60 Jahre und kein bisschen weise

Das trifft vielleicht nicht ganz zu, jedoch in den letzten Jahren nahm die Entwicklung eine falsche Richtung.

Aber mal erst alles auf Anfang. Am 25. März 1957 wurde in Rom der „Römische Vertrag“ geschlossen. Es war der Anfang der EWG mit einem wirtschaftlichen Zusammenschluss der Gründungsstaaten Italien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Die EWG war, das kann wohl sagen eine Erfolgsgeschichte und maßgeblich für den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland und den übrigen Mitgliedsstaaten verantwortlich.  1973 traten Großbritannien, Irland und Dänemark dem Verbund bei und in den späteren Jahren immer mehr Staaten. Ich erspare mir hier die Nennung der weiteren Beitrittsländer, die ohnehin jeder kennt.

Doch mit der Vergrößerung von EWG auf EU wurde aus einem Wirtschafts- auch ein politischer Verbund. Europa wollte mir einer Sprache sprechen und so den Konflikten begegnen. Doch das misslang schon im Balkankrieg völlig. Die EU fand kein Mittel, vermittelnd in diese Auseinandersetzung einzugreifen. Erst das Eingreifen der USA zwang Serbien zur Einsicht. Eine vernichtende Niederlage für die EU.

Brüssel mischte sich vermehrt in die Souveränität der EU-Staaten ein. Die EU weitete sich ungebremst gen Osten aus, obwohl Russland versprochen wurde, dass gerade das nicht geschehen wird. Mit anderen Worten die EU befand sich in den letzten Jahren, nach meiner Meinung, auf einen Irrweg, der für die EU gefährlich wird. Erstmals seit dem Bestehen der EU besteht die ernsthafte Gefahr des Auseinanderbrechens. Getreu dem Motto, wenn es dem Esel zu wohl wird …

Großbritannien steigt aus ein, so finde ich, herber Verlust für die EU und weitere Staaten könnten folgen. Wenn es den verbliebenen 27 Staaten nicht gelingt, ihre egoistischen staatlichen Interessen in den Griff zu bekommen, so sehe ich für den Fortbestand der  EU wenig Chancen. Jedenfalls der EU der heutigen Form.

Gestern waren die 27 Staats- und Regierungschefs bei Papst Franziskus und es bleibt zu hoffen, dass sie erleuchtet wurden. Denn wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wie einig man sich ist, werden wir schon an diesem Wochenende sehen können. Große Erwartung an das Treffen habe ich jedoch nicht. Nicht weil ich ein Pessimist bin, sondern aus den Erfahrungen der letzten Jahre.

So bleibt zu hoffen, dass die EU nur ein kränkelnder Patient ist, der gewisse Heilungschancen besitzt. Nur dazu muss der Wille bestehen geheilt zu werden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

9 Kommentare zu “60 Jahre und kein bisschen weise

  1. Helen sagt:

    Die EU ist zu groß geworden, die Mentalitäten sind so unterschiedlich, daß dieser Verbund nicht existieren kann. Es reicht doch nicht, Gelder hin und her zu schieben, und diesen Eindruck habe ich immer mehr. Also soll die heutige Gemeinschaft zerbrechen und neu aufgebaut werden. Es ist jetzt viel die Rede von unterschiedlichen Geschwindigkeiten, aber verstanden habe ich das überhaupt nicht. Wer soll zur 1. Gruppe gehören, wer kommt dann zum Rest?

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    • sigurd6 sagt:

      Es ist schwierig bei 27 Nationen mit einer Stimme zu sprechen. Hier beginnt schon, so finde ich, der erste entscheidende Fehler. Man ist gezwungen, dass alle 27 Nationen zustimmen. Mehrheitsbeschlüsse würden hier, so glaube ich, sinnvoller.

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      • Helen sagt:

        Auch Mehrheitsbeschlüsse bringen nicht viel – siehe Flüchtlinge. Die Osteuropäer lehnen das ab, oder nehmen so 12-20 Leute auf und damit hats sich. Man kann nur abwarten, was bei den verschiedenen“ Geschwindigkeiten“ herauskommt. Das Demokratie-Verständnis ist eben in den Staaten verschieden.

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  2. WernerBln sagt:

    Sehe ich auch so. Die alte EG als Wirtschafts-/Freihandelszone war völlig in Ordnung, weil für alle Beteiligten vorteilhaft.

    Die unsägliche Idee der politischen Einheit (EU), von weder historisch, politisch oder mental, kurz gesagt gar nicht kompatiblen Staaten, war der Einstieg in die Katastrophe. Dazu auch noch auf dieses inkompatible Konglomerat einen undurchschaubaren, undemokratischen Moloch von „Überregierung“ in Brüssel und dann auch noch entgegen jeder volkswirtschaftlichen Logik eine einheitliche Währung zu setzen, war die Verwirklichung der heute aktuellen Katastrophe!

    Die einzig positive Alternative wäre m.E. die Rückkehr zur o.g. EG. Ich fürchte nur, soviel Vernunft wird dem inzwischen verselbständigten Machtapparat nicht beizubringen sein 😦

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    • sigurd6 sagt:

      Na ja das ist leider eine Utopie. Leider werden Staaten die man sich nicht in der EU wünscht dem Beispiel der Britten, die ich weiterhin gerne in der EU hätte, folgen.

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      • Helen sagt:

        Ich sehe das gerade umgekehrt. Die großen bzw. die der EWG werden eines Tages die EU verlassen und sich vielleicht wieder verbünden, unter anderen Prämissen und sich nicht so sehr verhaken, wie es z.Zt. ist. Die Größe hat die EU geschwächt. Den Euro möchte ich schon behalten.

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