Wie zeitgemäß sind Zoos?

Oh das gab mal wieder einen angeregten Diskussionsabend. Auslöser war der bombastische Empfang der beiden Panda-Bären in Berlin. Was wurde dafür alles vollführt. 15 Millionen Euro hat es gekostet, die beiden Bären nach Berlin zu bringen, und eine jährliche „Miete“ von 1 Million kommt dann noch obendrauf. Ich muss sagen ganz schön clever, wie kapitalistisch das kommunistische China seine Pandas vermietet.

Aber nun zur Frage ob ein Zoo heute überhaupt noch zeitgemäß sei und dazu gibt es sehr, sehr unterschiedliche Meinungen. Oftmals wird damit argumentiert, es sei bei einigen Tierarten die einzige Möglichkeit sie vor dem Aussterben zu schützen. Dem möchte ich entgegenhalten, eine gute Möglichkeit Tiere vor dem Aussterben zu schützen wäre, wenn man ihre Lebensräume nicht fortwährend verengen würde. Wenn geldgeile Menschen nicht Tiere nur wegen des Geldes gnadenlos abknallen würden. Wenn man ganz einfach nicht immer nur denken würde, der Mensch geht vor. So werden die Lebensräume vieler Tiere überall auf der Welt vernichtet. In den Weltmeeren befindet sich mittlerweile so viel Müll, dass man Fische wohl bald fertig eingewickelt fangen kann.

Und in den Zoos dieser Welt werden die Tiere bewundert, und kaum ein Besucher macht sich darüber Gedanken, dass die Tiere viel lieber in Freiheit leben würden. Ja ein normaler Zoo reicht heute ja nicht mehr. Da heute alles aber auch wirklich alles, Eventcharakter haben muss, müssen Zoos umgebaut werden. Ja der Spaß muss natürlich auch sein. Dabei könnte man die Spaßflächen den Tieren für größere Gehege zur Verfügung stellen. Dann hätten die Tiere eventuell etwas mehr Spaß. Jedoch habe ich bei manchen Zoos den Eindruck, dass es weniger um die Tiere als darum geht die Menschen zu bespaßen. Etwas mehr Bescheidenheit wäre manchmal besser, finde ich.

Darf man Tiere überhaupt einsperren? Darf man Tiere die in freier Natur an einem Tag weite Strecken zurücklegen in Käfige stecken, nur damit wir sie ansehen? Es wurde an diesem Abend in unserer Runde heftig darüber diskutiert. Viele Argumente dafür und dagegen waren durchaus berechtigt und ich habe dazu auch eine sehr zwiespältige Meinung. Nun würde mich eure Meinung dazu interessieren.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Tiere.

11 Kommentare zu “Wie zeitgemäß sind Zoos?

  1. JanJan sagt:

    Im Prinzip hast du bereits in deinem Beitrag meine Gedanken zum Thema wiedergegeben, da kann ich gar nichts hinzuzufügen.
    Ginge es nach mir würden wir den Tieren IHREN Lebensraum zurück geben und sie in Freiheit leben lassen, so wie sie es verdient haben.
    Aber… Da der Mensch sich ja wie Zecken immer weiter vermehrt und ausbreiten muss, wird dies leider nur ein Traum bleiben und ganz ehrlich… Ich bin froh, dass ich das dicke Ende -hoffentlich- nicht mehr erleben muss!

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    • sigurd6 sagt:

      Wenn ich höre, dass in einigen Jahrzehnten die Erde mit 11 Milliarden Menschen bevölkert sein soll, kann ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Da kann man sich wohl lebhaft vorstellen, wie viel Platz den Tieren bleibt.

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      • JanJan sagt:

        Eben… Und wenn ich dann noch höre, es werden zu wenig Kinder geboren, könnte ich im Kreis k****…. Man sollte sich lieber erstmal um die kümmern, die bereits geboren sind!

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  2. rabohle sagt:

    Affen für Deutschland

    Wäre vielleicht eine Alternative statt traurige Tiere.

    Vielleicht muss man aber nur unterscheiden: Wildfang = nein; Aufzucht =ja, wenn artgerecht.

    Und da hört es schon auf: Delphine, Orca’s in Becken, egal wie groß no go.
    Affen ( richtige) in Glaskisten no go
    Ameisen in Glasfarmen

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  3. thaitonien sagt:

    Hier in Thailand kommt auch immer wieder das Thema auf, insbesondere im Hinblick auf Elefanten. Man soll diese nicht mehr reiten, da dies Tierquälerei sei. Was es oft auch wirklich ist, wenn man sich die Haltungsbedingungen ansieht. Die Forderung Elefanten in ihren natürlichen Lebensraum zu entlassen kommt hier quasi wöchentlich, meistens von Amerikanern und Europäern.

    Oft aber sind die Lebensbedingungen der Menschen außerhalb Europas und anderer reicher Länder nicht viel besser als die dieser Tiere. Und ich frage mich jedesmal: wo sind denn die Lebensräume für die Tiere?

    Sind wir bereit in 40qm² mit der ganzen Familie zu leben, damit Tiere mehr Platz haben? Sind wir bereit auf Luxusprodukte, wie Erdbeeren im Winter, unsere Fahrzeuge und Autobahnen, Urlaubsreisen und Wanderausflüge zu verzichten, damit Wölfe und Bären Einzug halten können?

    Nein, natürlich nicht. Wir möchten auch nicht arbeitslos werden, weil Industriegebiete verschwinden sollten, damit Fuchs und Hase tatsächlich dort leben können.

    Deshalb bieten sich Pandabären und Elefanten auch so herrlich an. Bei uns können die Tiere ohnehin nicht leben und putzig sind sie auch noch. Da kann man sich ganz herrlich engagieren, da nehmen wir großzügig noch die Delfine mit auf und schmücken uns mit unserer Gesinnung.

    Am besten beim Schnitzel oder Eiersalat. Das schmeckt und ist billigst zu haben. Aber wen kümmert es, wenn unsere Nutztiere wie Gegenstände verwaltet und auf engstem Raum gehalten werden? Die sind ja nicht goldig. Die schmecken nur.

    So haben wir auf ganzer Linie gewonnen.
    Wir haben die richtige Gesinnung.
    Wir leben im Luxus und fressen unsere in entsetzlichster Art und Weise gehaltenen Futtersklaven in rauhen Mengen zu Wegwerfpreisen.
    Gleichzeitig echauffieren wir uns über Tiere, die in Zoos gehalten werden, denen es im Vergleich zu unserem Mittagessen echt gut geht und verlangen von Drittweltstaaten gefälligst den nötigen Lebensraum für bedrohte Tierarten zu schaffen.

    Irgendwo ist da doch eine Schieflage entstanden, oder?

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    • sigurd6 sagt:

      Also Erdbeeren im Winter gab es in meiner Kindheit z. B. nicht. In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es meist nur saisonale Früchte und Gemüse.

      Dein Kommentar spannt einen weiten Bogen und stimmt nachdenklich. Natürlich werden Tiere heute unter kaum zu ertragenden Bedingungen gehalten und oftmals kann der Verbraucher kaum nachvollziehen, ob sie unter einigermaßen vernünftigen Zuständen gehalten werden. Wenn ich sehe, dass auf den Verpackungen von Eiern Bodenhaltung steht oder Freilandhaltung so ist das ein verscheißern des Verbrauchers. Was heißt denn Bodenhaltung, sie leben zusammengepfercht am Boden oder teilweiße bei Freilandhaltung im Freien. Noch nicht einmal bei Bio-Eiern kann man sich mehr sicher sein, ob die Hühner einigermaßen vernünftig gehalten werden.

      Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben, in einigen Jahrzehnten soll die Weltbevölkerung ca. 11 Milliarden betragen und da kann man sich ausmalen, dass der Platz für Tiere, ob Nutz- oder Wildtiere immer enger wird.

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      • thaitonien sagt:

        Der schwedische Statistiker Hans Rosling hat hierzu eine sehr interessante Studie veröffentlicht. Damit wäre das Ende des Bevölkerungswachstums wohl in Sicht.

        Mir geht es nur darum, dass ständig über das Leben von Tieren in Entwicklungsländern gesprochen wird. Dass die einzigen glücklichen Hühner bei uns auch im (Streichel)Zoo leben, das interessiert nicht.

        Es ist nicht mehr möglich viele der Wildtiere in freier Wildbahn zu belassen. Denn dann müssten wir Menschen Platz machen. Das werden wir nicht. Punkt. Ist so. Da hilft kein Jammern.

        Wir können nur die noch lebenden Exemplare in Zoos halten, bis sie sich durch Gendefekte, entstanden durch Inzucht, selbst dezimieren.

        Wie ließe sich dies aufhalten?
        Wir müssten eben auf 40qm² leben, damit mehr Platz für Natur entsteht. Wir dürften keine Erdbeeren im Winter haben wollen, dann würde in Malaysia kein Urwald für Erdbeerfelder gerodet werden. Wir müssten unsere Ernährung prinzipiell völlig umstellen. Will das jemand?
        Nein. Wir wollen dass die ANDEREN das tun. Damit die Tiere leben können, in Freiheit.

        Und wir machen so weiter, wie bisher.

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    • WernerBln sagt:

      Wenn wir evtl. auch völlig unterschiedlicher Meinung über die persönliche Akzeptanz der von Ihnen beschriebenen Konsequenzen sind (mit mir nicht):

      Sehr treffend finde ich an Ihrem Beitrag die Beschreibung gewisser G..menschen. Ich lebe in einer nicht grade billigen Wohngegend als „konservative Minderheit“ inmitten von vielen wohl etablierten „progressiven“ Mitmenschen, die sich zu jeder Gelegenheit über die Ungerechtigkeit des Systems auslassen, zu Demos und Bürgerinitiativen rennen, um diese schlimme Welt zu verbessern.
      Na und wenn ich so aus dem Fenster sehe und die immer größeren und teureren Fahrzeuge dieser Nachbarn erblicke …? Wenn ich in eines der preislich nicht grade auf „Fastfood Niveau“ operierenden Restaurants, natürlich mit ausländischen Spezialitäten (von wegen Nachhaltigkeit) gehe, wen sehe ich da? Die von Ihnen zitierte Wohnung von 40 qm gibt es hier gar nicht, unter hundert ist schon klein und über 100 qm ist Standard (Altbau)!

      Also in so einer Umgebung lässt sich natürlich hervorragend und entspannt über das Elend dieser Welt fabulieren!

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