Terroropfer 2. Klasse?

Gestern gab es einen Terroranschlag in Sankt Petersburg. Es gab Tote und Verletzte als es einen Sprengstoffanschlag in der U-Bahn gab. Ein zweiter Sprengsatz in einem anderen U-Bahnhof der Stadt soll laut Medienberichten zum Glück nicht gezündet haben.

In Berlin ist es zur Gewohnheit geworden, dass den Opfern von Terroranschlägen gedacht wird, indem man das Brandenburger Tor mit den Landesfarben des betroffenen Landes oder der betroffenen Stadt anstrahlt. Doch darauf wurde gestern Abend jedoch verzichtet.

Der Senat erklärte es damit, dass Berlin mit dieser Geste die Anteilnahme der Bevölkerung an Partnerstädten von Berlin, die von Terror betroffen sind, zeigen möchte. Sankt Petersburg sei aber keine Partnerstadt Berlins. Ich finde, das ist eine sehr schwache Erklärung.

Es erweckt, jedenfalls bei mir, den Eindruck es gibt Terroropfer 1. und 2. Klasse. Deshalb möchte ich ganz ausdrücklich den Angehörigen der Opfer von Sankt Petersburg und den vielen Verletzten mein Mitgefühl ausdrücken.

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31 Kommentare zu “Terroropfer 2. Klasse?

  1. Saxxi sagt:

    Ich wäre ganz vorsichtig mit solchen Behauptungen wie „Opfer zweiter Klasse“. Meiner Ansicht nach, hat sich Putin bei Paris, dem Anschlag in Belgien, in Ankara und in Berlin geäüßert. Bei London wurde er nicht zitiert. Auch im Internet finde ich dazu nichts.
    Es war schon immer so, dass Menschlichkeit im Machtpoker untergeht. Da geht es nur noch um „wie Du mir, so ich Dir und noch mehr“. Wir werden solche Verhaltensweisen nicht verstehen. Ich wage aber auch nicht über die internationale Etikette zu urteilen.

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  2. JanJan sagt:

    Dem kann ich mich nur anschließen. Das war schon so als das russische Flugzeug abgestürzt war, interessierte auch niemanden… Nun ja je suis Paris, je suis Brüssel….
    Ich sage da nur pfui….

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  3. rabohle sagt:

    Die Begründung ist nur dämlich.

    Sicherlich gibt es immer eine Unterscheidung bei der Reaktion auf solche Anschläge (Anschlag in München und das Tor war nicht blau-weiß) und auch kommt irgendwann die „traurige Normalität“ zu Tage. Ansonsten müsste derzeit alles in afrikanischen Farben angestrahlt werden; dort verhungern die Menschen.

    Nur, und da gebe ich Dir Recht – die Begründung ist schon dämlich und das Verhalten mies.

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    • sigurd6 sagt:

      Es geht am Brandenburger Tor um ein Zeichen gegen den Terror. Ob das nun sein muss oder nicht, darüber wird im Moment in Berlin viel diskutiert. Ich persönlich brauche das nicht. Jedoch wenn der Senat sich dazu entschlossen hat, dann sollte er es auch durchführen. Und das gestern war einfach völlig daneben.

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      • rabohle sagt:

        Geht es wirklich um ein Zeichen gegen den Terror? Oder doch eher um Gewissensberuhigung auf kleinem Niveau mit noch kleinerem Aufwand?

        Aber es stimmt: Wenn schon, dann bei jedem Anschlag – oder ganz verzichten und ein wirkliches Zeichen setzen.

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  4. Lilith sagt:

    Trauer trag ich im Herzen, egal, ob irgendein Tor mit irgendwelchen Farben angestrahlt wird, das ist Nebensache.

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    • sigurd6 sagt:

      Richtig das wird, wie ich an anderer Stelle schon geschrieben hatte, in Berlin gerade oft diskutiert. Hier geht es aber um die fehlende Sensibilität des Senates. Der bei den letzten Anschlägen das Tor jeweils anstrahlen lies und gestern eben nicht. Und das mit einer mehr als dummen Begründung.

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  5. WernerBln sagt:

    Da kann ich nur zustimmen. Nur noch peinlich.

    Habe übrigens die folgende Mail noch gestern an ‚Der-Regierende-Buergermeister@senatskanzlei.berlin.de‘ gesandt:

    „Als Berliner … kann ich mich nur noch fremdschämen!

    Das Brandenburger Tor wurde bei Terroranschlägen keinesfalls nur für Partnerstädte und EU-Länder illuminiert (vgl. z.B. heutigen ARD-Teletext 140).

    Wenn es denn für einen Schwulen-Club in Florida geht, weshalb dann nicht für St. Petersburg???“

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  6. Ditschi sagt:

    Da stimme ich dir zu.Aber ich muss auch Lilith recht geben…

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