Unbedarft bei der Tieranschaffung?

Ein als Witz aufgemachter ernster Hintergrund ist das, was ich auf der WEB-SITE des Tierheimes Verlorenwasser gefunden habe. Wer in meinen Blog oft reinschaut, dem ist bekannt, dass unsere beiden „Anarchisten“ aus diesem Tierheim sind. Einem Tierheim mit engagierter Leitung und engagierten Tierpflegern. Die kleine, feine jedoch sehr hintersinnige Geschichte könnt ihr HIER nachlesen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Tiere.

21 Kommentare zu “Unbedarft bei der Tieranschaffung?

  1. lesenbiene sagt:

    Traurig aber wahr, denn die vollen Tierheime sind eine Bestätigung für die Dummheit der Menschen.
    Da werden Tiere angeschafft ohne vorher genau zu überlegen ob man dem Tier überhaupt gerecht werden kann, denn Tiere machen Arbeit und verursachen Kosten, ein Tier hat in der Regel ein langes Leben und das muß in der eigenen Lebensplanung berücksichtigt werden. Aber ich denke wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, alles neu, alles modern, alles schnell und austauschbar und dabei bleibt so manches Tier auf der Strecke.
    Schuld ist der Mensch alleine, er ist unbelehrbar und fühlt sich noch gemaßregelt oder belehrt, wenn gutgemeinte Ratschläge kommen. Schuld sind auch die Züchter, die nicht ihr Tier im Vordergrund sehen, sondern nur das Geld, was man mit Welpen verdienen kann und wahllos drauflos züchten. Und dann hat man ein krankes Tier, kommt nicht damit klar und dann ausgesetzt oder ins Tierheim. Ich weiß von unserer Züchterin wo wir Nelly gekauft haben, sie schaut sich die Leute genau an und stellt Fragen und hat sie kein gutes Gefühl, verkauft sie nicht. Das ist schon mal ein Anfang zum Schutz des Tieres.

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    • sigurd6 sagt:

      Genau deshalb hat der Tierheimleiter des Tierheimes Verlorenwasser auch schon Ärger bekommen. Er gibt nicht jeden jedes Tier heraus und das finde ich sehr gut.

      Leider glaubt heute jeder, er hat den Durchblick und Ratschläge werden als Beleidigung aufgefasst und das Ergebnis sieht man dann in den überfüllten Tierheimen.

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  2. Berta sagt:

    Ein sehr guter Text ist das. Hoffentlich dringt er bei dem einen oder anderen ins Hirn vor und verleitet mal zum Nachdenken. Leider geht es mit der Anschaffung von Tieren ja sogar so weit, dass genommen wird, was gerade in ist. Ich wünschte, es wären einzig die Tiere, die sich ihre Menschen aussuchen könnten.

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  3. JanJan sagt:

    Eine „tolle wahre“ Geschichte, die heute mehr denn je auf Menschen zutrifft, fast schon egal worum es geht. Nur, wenn Lebewesen im Spiel sind, sollte man eben gründlich nachdenken, nicht nur ob man einem Tier überhaupt gerecht werden kann, sondern ob gerade auch bei Hunden die gewählte Rasse wirklich ins eigene Leben passt! Ich sehe hier so viele armselige Border Collies, die mal eben schnell um den Block gezerrt werden, die keine Aufgabe haben und völlig verkümmern. Das ist einfach nur traurig… Ich habe mich ganz bewusst für Laufhunde entschieden und selbst sie muss ich ja abwechseln… 😳
    Mit Tierheimen oder auch Vermittlung vom Tierschutz… Hmmm… Bin ich ehrlich gesagt in Deutschland nicht wirklich so begeistert, wenn man die Vermittlungsanzeigen schon manchmal liest und da steht „nur an Haus mit Garten“ finde ich das absurd! Ich arbeite ja nun mit Hunden und kenne Hunde, auch große Hunde, die in einer 3 Zimmer Stadtwohnung leben und bedeutend artgerechter ausgelastet werden, als ein Hund im schicken Häuschen, der sich ein Leben lang in seinem Garten allein zu Tode langweilt. Ich finde man sollte da die Kirche mal im Dorf lassen. Vielen Hunden wird durch so absurde Vorstellungen ein gutes Zuhause vorenthalten…

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    • sigurd6 sagt:

      Entgegen der weitläufigen Auffassung bei vielen Menschen, brauchen auch kleine Hunde, wie unsere, reichlich Auslauf. Wenn ich manchmal höre, „ach mit dehnen muss man ja nur um den Block gehen“, muss ich innerlich immer sehr lachen. Allerdings sage ich dazu nichts, ist ohnehin zwecklos.

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    • Tierheim Verlorenwasser sagt:

      Ihr Kommentar spricht uns direkt aus der Seele – auch der 2. Teil.
      Einige unserer Kollegen in anderen Tierheimen geben Hunde sogar in Zwingerhaltung.
      Vor etlichen Jahren vermittelten wir einen Schäferhund in einen Neubaublock, 2. Stock. Herrchen und Frauchen im Vorruhestand. In unmittelbarer Nähe Wiesen, ein Flüsschen und daneben ein McDonalds. Dort trafen sich die Hundehalter der Gegend, vom Frühstück bis in den späten Abend – und dann ging die Post ab.
      Es wurde getobt, was das Zeug hielt. Zwischendurch mal Reste abstauben, ein kühlendes Bad im Wasser, gern auch Wettschwimmen oder Stöckchen fischen. Der Hund war selig. Aber wir bekamen tüchtig Ärger mit den Nachbarn. Der Hund kläffte nicht und ließ sich auch sonst nichts zu Schulden kommen, aber ein Schäferhund gehört nicht in eine Wohnung. Basta.
      Warum nicht? Weil es ein großer Hund ist. Ab wann ist denn ein Hund ein großer Hund?
      Und überhaupt: Woher weiß der Hund, dass er ein großer Hund ist und deshalb nicht ins Haus darf? …
      Diese Diskussionen führen wir seit Jahren – gerade auch mit Interessenten, die sich ihrer großen Grundstücke rühmen aber dem Hund nicht gerecht werden.
      Wenn man dann ein Tier nicht herausgibt, handelt man sich viel negativen Stress ein: unterirdische Bewertungen bei Google, Facebook, Yelp. Böse Zeitungsartikel auf BILD-Zeitungsniveau inklusive trauriger Fotos: Die Interessenten vom Zeitungsreporter zu Hause aufgenommen auf der Erde knieend vor einem leeren Futternapf mit Tränen in den Augen. Text: Und diese Tierfreunde erhielten kein Tier vom Tierheim Verlorenwasser. Es muss nun weiter im Tierheim leiden, obwohl es so ein schönes Zuhause hätte haben können.
      Das hat natürlich Auswirkungen auf andere Interessenten und Spender, denn nicht jeder durchschaut die Hintergründe.
      Wir könnten ganze Romane mit unseren Erlebnissen füllen …
      Herzliche Grüße nach Berlin, I. Aland

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      • JanJan sagt:

        Das ist auch Ihrer Sicht auch verständlich, aber persönlich finde ich die „Vermittlungs-voraussetzungen“ einfach bei vielen Vereinen zu pauschal, zu „betoniert“, eine Vorgehensweise nach Fragebogen XY, nach dem Motto
        HAUS: CHECK
        GARTEN: CHECK
        GROßES EINKOMMEN, DABEI ABER 24 STUNDEN ZEIT: CHECK….
        Das kann so doch nicht funktionieren! Ich finde man sollte doch jede einzelne Situation auch als solche beurteilen und das vermisse ich bei vielen Institutionen ganz extrem.
        Aus meiner Sicht gehört auch jeder Hund ins Haus, egal wie groß er ist, es sei denn auch der Rest der Familie wohnt im Zwinger… Ich kann es persönlich nicht nachvollziehen, wie man ein soziales Wesen so ausschließen kann! Für mich bedeutet einen Hund zu haben einfach unsere Familie zu vergrößern und das Leben ZUSAMMEN zu erleben, den Hund teilhaben zu lassen!
        Viele Grüße aus Holland 😊
        JanJan

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        • Tierheim Verlorenwasser sagt:

          Absolut! Das kann man nicht besser auf den Punkt bringen!

          Viele Vereine machen es sich bei der Vermittlung zu einfach und schielen immer ein bißchen auf’s Geld, was dann in die Kasse kommt. Besonders bei Vereinen, die nur im Internet existieren und die Interessenten „per Katalog“ bestellen. Wenn dann das Überraschungspaket bei der Ankunft im neuen Zuhause die angepriesenen Vorzüge nicht hat oder gar kompliziert und anstrengend ist, ist das Gejammer groß. Wir bekommen jede Woche Anrufe von solchen Leuten, die ihr Tier dann bei uns im Tierheim wieder loswerden wollen, denn der andere Verein nimmt es ja nicht zurück.

          Beste Grüße nach Holland!

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          • JanJan sagt:

            Oh ja, darüber kann ich auch Geschichten erzählen, zum Beispiel Leute, die sich einen Collie holten, weil der Nachbar einen hatte, der ganz toll war und super gehorchte… Leider dachten sie aber der Hund wurde bereits gut erzogen geboren… Den Rest können Sie sich sicher denken…

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      • sigurd6 sagt:

        Also Hunde in Zwingerhaltung zu geben kann ich nicht verstehen. Gut es mag eventuell Situationen geben, da geht es nicht anders, jedoch würde ich keinen Hund in solch ein Schicksal vermitteln.

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  4. Ditschi sagt:

    Ein schöner Text und auf den Punkt gebracht…Ich kann mich,gerade hier auf’m Land immer über die uneinsichtigen Katzenbesitzer aufregen,die ihre Katzen nicht kastrieren.Es gibt schon genug Katzenelend und dann kommen immer wieder neue Kätzchen dazu… 😦

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