Deutschland begeht Selbstmord

Nein das sind nicht meine Worte. Sondern die sprach der Diktator vom Bosporus in einem Interview mit dem ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

Er kritisierte, dass er anlässlich des G20-Gipfels nicht mit seinen Landsleuten sprechen könne. „Deutschland muss diesen Fehler korrigieren“, meinte er allen Ernstes. Ich finde, er soll froh sein, dass ein Diktator in Deutschland einreisen darf. Willkommen ist er jedenfalls, so glaube ich, bei einem großen Teil der Bevölkerung nicht.

Über die Bemühungen Berlins im Fall des seit nunmehr 140 Tagen in türkischer Haft sitzenden Journalisten Deniz Yücel sagte Erdogan, „er könne nicht verstehen, dass man sich für eine Person so einsetzt“. Klar doch, dass er das nicht verstehen kann, kann ich gut verstehen. Und weiter: „Dass Frau Merkel überhaupt die Rettung eines Terrorverdächtigen auf die Tagesordnung bringt, war für mich auch sehr, sehr sonderbar.“ Hallo Diktator Erdogan sie spricht am Donnerstag sogar mit einem. Dann kommt er nämlich leider nach Deutschland.

Der GRÜNEN-Parteivorsitzende Cem Özdemir nannte kürzlich Erdogan einen „Operettensultan“. Das ist viel zu nett formuliert. Wer andersdenkende einsperrt und als Terroristen bezeichnet, wer die Opposition praktisch ausschaltet, ist für mich ein lupenreiner Diktator. Es ist schon unangenehm genug, dass er hierher kommt, nur sollte er sich von dem Glauben freimachen, dass die Bundesrepublik zu des Diktators Muftireich gehört. Und ich hoffe, dass die Bundeskanzlerin ihm das eingehend klar macht. Auch wenn sie natürlich Wert darauf legt, dass viele schöne Bilder von dem Gipfel gezeigt werden. Das passt so schön in den Wahlkampf.