Moment mal: Ist das links?

Jeder hat die erschreckenden Bilder des vergangenen Wochenendes noch im Kopf. Und nun geht es in den Medien und den politischen Parteien weiter.

Statt eine klare Front gegen Randalierer und Gewaltverbrecher durch alle Schichten der Gesellschaft geht, wird sich wieder auf das gewohnte rechts, links denken zurückgezogen. Es mag ja sein, dass unter diesen Chaoten des vergangenen Wochenendes einige waren, denen das linke Spektrum näher ist als das rechte. Aber es wäre albern diese Gewalttaten denen in die Schuhe zu schieben die damit nichts zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen.

Wenn z. B. Herr Spahn von der CDU meint, es Wahlkampftechnisch ausschlachten zu müssen so ist das genauso kontraproduktiv wie die Bemerkung der Linkspartei-Chefin Katja Kipping, die quasi alles auf die Polizei schiebt. Beide merken offensichtlich vor lauter parteipolitischer Verblendung nicht, wem sie hier in ihr dämliches Treiben spielen. Statt gemeinsam ein Zeichen gegen diese Gewaltverbrecher zu setzen, wird sich in politische Grabenkämpfe geflüchtet. Und ich warte nur darauf, dass der Ruf nach schärferen Gesetzen laut wird. Mehr fällt „unseren“ Politikern ohnehin nicht mehr ein.

Weshalb die Situation in Hamburg derart eskalieren konnte, muss aufgearbeitet werden. Hier sind alle Verantwortlichen gefordert in einer sachlichen Bestandsaufnahme die nötigen Schlüsse aus dem was schief gelaufen ist zu ziehen. Es ist allerdings zu befürchten, dass genau das nicht geschehen wird.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

19 Kommentare zu “Moment mal: Ist das links?

  1. rabohle sagt:

    Genau das meine ich mit s/w Denken, bzw. Scheuklappen.

    Es werden Schubladen aufgemacht und zugeteilt. Es werden Äußerungen angegriffen, weil sie von der oder der Partei kommen – inhaltliches Interesse gleich Null.

    Ich denke, es waren weder links noch rechts, sondern nur Böse (statt Gut). Diese Gewalttäter hatten auch keine politischen Hintergründe (sie sind teilweise sogar auf Anwohner losgegangen, die löschen wollten), sondern offenbar nur „Spaß“ am Terror und blinde Zerstörungswut.

    Politisch kann man das ebenso wenig zuordnen, wie das teilweise hilflose/tatenlose Zusehen der Sicherheitskräfte, also deren Versagen.

    Schubladendenken hilft also nicht.

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  2. WernerBln sagt:

    Sorry, jetzt platzt mir wirklich der Kragen:

    „Weshalb die Situation in Hamburg derart eskalieren konnte, muss aufgearbeitet werden.“

    Was denn an Offensichtlichem hinsichtlich der Brandschatzungen noch „aufgearbeitet“ werden soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft (das Geschehen war rund um die Uhr für jeden live im TV zu bewundern). Was bei der Aufarbeitung rauskommt, ist ja seit Jahren (Berliner Erfahrung) klar. Politisches Hin- und Herschieben der Verantwortung, Zerreden der Vorfälle mit null Ergebnis, außer natürlich: Die Randalierer waren nun angesichts des politischen Versagens an gar nichts schuld! Vielmehr waren die Opfer der reaktionären Politik und müssen künftig (noch mehr) aus öffentlichen Quellen gefördert werden!

    Von wegen:
    „Politisch kann man das ebenso wenig zuordnen, wie das teilweise hilflose/tatenlose Zusehen der Sicherheitskräfte, also deren Versagen.“

    Aha! Also die Sicherheitskräfte haben versagt und links autonom (die nennen sich tatsächlich selber so) hat natürlich nichts mit „Links“ zu tun. Glaube ich in dem Moment, wo ich davon überzeugt werde, dass islamistisch nichts mit Islam zu tun hat!

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    • rabohle sagt:

      @Werner
      Wieso „politisches Versagen“?
      Welcher Politiker war denn vor Ort und hat das Einschreiten der Einsatzkräfte verhindert, verspätet zugelassen?
      Das war dienstliches Versagen – und zwar auf ganzer Linie. Oder war der Einsatzleiter etwa politisch motiviert, nicht einzuschreiten?
      Die Sicherheitskräfte sollen für Sicherheit sorgen. Haben sie das?

      Und Obacht: Ich will diese Gewaltverbrecher weder verteidigen, noch sonst auch nur ein Fünktchen Positives bei solchen Verbrechern finden. Ich denke, darin sind sich alle Einig, die hier schreiben.

      Aber diese Verbrechen waren nicht politisch motiviert, sondern diese Ar…löcher lieben nur Randale, Terror und Zerstörung, egal, gegen wen es sich richtet.
      Daher ist es kein Politikum, sondern allein eine Frage des Strafrechtes.
      Solche Idioten treffen sich auch ohne politsichen Anlass – jeden Samstag können Sie das in Stadionnähe beobachten – es sind genau die gleichen (unpolitischen) Radaubrüder.

      Ich denke, ALLE sind sich hier einig. Solche Typen sind brutale Straftäter, die entsprechend bestraft werden müssen.

      Aber es ist grundlegend falsch, voreilig bestimmte politische Schlüsse zu ziehen und erst einmal sofort den politischen Gegner zu beschmutzen.

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      • WernerBln sagt:

        Ich habe aus Erfahrung eine eigene Vorstellung davon, wie hoch die Entscheidungsbefugnis auf einmal angesiedelt wird, wenn es um derart „hochkarätige“ Ereignisse geht. Wenn es denn kritisch wird, entscheidet selbstredend keiner der „Ansichzieher“ bzw. ist natürlich nicht erreichbar, falsch beraten usw.!
        Das Ergebnis dann auf die Beamten „vor Ort“ abzuwälzen zu wollen, ist zum K…!

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        • rabohle sagt:

          Nicht auch „die Beamten“ – bitte lesen Sie sorgfältiger. Die einzelnen Polizisten vor Ort waren arme Schweine und nicht zu beneiden.
          Aber die Verantwortlichen, die wohlgeschützt in der Zentrale oder im Einsatzwagen sitzen und eben nichts angeordnet haben,

          Und sollte die „Entscheidungsbefugnis“ nicht jeder Zugführer selbst haben, wenn es Akutprobleme sind?

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    • sigurd6 sagt:

      @WernerBln: Eigentlich hat @rabohle in seiner Antwort schon fast alles geschrieben. Jedoch finde ich es erstaunlich, wenn Ihnen beim Versuch an die Geschehnisse von Hamburg einigermaßen neutral ranzugehen der Kragen platzt.

      Dass es eine Aufarbeitung der zuständigen Stellen geben wird, sollte auch Ihnen bekannt sein. Und hier werden intern Fehler angesprochen, die man extern lieber nicht anspricht. Sollte eigentlich auch bekannt sein.

      Und Links ist kein geschützter Begriff. Jeder kann sich also links nennen, ob er das nun ist oder einfach seine Verbrechen unter diesem Deckmantel begeht, kann man nicht beeinflussen. Natürlich wird es von einer politischen Seite gerne gesehen, wenn diese Verbrecher den sogenannten linken Parteien untergeschoben werden. Passt prima in den Wahlkampf. Allerdings finde ich es erfreulich, dass selbst einigen Unionspolitikern dies einfach zu plump ist und sie sich von dieser Art der Diskussion distanzieren.

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      • WernerBln sagt:

        Nein, ich haue Ihnen jetzt hier nicht diverse Links rein, in denen die Stellungnahmen von links für sich selber sprechen. Nur soviel, an den Vorfällen ist nach meiner Überzeugung gar nichts „neutral“ zu betrachten. Das war Terrorismus und zwar links motivierter.

        Allerdings ist es natürlich richtig, dass nicht alles „links von der SPD-Mitte“ dafür verantwortlich ist. Richtig ist aber auch, dass jeder, der meint einer „weltverbessernden“ Ideologie oder Religion anzugehören das Problem hat, mit Radikalen, die sich genau darauf berufen, umgehen zu müssen. Will sagen, mich stört die Rummeierei der Linken in dieser Hinsicht genauso, wie die Rummeierei der Moslems. Die Litanei, „nichts hat mit nichts zu tun“ hilft da auch nicht weiter.

        Den von allen etablierten Parteien verfolgten Kurs, den jeweiligen Gegner für die Ereignisse verantwortlich zu machen, kann ich nur als widerwärtig bezeichnen!

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  3. nana sagt:

    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1451018668300206&id=386001714801912&ref=m_notif&notif_t=plan_edited

    Hier melden sich einige Gewerbetreibende aus dem Schanzenviertel zu Wort. Ist Facebook, geht aber vielleicht trotzdem.

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  4. Helen sagt:

    Warum soll ich andere Zeitungsbeiträge lesen, ich habe eine eigene Meinung und hier hat jede Zeitung auch eine andere/eigene. Mich interessieren hier die Meinungen der User, die sich mit den Geschehnissen auseinandersetzen. Also -ich verlinke nichts und lasse andere linksliegen.Vielleicht bin ich hier selten zugange.

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