Warum gibt es eigentlich keine Benimm-App?

Mal ehrlich kommt es mir nur so vor oder wird das Benehmen der Menschen immer schlimmer? Geht man zum Arzt und betritt das Wartezimmer, sagt freundlich Guten Tag, und wenn man Glück hat, antworten vielleicht zwei der wartenden Patienten im vollen Wartezimmer. Der Rest schaut nur auf sein Smartphone. Die Umwelt interessiert nicht.

Selten fahre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da sie für mich einfach ein Gräuel sind. Meist dreckig und die Luft ist auch nicht die beste. Aber was ich besonders „schick“ finde ist, wenn Kinder mit ihren schmutzigen Straßenschuhen auf den Sitzen herumtollen und Mütter oder Väter sich darum in keinster Weise kümmern. Dann versuche doch mal, sie darauf aufmerksam zu machen. Viel Spaß.

Oder Hundebesitzer und jeder weiß, dass ich selbst Hundebesitzer bin, die überhaupt nicht einsehen die Hinterlassenschaften ihres Hundes zu entsorgen. Ich kann meinen Mund einfach nicht halten und treffe, wie soll es auch anders sein, auf pures Unverständnis. Natürlich manchmal auch recht aggressiv.

Das sind nur drei Beispiele und wahrscheinlich auch nicht so gravierende. Die Liste ließe sich wahrscheinlich unendlich erweitern. Ich frage mich jedoch, weshalb ist das so? Weshalb sind einfachste Regeln eines zwischenmenschlichen Umgangstons heute nicht mehr möglich?

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15 Kommentare zu “Warum gibt es eigentlich keine Benimm-App?

  1. Karla sagt:

    Schön sind auch Jugendliche, die im U-Bahnhof auf der Lehne sitzen, Schuhe auf der Bank. Wie herrlich ist doch die Vorstellung ein Kumpel kommt in weißer Hose und setzt sich normal hin. Diese Kinder. die auf den Sitzen in Bus und Bahn turnen schmeißen sich daheim auch mit Schuhen auf die Couch oder auf ihr Bett. Endlose Liste stimmt, da haben jedenfalls bei Kindern und Jugendlichen die Eltern schuld. Also im Wartezimmer muss nicht jeder aufspringen, wenn ich es betrete, aber einen Busfahrer begrüße ich schon und wenn es nur mit einem Nicken ist oder ein Hallo. Besonders toll war mal, als eine Freundin von mir einen Jugendlichen auf dem U-Bahnhof ansprach, er solle aufhören überall gegen zu treten (Werbetafeln, Fahrscheinautomat). Tja, auf der Rolltreppe gabs dafür einen Tritt ins Kreuz, da halfen auch viele Jahre Karate nichte, ihrerseits. Sie lag im Schneematsch und kam bei mir ziemlich schmutzig an.

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  2. Lilith sagt:

    Wenn ich unhöfliche Menschen treffe, bin ich erst recht freundlich, lächle, sage noch mal guten Tag und schau sie dabei feste an. Das hilft meistens und der Mensch merkt, dass er gerade nicht sehr freundlich war.
    Unsere Techniker haben oft die Angewohnheit in mein Büro zu stürmen um was abzuholen, weil bei mir immer die Express Pakete ankommen. Die sind dann so im Brass, dass sie nicht grüßen. Ich sag dann GANZ laut und deutlich:“ GUTEN MOOOR-GEEEN HERR XY!“ Hilft immer. 😉

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  3. Ditschi sagt:

    Als ich damals hier durchs Dorf ging,war ich Anfangs sehr überrascht,dass ich gegrüßt wurde,da ich die Leute ja nicht kannte…
    Kenne aber auch unfreundliche Kollegen,die mich anschauen und den Gruss nicht erwidern…

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  4. JanJan sagt:

    Da hilft auch keine App, wo Höflichkeit und Achtung in der Erziehung bereits ein Fremdwort ist… Woher soll es kommen?
    Ich bin immer höflich, egal ob ich irgendwo reinkomme oder jemanden treffe, bekomme selten etwas zurück. Es gibt sogar Menschen, die schauen völlig erstaunt 😉

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    • sigurd6 sagt:

      Also das habe ich noch nicht erlebt, dass Menschen erstaunt schauen, wenn man freundlich ist. Allerdings war ich schon erstaunt, als ich vor einiger Zeit sah, wie Jugendliche einer alten Frau die Tür aufhielten.

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  5. ballblog sagt:

    Denke, die Liste können wir fast endlos fortsetzen. Mir scheint, als wüßten viele – auch „Erziehungsberechtigte“ ( was nicht immer Erziehungsbefähigte sind) – nicht den Unterschied zwischen tolerant und unverschämt.
    Hatte neulich die KIds irgendeiner Mutter ( optisch: Mittelstand, knapp 40) plötzlich neben mir, als ich gegen die Uhr in einer schnellen Produktion war. Kids dreschen einen Meter neben mir mit ihren Klatschpappen auf ’nen Tisch ein. Ich dreh‘ mich um, sage der Mutter, ob sie ihre Kids mal wegnehmen könne… Meint die doch glatt, daß ginge wohl auch freundlicher. – Daß ihre Kinder mich gerade mitten in der Arbeit störten, war wurscht. Macht man anscheinend ja so…
    Im Grunde ist es ja Energieverschwendung, sich über solche Nasen aufzuregen – man tut’s aber dennoch.

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    • sigurd6 sagt:

      Das hatte ich vor 3 Wochen ähnlich, da kam mir auf einem relativ engen Gehweg eine Mutter mit Kind und beide mit einem Kinderwagen vor sich herschiebend nebeneinander laufend entgegen. Als die Mutter keine Anstalten machte dem Kind zu sagen es möge doch mal bitte Platz machen, schaute ich sie natürlich dementsprechend an. Gesagt habe ich nichts doch sie zog das Kind hinter sich und sagte zu mir, ich war allerdings schon an ihnen vorbei gelaufen, „da muss man nicht so grimmig gucken“.

      Ich hatte keine Lust mich ihr auseinanderzusetzen. Weil es eh nichts bringt und ging wortlos weiter. Die Gedanken, die ich allerdings über sie hatte, sind ja frei.
      😉

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  6. rabohle sagt:

    Die Smartphone-Generation vergisst ihre Umwelt meistens komplett. Da hilft auch keine App mehr.

    Beim Rest muss man schauen, wie weit die eigene Toleranzgrenze geht. Lächeln ist fast immer die richtige Waffe und auch ein freundliches: „Sie habe da etwas“ reicht, um solche Leute minutenlang zu beschäftigen.

    Kinderstube ist nun einmal nicht Jedermanns Sache (früher waren wir die Halbstarken oder Gammler), da kann ich solange hinweg sehen, solange eben die Toleranz-Grenze nicht überschritten ist. Dank YouTube und Co. sind eben die Moralwerte verschoben – einfach hinnehmen.

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