Tag der internationalen Pressefreiheit

PressefreiheitOh ja es gibt tatsächlich Länder in denen man als Journalist gefährlich lebt. Nein es muss kein Land sein, in dem Krieg herrscht. Auch in den USA kann es z. B. schlecht sein wenn man als Journalist eine andere Meinung hat als der Präsident. Dann bekommt man schon mal Hausverbot oder keine Antwort oder wird vom Präsidenten Trump angeraunzt.

Ein Paradebeispiel des freien Journalismus ist die Türkei. Hier haben Journalisten beste Arbeitsbedingungen und können völlig frei berichten und unterliegen keinerlei Repressalien von oben. Jedenfalls wenn man dem Diktator die Füße küsst und voll auf seiner Linie berichtet.

Andere Journalisten, die berichten wie es tatsächlich läuft, werden kurzerhand ins Gefängnis geworfen. Der Diktator Erdogan bezichtigt sie, wie im Fall Deniz Yücel der seit nunmehr 79 Tagen in Haft sitzt, der Spionage. Ohne, dass dieser Grund bei seiner Verhaftung jemals erwähnt wurde.

Aber auch in der Bundesrepublik werden Journalisten bei PEGIDA-Demos geschlagen, werden auf übelste Weise beleidigt wie z. B. die ZDF-Journalistin Dunja Hayali. Ja auch mal von der AfD aus dem Saal gewiesen.

Journalisten riskieren oftmals ihr Leben, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Andere Journalisten nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau. Doch auch sie haben einen menschlichen Umgang verdient. Und das nicht nur am Tag der internationalen Pressefreiheit.

Tausende sitzen in Gefängnissen überall auf der Welt, erst wenn sie frei berichten können, verliert dieser Tag seine Bedeutung. Ich befürchte nur, dass dies lange nicht der Fall sein wird.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

22 Kommentare zu “Tag der internationalen Pressefreiheit

  1. JanJan sagt:

    Ich bin der Meinung „wahre Berichterstattung“ muss man auch immer differenziert betrachten. WAS ist denn die Wahrheit? Das entscheidet letztendlich jeder für sich selbst. Heute kriecht man EINEM Diktator in den Hintern und hat „Meinungsfreiheit“ und morgen sitzt da ein anderer an der Macht und schon steht man auf der falschen Seite. Missstände gibt es überall, von einem missbilligend betrachtet, vom anderen bejubelt…. Ansichtssache. Es gibt KEIN Land wo jeder ALLES schreiben darf.

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    • sigurd6 sagt:

      Natürlich wird man es immer subjektiv sehen. Und jeder Journalist wird berichten, wie er es sieht, oder versuchen es so gut es geht objektiv zu beschreiben.

      Leider gibt es jedoch auch Journalisten, die Meinungen machen. Doch das bekommt man schnell heraus, finde ich jedenfalls.

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    • WernerBln sagt:

      @ JanJan

      „Ich bin der Meinung „wahre Berichterstattung“ muss man auch immer differenziert betrachten.“

      Und ob!

      Zum Grundsatzthema:

      Sicher und unbestritten ist Pressefreiheit ein Grundwert jedes demokratischen Staatswesens. Darüber, was in der Türkei und jeder anderen beliebigen Möchtegern-Diktatur abläuft, bedarf es eigentlich keiner Diskussion.

      Aber wenn ich gewisse Stimmen in unserem Land höre (lese), dass Pressefreiheit überhaupt die wesentliche Grundvoraussetzung und natürlich über allen Staatsorganen stehende „Staatsgewalt“ ist und demzufolge jeder abweichende Meinung und Kritik natürlich Populismus und sonst was „Bäh“ und natürlich insgesamt ein Angriff auf die Pressefreiheit ist ???

      @ sigurd6

      „Leider gibt es jedoch auch Journalisten, die Meinungen machen. Doch das bekommt man schnell heraus, finde ich jedenfalls.“

      Nochmal :

      Und ob!

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      • JanJan sagt:

        Genau so ist es, es geht um abweichende Meinungen, die dann lieber nicht gehört werden möchten und am besten zensiert oder verboten werden… Selbst, wenn Kritik noch so gerechtfertigt ist. So viel zum Thema Pressefreiheit…. So lange diese Freiheit nicht für alle Meinungen gilt, ist es nichts als eine Täuschung, nämlich das schreiben zu dürfen, was dem Staat gefällt.

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        • WernerBln sagt:

          „Genau so ist es, es geht um abweichende Meinungen, die dann lieber nicht gehört werden möchten und am besten zensiert oder verboten werden“

          War hier (D / Netz) auch mal ansatzweise anders aber zur Korrektur dieser Fehlentwicklung haben wir ja jetzt zum Glück Heiko Maas und (vormals MfS) Kahane 😉

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          • JanJan sagt:

            Sie werden schon alles so zurechtbiegen, damit es für sie passend ist. 😉

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          • sigurd6 sagt:

            @WernerBln, @JanJan die wahre Wahrheit gibt es nicht. Ein Journalist kann noch so bemüht sein objektiv zu berichten. Er wird jedoch immer seine subjektive Einschätzung einbringen.

            Und die, ich nenne sie jetzt mal Verbraucher, werden auch nur Medien bevorzugen, die sie für seriös halten.

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        • rabohle sagt:

          Und manchmal fordern Meinungsfreiheit die für sich, die sie im Parteiprogramm dann verbieten wollen. 😉 🙂 🙂

          Man sollte auch nicht „abweichende Meinungen“ mit Hasskommentare oder Beleidigungen unterhalb jeder Gürtellinie verwechseln.

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    • rabohle sagt:

      @ JanJan

      „WAS ist denn die Wahrheit? Das entscheidet letztendlich jeder für sich selbst.“

      Richtig.

      Aber man muss für die Entscheidungsfindung eben auch Entscheidungsgrundlagen (=Informationen) haben. Und genau diese Informationsweitergabe wird bei Verletzung der Pressefreiheit unterdrückt.

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  2. ballblog sagt:

    Und wenn Du dann noch ein Publikum mit einer Sch…egal- Haltung hast.
    Welches Dinge am liebsten gar nicht mehr hinterfragt haben möchte, weil man dann ja nachdenken müßte. Und das gar nicht merkt, welche Arbeit hinter dem Job steckt. Daß es überhaupt ein Job ist, etc….

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    • sigurd6 sagt:

      Gerade in den letzten Jahren stelle ich fest, dass es für Journalisten immer schwerer wird. Politiker*innen sind relativ dünnhäutig geworden. Wenn ich mir überlege wie man in den 70er und 80er Jahren mit Politikern als Journalist gesprochen hat, das wäre heute nicht mehr möglich.

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      • rabohle sagt:

        Wehner : Lueg – herrliche Duelle. Heute gibt es einstweilige Verfügungen, Klagen etc.

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        • sigurd6 sagt:

          Und wenn aus der Pfeife von Herbert Wehner hektische Rauchsignale aufstiegen, war es an der Zeit das Weite zu suchen. 😀

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          • rabohle sagt:

            „Herr Lüg“ war da schon der wehnersche Angriff auf die Pressefreiheit; aber gleichwohl konnte und durfte Lueg auch danach noch weiter berichten – DAS nenne ich Pressefreiheit.

            Und derzeit? China, Nordkorea, Türkei? Kritische Journalisten werden mundtot gemacht; Nachfragen nicht erwünscht, Kommunikation nur mit Zuteilung möglich.

            Manchaml habe ich das Gefühl, dass die, die „Lügenpresse“ am lautesten schreien, die ak und Neues Deutschland zurück haben möchten. Aber vielleicht bedenken die dann auch einmal, dass es dann kein wordpress mehr geben wird.

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      • ballblog sagt:

        Hatte mal den damaligen MP Wulff am Rande einer Behindertensport- Veranstaltung… Da hatte die Referentin schon Schnappatmung, daß man zu viele Fragen stellen könnte und womöglich noch politische… Und im Sport kriegst Du Interviews fast nur noch mit Aufpasser im Gepäck.

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        • sigurd6 sagt:

          Wie schon geschrieben, die sind alle so dünnhäutig geworden. Ich erinnere mich gerne an die Talkshow IIInach9 mit Gert von Paczensky, Wolfgang Menge und Marianne Koch. Da wurden den Politikern Fragen gestellt, bei denen sie heute sofort aus dem Studio rennen würden.

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    • rabohle sagt:

      Viele lesen leider nur noch Überschriften (wenn überhaupt).

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  3. Vielen Dank fürs Aufmerksammachen. Pressefreiheit bedeutet für mich auch, Raum zu haben. Vielleicht sollte man die leidige Verknappung der Sprache auch dafür nutzen.

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