Geschmacklos?

 

Unter einer Mutter stelle ich mir etwas anderes vor als eine Bombe. Umso geschmackloser finde ich die Bezeichnung der amerikanischen „Superbombe“. Sie als Mutter aller Bomben zu bezeichnen entbehrt nicht eines gewissen Zynismus.

 

Hinrichtungen am Fließband?

Und da ich gerade bei zynisch und geschmacklos bin, schauen wir doch noch einmal in die USA. Einem Land in dem der Glaube so hochgehalten wird und so viele gottesfürchtige Menschen leben. Ein besonders gottesfürchtiger Mann ist der Gouverneur von Arkansas. Er lässt sich besonders gerne in den Kirchen seines Staates fotografieren und twittert jeden Sonntag ein Bibelwort. Natürlich wird er auch zu Ostern besonders gläubig in die Kirche gehen und Kirchenlieder schmettern. Um am Ostermontag, der in den USA kein Feiertag ist, ganz gottesfürchtig zwei von sieben zum Tode verurteilet Häftlinge hinrichten zu lassen. Sieben Menschen in den Todeszellen müssen bis Ende April in Arkansas hingerichtet werden. Da, und das ist der Zynismus an der Geschichte, Ende April das Haltbarkeitsdatum des Narkosemittels abläuft und Pharmakonzerne sich weigern weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. In Arkansas wurden in den letzten 10 Jahren keine Hinrichtungen mehr vollzogen und nun meint der sehr gottesfürchtige Gouverneur, dann muss eben auch das Haltbarkeitsdatum der Todeskandidaten ablaufen. Na dann beten sie doch morgen ganz andächtig und tiefgläubig in der Kirche Herr Gouverneur.

Um es gleich zu schreiben, hier geht es nicht um das für und wider der Todesstrafe. Hier geht es um die zynischen Zusammenhänge im Allgemeinen. Und es gibt, das muss auch geschrieben werden jede Menge Proteste gegen den Vollzug. Bleibt zu hoffen, dass dem Gouverneur in letzter Minute eine göttliche Erleuchtung heimsucht.

Ein Kommentar zu “Geschmacklos?

  1. WernerBln sagt:

    Na klar ist die Bezeichnung „Mutter aller Bomben“ zynisch. Die Bezeichnung „Gänseblümchenschneider“ für das Vorgängermodell ist auch nicht geschmackvoller

    https://de.wikipedia.org/wiki/Daisy_Cutter

    Aber genau diese Form von Zynismus zieht sich durch alle Kriege. Das mit der „Mutter“ ist übrigens nach meiner Erinnerung auf dem Mist von Saddam Hussein gewachsen, der den zweiten Golfkrieg als „Mutter aller Schlachten“ zu bezeichnen beliebte.

    Insgesamt ist es nach meiner Kts. allgemeiner Brauch, Bomben und Granaten mit „freundlichen Grüßen“ zu verzieren. Aktuelles Beispiel:

    http://www.n-tv.de/politik/Moskau-Keine-Bomben-nach-Berlin-article15708511.html

    Die ausführliche Diskussion der Frage, weshalb dies passiert, würde wohl dieses Forum sprengen. Ich sag mal nur „psychologischer Selbstschutz“ der Soldaten.

    Gefällt 2 Personen

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