Jemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten

Während Walter Ulbricht es damals vehement abstritt eine Mauer gegen den „imperialistischen Westen“ errichten zu lassen scheint es nun noch eine neue Mauer zu geben.

Der amerikanische Präsident Trump bekräftigte erneut eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu errichten. Ja die Großmacht muss sich schützen. Muss sich schützen vor armen Menschen die in dem einstmaligen Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine Chance sehen Arbeit und Lohn zu bekommen.

Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint, so ist jedenfalls mein Eindruck, ein Land des begrenzten Horizontes zu werden.

Erinnerungen eines lieben Hundes (Teil 2)

Doch ich schweife ab, ich war ja in den Wochen des großen Umzugs stehen geblieben. Es ging voran und in wenigen Tagen sollte der Umzug stattfinden. Ich freute mich schon auf die neue Wohnung, den mein Herrchen und ich hatten, als uns Frauchen in der neuen Wohnung nicht brauchen konnte, schon einiges erkundet. So eine große Spielwiese auf der sich herrlich herum tollen lies. Und was noch spannender war, der Wald der nicht weit entfernt war. Allerdings ahnte ich zu dieser Zeit noch nicht, wie nah ich am Tage des Umzuges dem Tode war. Aber der Reihe nach. Die Tage vergingen immer schneller, und als der Tag des Umzuges gekommen war, fühlte ich mich schon sehr schlecht. Ich sollte am Tage des Umzuges bei der neuen Freundin von M. meinem ehemaligen Herrchen bleiben, damit ich nicht zu sehr gestresst wurde. So bekam ich vom Umzug selbst nicht viel mit. Aber mir ging es immer schlechter. Am frühen Abend rief die Freundin bei Frauchen an, dass es mir ganz schlecht geht und ob wir vorbei kommen könnten. Herrchen und Frauchen machten nicht lange rum, als sie mich sahen und fuhren mit mir zur Tierklinik. Noch am gleichen Abend wurde ich operiert und eine verschluckte Kastanie kam zum Vorschein. Frauchen hat sie aufgehoben. Es war Rettung in letzter Sekunde, lange wäre das nicht mehr gut gegangen. Ich musste einige Tage in der Klinik bleiben und war dort als Ausbrecher bekannt. Logisch ich wollte nach Hause. Einige Tage später wurde ich abgeholt. Aber Strafe musste sein, ich schmollte einige Stunden. Weil man mich alleine in der Klinik lies. War natürlich Blödsinn, Herrchen und Frauchen wollten mir ja nur helfen.

Nun sah ich zum ersten Mal die fertige Wohnung und war begeistert. Trotz des Kragens, den man mir um den Hals gewickelt hatte, fand ich die Wohnung toll. Ich knallte allerdings laufend irgendwo gegen. Frauchen nahm daraufhin diesen Kragen ab und zog mir ein altes T-Shirt über. Ich war ja brav und lies die Wunde in Ruhe. Erholt hatte ich mich sehr schnell, jedenfalls war ich dieser Meinung. Aber Frauchen und Herrchen wollten mich noch länger schonen.

So fingen wir an die Gegend zu erkunden und es gab lange Spaziergänge. Eigentlich waren wir alle zufrieden. Eines Tages kam Herrchen, den ich wie immer am Balkon wartend begrüßte mit besorgter Mine nach Hause. Er streichelte mich anders als sonst. Ich merkte etwas war geschehen. Dann sagte Herrchen zu Frauchen das wird Ärger geben. Ich wusste damals noch nicht was auf mich zukommen würde. Herrchen und Frauchen unterhielten sich lange über etwas, was in Hamburg geschehen war.

Wie ich heraushörte, hatten dort zwei Hunde einen Jungen angefallen und totgebissen. Schlecht für mich, dass es Staffords waren. Also von meiner Rasse. In den Wochen danach gab es sehr viele Meldungen in den Medien, wie gefährlich doch diese Hunde seien und der Begriff „Kampfhund“ kam schnell in Mode. Was war an mir oder meinen Kumpels, darunter gab es noch einige Staff‘s so gefährlich? Weshalb waren wir mit einem Male „Kampfhunde“?  Ich verstand es nicht, musste jedoch mit den Konsequenzen leben. In aller Eile wurden Gesetze durchgebracht und Frauchen und ich mussten eine Prüfung ablegen. Vorher musste ich, der ja eigentlich schon viel wusste und mit Kommandos umgehen konnte in die Hundeschule. Aber auch das haben wir gemeistert. Herrchen fuhr uns zur Prüfung, sah Frauchen tief in die Augen, sagte zu ihr toi, toi, toi und nahm mich in die Arme, drückte mich und sagte, gib dein bestes Großer. Der Meinung war ich auch, denn es ging ja um viel. Die Prüfung haben wir bestanden, was mir allerdings blieb, war der Maulkorb.

Früher liebte ich lange Spaziergänge, jetzt war ich nur noch traurig und natürlich merkten das auch Herrchen und Frauchen. Ihnen ging es nicht besser. Natürlich merkten sie, wie sehr ich diesen Maulkorb hasste.  Doch ersparen konnten sie ihn mir nicht. Denn ohne Maulkorb hätte man mich nicht erwischen dürfen. Ich wurde krank und nach einigen Tierarztbesuchen wagten Frauchen und Herrchen einen Vorstoß. Sie fragten die Tierärztin, ob es möglich wäre, für mich eine Maulkorbbefreiung zu bekommen. Die Tierärztin meinte, bei seiner Krankheit und seinem stets freundlichen Wesen, ich fühlte mich natürlich geschmeichelt, müsste etwas zu machen sein. Dann hat sie ein Schreiben für das Veterinäramt aufgesetzt.

Mit weichen Knien, so merkte ich es jedenfalls, fuhren sie mit mir zum Veterinäramt, um mit dem dortigen Tierarzt zu sprechen. Nachdem er mich in Augenschein genommen hatte, sagte er nach einer schier endlosen, so kam es uns jedenfalls vor, Wartezeit. Der ist so ein lieber Bursche, bei dem können wir es probieren. Ich stelle ihnen eine Befreiung der Maulkorbpflicht für ½ Jahr aus. Danach sehen wir weiter. Frauchen und Herrchen und natürlich ich waren sehr, sehr glücklich. Ich hätte den Tierarzt knutschen können, da er das falsch auffassen konnte, beherrschte ich mich lieber.

Weiterlesen

Erinnerungen eines lieben Hundes (Teil 1)

Mein Leben begann sehr angenehm. Ich war einer von sechs Welpen. Meine Mutti kümmerte sich sehr um uns und mein Papa, na ja der war froh, dass Mama uns Wärme und Essen gab. So verlebte ich meine ersten Wochen und eines Tages hörte ich eine nette Frauenstimme sagen, der ist der ruhigste von allen. Den könnten wir nehmen. Ich hatte noch keine Ahnung, wer mit der gemeint war. Doch das sollte sich schnell herausstellen. Mit der war ich gemeint.

Die nette Stimme und die Stimme des jungen Mannes, der sie begleitete kam schon ein paar Tage später wieder und ich hörte, wie sie sagte, wir zeigen ihn mal unserem „Papa“ damit er ihn mal kennenlernt.  Papa war nämlich skeptisch und wollte mich eigentlich nicht. Also wurde ich hochgenommen und über den Hof in das Haus nebenan gebracht. Da war er nun, der „Herr des Hauses“ (hihihi). Ich lag auf seiner Hand und hörte ihn sagen, „wehe du pisst mich an, dann werden wir keine Freunde“. Aber woher denn, ich zog alle Register, die ich in den bisherigen Wochen meines jungen Lebens gelernt hatte. Ein tiefer süßer nicht zu überbietender Blick, dazu ein Gähnen und eine Vorderpfote dabei ausstrecken, das funktioniert fast immer. So auch bei W. er war hin und weg, gab es zwar noch nicht zu, doch ich merkte es. Aber an diesem Tag kehrte ich zu meiner Mama und den Geschwistern zurück.

Nach acht Wochen kam der große herzzerreißende Abschied. Ich sollte zu meinem Herrchen kommen und meine Geschwister und Mama verlassen. Also ging es ab ins neue Heim. Dort erwarteten mich nicht nur W. der Herr des Hauses (hihihi), sondern auch zwei Katzen. Na das kann ja lustig werden dachte ich mir, da können wir gleich spielen. Irgendwie schien es mit der Kommunikation jedoch nicht zu funktionieren. Ich hob die Pfote, um sie zum Spielen zu animieren und die Katze fauchte. Die Katze hob die Pfote, ich glaubte sie wolle spielen und was war? Ich fing mir eine ein. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich begriffen hatte, das Pfotenheben für Katzen eine ganz andere Bedeutung hat als für uns Hunde.

Doch mit der Zeit funktionierte es ganz gut. Sehr freundlich fand ich, dass die Katzen mir stets etwas von ihrem Futter übrig ließen. Auch hier irrte ich gewaltig, sie hatten sich einen Happen für später aufgehoben. Tja der war weg und ich muss sagen das Futter war gut.

Mit der Katze verstand ich mich nicht so gut, aber der Kater war ein toller Typ. Mit dem konnte ich viel spielen. Allerdings brachte mir die Katze auch benehmen bei. Na ja versucht hat sie es jedenfalls.

Leider war unser zusammenleben nur kurz, die Katze wurde sehr krank und eines Tages war sie weg. Ich wusste natürlich noch nichts von der Endlichkeit des Lebens. Leider war auch der Kater schon sehr betagt und so dauerte es nicht lange und meine Spielgefährden waren im Katzenhimmel.

Herrchen bemühte sich in dieser Zeit sehr mir viel beizubringen, aber meine eigentliche Bezugsperson war Frauchen. Mit ihr ging ich viel Gassi und sie brachte mir Sitz und Platz bei und wie ich stubenrein werde. Auch wenn ich anfangs nicht so recht den Sinn dieser Übungen erkannte, so freuten sich alle, wenn ich die Befehle befolgte.  Und Leckerlis gab es auch noch.

So vergingen die Wochen und ich war sehr zufrieden mit meinem Heim. Mittlerweile hatte ich auch W. um die Pfote gewickelt, und er fing an, mit mir Gassi zu gehen. Also drei Menschen die zu unterschiedlichen Zeiten mit mir Gassi gingen. Hundeherz was willst du mehr?

Aber eines Tages veränderte sich etwas. Herrchen war aufgeregt und Frauchen, die Mutter von Herrchen, und W., der Vater von Herrchen, sprachen auf Herrchen ein, er solle sich das überlegen und ob er es tatsächlich machen möchte. Ich verstand nicht, worum es ging, ahnte allerdings, dass sich etwas verändern würde. Einige Tage später kam der erste wirklich traurige Tag in meinem jungen Hundeleben. Herrchen verlies uns, um zur Bundeswehr zu gehen. Ich saß nachts einsam und verlassen im Flur unserer Wohnung und jaulte die Tonleiter rauf und runter. Bis W. aus dem Schlafzimmer kam, um mich zu trösten. Das war wohl der Anfang der engeren Bindung zu W.

Aber schon Wochen später besuchten wir Herrchen denn er sollte vereidigt werden. W. und Frauchen stiegen in einem Motel ab und wir hatten ein schickes Zimmer. Als sie am nächsten Morgen zum Frühstück gingen, ich konnte einfach nicht anders, musste ich die Betten testen. Betten waren mir strengstens verboten, aber das waren ja geliehene Betten. Frauchen und W. haben es natürlich sofort bemerkt, als sie vom Frühstück zurückkamen. Aber sie sagten nichts sondern deckten den Mantel des Schweigens über meine kleine Frechheit.

Die Rache folgte ohnehin auf dem Fuße.  Die Blasmusik bei der Vereidigung war so laut, dass ich glaubte, mir fliegen die Ohren weg. Das nahm kein Ende, es war warm, ich war genervt, ich hatte Durst und wollte einfach nur nach Hause. Nach gefühlten Wochen war die Veranstaltung vorbei und wir fuhren mit Herrchen nach Hause. Ich glaubte das war‘s und jetzt ist wieder Ruhe. Doch am nächsten Tag, ich lag gemütlich vor mich hindösend auf der Couch, legte W. die Videokassette der Vereidigung, die er am Tag davor aufgenommen hatte, ein. Ich flog fast von der Couch, als die Blasmusik wieder in meinen Ohren dröhnte.

So konnte ich mit meinem Heim zufrieden sein. Aber ich spürte, es vollzog sich langsam eine Änderung. Am Anfang wusste ich es noch nicht einzuordnen aber langsam merkte ich, dass mein Herrchen sich immer mehr von mir zurückzog. Mittlerweile hatte er auch eine neue Freundin. W. und Frauchen, das ja eigentlich noch gar nicht mein Frauchen war, aber von mir dazu auserkoren wurde, waren mit der Partnerwahl meines Herrchens nicht glücklich. Mein Herrchen verbrachte immer mehr Zeit mit seiner neuen Freundin und, obwohl er sich noch um mich kümmerte, es war etwas anders geworden. Hinzu kam, dass ich einer dieser „gefährlichen“ Listenhunde war. Über die wurde immer mehr in den Medien geschrieben und gehetzt.

Frauchen und W.  fühlten sich in ihrer Wohnung nicht mehr wohl, das Umfeld hatte sich wesentlich verschlechtert und sie hatten vor auszuziehen. Allerdings gab es einen großen Hinderungsgrund schnell eine neue Wohnung zu finden. Dieser Hinderungsgrund war ich der Listenhund. Mittlerweile hatten viele Vermieter keine Lust mehr an Interessenten mit Listenhunden zu vermieten, da sie Ärger mit den restlichen Mietern befürchteten. W. und Frauchen führten lange Gespräche und überlegten, was man machen könnte. Zum Glück war es für sie nie ein Thema, mich abzugeben. Aber traurig war es schon, dass trotz der guten Stellung und dem seriösen Auftreten von W. und Frauchen sich kein neues Heim fand.

Bis sie eines Tages von einer Wohnungsbesichtigung zurückkamen und meinem Nochherrchen sagten, dass sie eine Wohnung gefunden hätten und meine Mitnahme kein Thema wäre. Anfangs war Herrchen etwas geschockt, lies sich aber nichts anmerken.

Damit begannen aufregende Wochen für uns. Zwei Wohnungen mussten renoviert werden und ich wollte auch rumtoben. Trotz der Hektik hatte Frauchen stets noch Zeit für mich und W. spielte oft mit mir. Aber die Zeit drängte und es musste mächtig gearbeitet werden. Der Tag des Umzuges rückte immer näher und damit wohl auch die endgültige Trennung von meinem bisherigen Herrchen.

Er zog nicht mit in die neue Wohnung, sondern wollte mit seiner neuen Freundin zusammenziehen. Na ja eigentlich war W. in den letzten Wochen ohnehin zu meinem Herrchen geworden. Ich spürte, dass meine Bindung zu ihm immer enger wurde und Frauchen war ohnehin schon immer meine Bezugsperson.

Bisher hatte ich unsere Campingabenteuer noch nicht erwähnt. Herrchen W. und Frauchen hatten einen Feststellplatz mit einem Campingwagen. Dort verbrachten wir viele schöne Stunden. Besonders gemocht habe ich unsere abendlichen Spaziergänge und wenn es zum Schwimmen ging. Leider waren mir einige der Mitcamper nicht sonderlich wohlgesonnen. Für sie war ich wohl nur der gefährliche Listenhund. Obwohl ich mir alle Mühe gab, immer freundlich zu sein. Was mir allerdings bei dem Mistköder nebenan sehr schwer viel. Dieser miese Köder hatte mich schon im Welpenalter angemacht. Vergessen habe ich ihm das nie. Die Besitzer glaubten, obwohl sie wenig Ahnung von Hunden hatten, sie sind die größten Hundekenner.

Die Besitzer des Campingplatzes mochte ich sehr, sie hatten stets ein paar Streicheleinheiten und manchmal sogar ein Leckerli für mich übrig. So kam es, dass ich oftmals nach dem Spaziergang vorrannte, um in ihre Rezeption zu kommen. Aber eines Tages waren da nicht die Besitzer, sondern deren Tochter. Autsch das hätte schief gehen können, denn ich war ja der gefährliche Listenhund. Doch auch die Tochter hat mich gleich gemocht und gestreichelt und gedrückt, ach war das schön.

Da wusste ich noch nicht, wie sich alles weiter entwickeln würde. W. ging es nicht gut und er musste ins Krankenhaus. Dadurch wurden unsere Besuche am Campingplatz immer seltener. Als es im besser ging, fuhren wir zwar noch öfter raus aber es war nie wieder so schön wie vorher. Sein bester Freund war gestorben und am Campingplatz hatte es große Veränderungen gegeben. Die alten Besitzer hatten verkauft und mit den neuen kam W. nicht klar.

(Wird fortgesetzt)