Skandal im Sperrbezirk?

Oha das ist aber mal richtig aus dem Ruder gelaufen. Saufgelage, Geschlechtsverkehr in aller Öffentlichkeit und gemeinschaftsurinieren am Zaun. Dagegen kommt einem ja der Tanz einer Frau nur im Bademantel bekleidet und einer Knarre in der Hand richtig züchtig vor.

Nein ich schreibe nicht über einen Betriebsausflug, auch wenn es sich so lesen mag, es geht um einige Berliner Polizeibeamte, die zum Schutz des G20-Gipfels in Bad Segeberg untergebracht waren. Ja waren, denn sie wurden mittlerweile von der Hamburger Polizei, diesen Spießern, nach Hause geschickt. Und in Berlin stürzen sich nun alle Medien auf die Beamten. Der RBB ist sich nicht zu blöd darüber auch noch ein RBB-Spezial zu bringen.

Meine Güte natürlich ist das wohl aus dem Ruder gelaufen, aber muss man nun solch ein Gezeter daraus machen? Es wird für die, die über die Stränge geschlagen haben sicher Konsequenzen geben. Aber ist es nicht auch so, dass in der Kindheit und Jugendzeit den Kindern und Jugendlichen kaum noch Grenzen aufgezeigt werden? Muss man dann überrascht sein, wenn junge Menschen glauben ihre Tun wird auch weiterhin ohne Konsequenzen bleiben? Darüber sollten all die, die sich sonst so für die Entfaltung von Kindern und Jugendlichen einsetzen eventuell auch mal nachdenken.

Was in Bad Segeberg geschah, ist natürlich nicht in Ordnung, nur solch ein Geschrei, wie in einigen Medien muss daraus nun auch nicht gemacht werden.

41 Kommentare zu “Skandal im Sperrbezirk?

  1. Helen sagt:

    Die Polizisten müssen in den nächsten Tagen ihren Kopf und was weiß ich noch alles hinhalten und da wird auf sie eingedroschen, weil sie ein bißchen über die Stränge geschlagen haben? Die Umgebung für die Beamten war auch nicht so komfortable wie für die Oberen. Mein Gott, laßt sie feiern…

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  2. JanJan sagt:

    Ich fand die Nachrichten darüber ziemlich lustig 🙂

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  3. WernerBln sagt:

    Da kann ich Ihnen und @Helen nur zustimmen. Insbesondere mal unter Berücksichtigung der Überlastung, mangelnder politischer Rückendeckung (parteipolitisches Ausschlachten jedes Einsatzes) führt zu solchem „über die Stränge schlagen“. Soweit bisher bekannt, war da nichts strafbar, noch nicht mal ordnungswidrig. Ärger werden die trotzdem kriegen, weil es im Beamtenrecht sowas wie „Schädigung des Ansehens“ gibt. Da sollte aber eine Standpauke und bei „ganz schlimmen Fingern“ eine Verwarnung oder Geldbuße reichen. Wenn ich denn heute im AS-Spezial schon wieder irgendwelche Politiker von Auflösung der Hundertschaften schwafeln höre, wird mir nur noch übel.

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    • sigurd6 sagt:

      Noch schlimmer fand ich die Abendschaumoderatorin, oder was immer sie darstellen mag, Cathrin Böhme. Auf ihre Frage an den Polizeipräsidenten Kandt ob er seinen Laden denn noch im Griff hat, hätte ich sie wohl gefragt, ob sie noch alle Latten am Zaun hat. Ich habe jedenfalls sofort den Ton weggedreht, weil ich ihr dummes Geschwafel nicht ertragen kann. Da ich die Tagesschau noch sehen wollte, habe ich den FS jedoch nicht ausgeschaltet. Dieses RBB-Spezial habe ich mir jedoch erspart.

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    • rabohle sagt:

      „Soweit bisher bekannt, war da nichts strafbar, noch nicht mal ordnungswidrig“

      @WernerBln:
      Gesetze sollten eigentlich für Alle gleich angewendet werden:

      Urinieren an Fremdeigentum: § 118 OWiG
      Lautes Feiern mit Störung: § 117 OWiG
      Dazu noch die hanseatischen Sonderregelungen und die Dienstanweisungen..
      Na, und mit der Dienstwaffe in der Hand bei einer Privatfeier auf den Tisch im alkoholisierten Zustand zu tanzen … muss wohl nicht besonders neben den dienstrechtlichen Maßnahmen vertieft werden, denn der Blick in das WaffG dürfte reichen.

      Gut, wenn die betroffenen Beamten sich nicht auf Ihre „rechtliche“ Einschätzung verlassen, sondern lieber einen Rechtsanwalt um Rat fragen.

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  4. rabohle sagt:

    „Tanz mit der Pistole in der Hand“
    Keine Ahnung, was daran lustig oder harmlos sein soll. 😦

    Und Saufgelage bis in die Morgenstunden, wenn andere Polizisten den Schlaf für den Einsatz ab 0300 benötigen – ist eher unkameradschaftlich, als witzig.

    Aber was ist denn passiert? Die Hundertschaften wurden abgezogen. Was ist daran falsch? Möchte einer von Euch wirklich, dass einer der Beamten mit Restalkohol am Vormittag mit einer MP (zurecht nervös) in der Stadt Wache hält?

    Das Abziehen und die möglichen Disziplinarmaßnahmen sind richtig.

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    • sigurd6 sagt:

      Das die Kollegen aus Wuppertal in ihrem Schlaf gestört wurden, ist natürlich nicht schön. Aber der Medienrummel, der ja heute, jedenfalls hier in Berlin weiterging, ist dann doch um einiges übertrieben.

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      • rabohle sagt:

        Seid froh, dass Berlin keine anderen Schlagzeilen bietet. 😉

        Aber im Ernst:

        Da es offenbar nicht der ersten Vorfall dieser Truppe gewesen und sie sogar schon für solche Exzess-Fete bekannt sein soll, weiß ich nicht, ob die Frage der Reporterin dann wirklich dumm gewesen ist.

        Und nochmals: Wenn Alkohol und Waffen derart auf Feiern benutzt werden, halte ich das für „mords“gefährlich und sicherlich sanktionswürdig. Und Sanktionen sollten dann nicht nur die unmittelbaren Deppen, sondern auch deren Vorgesetze, die das nicht unterbinden und sogar noch herunterspielen wollen, durchgesetzt werden.

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        • sigurd6 sagt:

          Das war in ihrer Freizeit, das sollte man nicht vergessen. Und ob eine Polizistin tatsächlich mit der Waffe auf dem Tisch tanzte, ist wohl mittlerweile gar nicht mehr so klar. Und wenn ja wird sie ja nicht so blöd sein und sie gesichert haben. Oder es war gar kein Magazin drinnen.

          Ob es nicht der erste Vorfall war, ist auch mehr als umstritten. Ich würde dafür plädieren die Ergebnisse der Untersuchung abzuwarten. Alles andere ist eh nur spekulativ.

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          • rabohle sagt:

            Deswegen Konjunktiv.

            Wer mit einer Waffe alkoholisiert tanzt, ist eh sehr blöd und man sollte dann die Eignungstests überdenken.

            Sicher war es in der Freizeit. Sie haben sich ja beschwert, dass sie kein Freizeitangebot bekommen hätten, da bleibt dann eben wohl nur der Alk ???. Kommt mir bekannt vor, bisher allerdings nicht bei Polizeibeamten.

            Deren Job ist sicherlich hart – aber das rechtfertigt eben so ein Verhalten nicht und ich denke, man sollte nicht über die Berichterstatter herfallen, sondern die Berichtverursacher hinterfragen. Genau das macht die Presse.

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    • Karla sagt:

      Ich sehe das auch so. Und das im Eingangstext erhobene Argument, dass Kindern und Jugendlichen keine Grenzen mehr aufgezeigt werden … Dann haben diese jungen Polizisten ihre Berufswahl nicht richtig überdacht, wenn sie sich dermaßen aufführen müssen und in ihrer Freizeit als Gruppe präsentieren müssen.

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    • nana sagt:

      Ich schreibe mal: Gefällt mir.

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  5. nana sagt:

    Hübsch, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Bullen dürfen sich komplett daneben benehmen – „lass die doch feiern“, „bissel Spaß haben“. Die waren eine (!!) Nacht ohne Fernseher komplett außer Kontrolle, einschließlich besoffenen Rumfuchtelns mit ner Waffe.

    Wenn Geflüchtete, die Monate, wenn nicht jahrelang in solchen Unterkünften zu Hunderten gemeinsam, ohne Privatsphäre, ohne Bespaßung, untergebracht sind sich prügeln, dann wird aber mal ganz anders darüber gesprochen. Das ist so scheinheilig.

    Die sollen sich gefälligst anständig benehmen. Wer zu Exzessen neigt, egal ob beim feiern oder beim Einprügeln auf friedliche Demonstranten, der sollte nicht zur Polizei gehen.

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    • rabohle sagt:

      Nana: Es waren nicht „die Bullen“. Unabhängig davon, dass „Bullen“ sicherlich die falsche Wortwahl ist, haben die Hamburger Polizeibeamten eben genau das Verhalten gemaßregelt und benötigte Einsatzgruppen nach Hause geschickt. Der Einsatzleitung gebührt eigentlich Respekt, da sie eben nicht die Sache heruntergespielt hat.

      Dann aber sollte man nicht verallgemeinern … finde ich.

      Idioten gibt es auf Polizeiseite ebenso wie auf Denmonstrantenseite, wobei ich bei Manchen das Gefühl habe, die wollen nicht demonstrieren und schützen, sondern ramponieren und prügeln. Aber das sind eher Einzelfälle, also weder DIE Polizisten, noch DIE Demonstranten.

      So ein Scheuklappendenken hilft ncht weiter.

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      • nana sagt:

        Scheuklappen? Hab ich keine. Dann eben diese Bullen, statt die Bullen. Und Bullen darf man sagen. Ich unterscheide da aber durchaus, es gibt auch Polizisten. Aus eigener Erfahrung darf ich behaupten, dass diese Bullen solche sind, die es selbst mit der Wortwahl nicht genau nehmen. Diese Berliner, die für solche Einsätze unterwegs sind, sind nämlich die ganz „harten“. Nicht zu verwechseln mit denen, die täglich auf den Wachen und auf Streife ihren Dienst tun.

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        • rabohle sagt:

          Sicherlich darf man „Bullen“ sagen – aber wird die Wortwahl dadurch besser?
          Es bringt auch wenig, dann mit Wortwahlen aufzurechnen.

          Aber gut, wenn Sie dann unterscheiden. Denn einer meinder besten Freunde ist Polizist und sicher kein „Bulle“. Und ehrlich .. ich möchte seinen Job nicht machen.

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        • WernerBln sagt:

          Sie tun mir nur noch leid.

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        • WernerBln sagt:

          Ich bewundere Ihre profunden Kenntnisse des Polizeidienstes! Hoffentlich brauchen Sie die Hilfe der Beamten nicht mal.

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    • Helen sagt:

      Den Unterschied gibt es – die Flüchtlinge kommen freiwillig, die Polizisten werden geschickt.

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      • rabohle sagt:

        Und das bedeutet, Geschickte dürfen sich mehr erlauben als Freiwillige (um bei Ihrem schlechten Vergleich zu bleiben)? Er gibt aber noch mehr Unterschiede:

        DIESE Polizisten trinken vor Dienstantritt
        DIESE Polizisten spielen angetrunken mit einer Dienstwaffe
        DIESE Polizisten stören Kameraden
        DIESE Polizisten sind Staatsdiener mit Vorbildfunktion
        DIESE Polizisten urinieren am Zaun
        DIESE Polizisten waschen sich danach nicht die Hände
        DIESE Polizisten geben sich als Deutsche die Hand

        Doch, diese Aufzählung ist genauso lächerlich wie Ihr Vergleich von freiwilig und geschickt. 😉

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  6. Helen sagt:

    Ich schätze mal, ihre Freiheit zum Feiern wird sehr begrenzt sein/werden. In der Rigaer Str. warten die Pflastersteine auf sie, da hält sich das Mitgefühl für die Polizisten sehr in Grenzen. Laßt die jungen Leute feiern, sie haben bei der jetzigen Bevölkerung nichts zu lachen. Und wer hier so auf den Putz haut,….Ich hoffe, er braucht dann mal keinen Polizisten, der in Hamburg gefeiert hat. Aber er wird sich dann auch nicht als Pingeler outen.

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    • nana sagt:

      Mir kommen gleich die Tränen. Also wirklich.

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    • rabohle sagt:

      @Helen
      Keine Frage – das ist ein Knochenjob und Steine etc. bzw. Gewalt gegen Polizisten geht gar nicht.
      Aber darum geht es nicht:
      Alkohol (wieviel Alkohol hätten Sie eigentlich bei Dienstbeginn dann noch?), Waffen, an den Zaun pinkeln – das geht GENAUSO wenig.
      Und wenn die Polizei drei (dringend benötigte) Hundertschaften lieben wegschickt (quasi ein Platzverbot ausspricht), dann sollte man schon nachdenklich werden..

      Nana hat auch recht, wenn sie die Frage stellt: Was wäre bei 220 Flüchtlingen für ein Aufschreig gewesen („Wir Deutschen geben und die Hand …“)? Wenn man darüber nachdenkt, wird man vielleicht in der Tat zu zweierlei Maß kommen.

      Ich habe einmal gesehen, was eine (versehentlich) ungesicherte MP eines Polizisten anrichten kann. Und wenn ich mir dann eben noch Alkohol dazudenke .. wird mir speiübel.

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    • WernerBln sagt:

      Doppelt

      🙂
      🙂

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  7. sigurd6 sagt:

    Leute nun schaltet mal einen Gang zurück! Hier geht es um Polizeibeamte, die in einem geschlossenen Gelände gefeiert haben. Es gab dabei wohl Auswüchse, die bisher nicht hinreichend geklärt sind.

    Bei allem was man kritisches über Polizeibeamte anmerken kann, bleibt sachlich. Denn vieles was hier in den letzten Stunden kommentiert wurde, geht am Thema weit vorbei.

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