkoren. Verwendet auf Demonstrationen der PEGIDA und in den sozialen Netzwerken.

Verwendet um demokratisch gewählte Volksvertreter zu diskreditieren. Wie dumm und völlig unpassend das ist und wann der Begriff „Volksvertreter“ seine „Hochkonjunktur“ hatte, scheint vielen derer, die diesen Begriff all zu leichtfertig verwenden, nicht bekannt zu sein.

Erstmals tauchte er während des 1. Weltkrieges auf. „Perfektioniert“ allerdings wurde er durch die Nazis um damals gewählte Volksvertreter als „Volksverräter“ zu verunglimpfen. Also möchten sich die, denen dieser Begriff heute all zu leichtfertig über die Lippen oder ihre Tastatur kommt mit den Nazis der Hitlerzeit solidarisieren? Aber ich halte den meisten die diesen Begriff leichtfertig hinausposaunen zugute, dass sie sich der historischen Bedeutung nicht bewusst sind. Das macht es allerdings auch nicht besser.

Vom Volk gewählte Volksvertreter als „Volksverräter“ zu bezeichnen ist einfach nur dumm. Man kann in einer Demokratie streitbar diskutieren. Ja das belebt eine Demokratie und ist der Unterschied zu einer Diktatur. Jedoch sollte das auch mit demokratischen Mitteln und nicht Parolen aus der Nazizeit geschehen.

Vielleicht denken die, die diesen Begriff verwenden mal darüber nach.