In einem Land zu unserer Zeit

Und es begab sich, dass das Volk die Königin von Germania für weitere 4 Jahre im Amt bestätigen sollte. Sie hat die letzten 4 Jahre ihrer Regentschaft mit einer anderen Interessengruppe regieren müssen und eigentlich geht ihr das total gegen den Strich. Sie möchte die Alleinregentschaft, doch die verwehrt ihr das Volk bisher. So wird sie auch in der nächsten Regentschaft wieder mit einem lästigen Anhängsel regieren müssen.

Doch diese Anhängsel werden immer frecher, nun haben all die Probanden, die für sie infrage kommen in ihr Wahlprogramm den Passus aufgenommen, der die Ehe für alle enthält. Ohne diese Zusage gibt es keine Regentschaftshilfe. Und dann kam die wundersame Wandlung der Königin von Germania. Eine einzige holde Lesbe aus dem Landstrich, in dem sie einst zu Hause war, brachte ihr die Erleuchtung. So jedenfalls möchte die Königin es ihren Untertanen Glauben machen. Ja die Lesbe hat ihr die Zweifel genommen, denn sie und ihre Liebste, haben 8 Kinder zur Pflege und wenn das Jugendamt so fortschrittlich ist, wollte die Königin nicht altmodisch erscheinen.

So konnte sie die Probanden in die Schranken weisen und ihrem Statthalter bei den Bajuwaren sogleich auch noch ein Ei ins Nest setzen. Und so beschloss sie, erleuchtet von einer einzigen Lesbe, den Thronrat ohne Fraktionszwang darüber abstimmen zu lassen, ob man die Ehe für alle huldvoll genehmigen solle. Der Fraktionszwang solle aufgehoben werden, da jeder nur nach seinem Gewissen entscheiden sollte. Heißt im Umkehrschluss, dass oftmals wohl gewissenlos entschieden wird, oder?

Und so sei es dann, wenn die Königin von Germania verfügt, dass ihr Thronrat nur nach dem Gewissen entscheiden darf, dann möchte man meinen kehrt ein klein wenig Demokratie in das Königreich ein.

Diese Geschichte ist natürlich frei erfunden und sollte es Parallelen geben so wären diese rein zufällig und keinesfalls beabsichtigt.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Satire.

9 Kommentare zu “In einem Land zu unserer Zeit

  1. Helen sagt:

    Auch wenn das unter Satire läuft, finde ich das nicht lustig. Es gibt Vorgaben, die muß jeder für sich entscheiden und von Parteienzwang halte ich sowieso nichts.

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    • sigurd6 sagt:

      Genau das wollte ich damit ausdrücken. Was soll dieser Fraktionszwang? Ich denke, jeder Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verpflichtet. Somit widerspricht der Fraktionszwang doch eigentlich dem Grundgesetz, oder sehe ich das falsch?

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  2. JanJan sagt:

    Welch eine Geschichte! So was würde im wahren Leben nie und nimmer passieren! Und überhaupt mir hätte die Geschichte besser gefallen mit dem Ende: Die Lesbe wurde zur neuen Königin 👑 gewählt und ihre acht Blagen zu Ministern ernannt…

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  3. WernerBln sagt:

    Mal die Satire beiseite. Die verantwortungsbewussten Parlamentarier brauchen für Unwichtigkeiten, wie Altersarmut, ruinierte Infrastruktur, innere Sicherheit etc. Monate bis Jahre gründlicher Beratung. Ich finde es unmöglich, aus lauter Gier nach noch einigen Wählerstimmen mehr, ein gesellschaftlich nicht grade unumstrittenes Thema in der letzten Sitzung vor Wahlen innerhalb von 4 Tagen durchpeitschen zu wollen. Das gilt für beide „Volksparteien“.

    Ach übrigens: Das nenne ich Gefährdung der Demokratie!

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    • sigurd6 sagt:

      Ich glaube, für die Wichtigkeit von Gesetzen hat jeder seine eigene Meinung. Hier handelt es sich, jedenfalls für mich, eindeutig um ein Taktieren der Kanzlerin um dieses Thema aus dem Wahlkampf heraus zu halten. Darauf, dass die SPD das sofort aufnehmen würde und eine sofortige Abstimmung möchte, war sie offensichtlich nicht vorbereitet.

      Jetzt hat sie in Ihrer Partei für mächtig Aufregung gesorgt und nicht wenigen missfällt das Vorpreschen der Kanzlerin. Die Basis knurrt sozusagen. Doch mangels Alternative müssen sie zähneknirschend das Spiel mitmachen.

      Der parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn brachte ja schon sehr süffisant das Bundesverfassungsgericht ins Gespräch. Nach dem Motto stimmt doch ab, dann sind die Wogen erst einmal geglättet. Und nach der Wahl gehen wir dann nach Karlsruhe.

      Das würde ich Angriff auf die Demokratie nennen.

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    • nana sagt:

      Ich zitiere mal aus einem Artikel in der „Zeit“:

      „Die Vorsitzende des Rechtsausschusses, Renate Künast (Grüne), wies diesen Vorwurf zurück. Das Thema sei eigentlich steinalt, sagte Künast vor der Sitzung des Rechtsausschusses. Die Frage komme in dem Ausschuss bereits zum 31. Mal auf den Tisch und sei bislang immer wieder vertagt worden, betonte die Grünen-Politikerin. Auch in früheren Wahlperioden habe es immer wieder Anläufe gegeben. „Wer also sagen würde, dies ist ein Hauruckverfahren, muss irgendwie in den letzten 25 Jahren Beratungsgegenstände des Deutschen Bundestages verpasst haben.“

      So viel zum Thema „durchpeitschen“.

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-06/bundestag-ehe-fuer-alle-abstimmung-freitag

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