Ist eine Quote für E-Autos sinnvoll?

Der Spitzenkandidat der SPD Martin Schulz plädierte für eine Quote bei E-Autos und die Kanzlerin fegte diesen Vorschlag sogleich vom Tisch.

Dabei wäre es durchaus angebracht mal darüber nachzudenken. Vor Jahren gab es eine Abwrackprämie für Autos um die Autoindustrie anzukurbeln. Weshalb denn nicht eine Abwrackprämie für Autobesitzer die bereit sind sich ein E-Auto zu kaufen? Ganz einfach, die Infrastruktur stimmt einfach nicht. In Berlin z. B. muss man lange suchen um überhaupt eine Elektrozapfsäule für ein E-Auto zu finden und wenn das schon in einem Ballungszentrum nicht funktioniert, wie soll es dann erst auf dem Land aussehen?

Wenn der hoffentlich bald gewesene Verkehrsminister seine Energie nicht in aberwitzige Mautpläne gesteckt hätte, sondern mehr der Weiterentwicklung des E-Autos so wäre Deutschland wahrscheinlich schon viel weiter. Doch ein Minister ohne Weitblick hat dazu geführt, dass die Autoindustrie sich nur sehr halbherzig um die Weiterentwicklung des E-Autos kümmerte.

Und den Ausbau der Infrastruktur für E-Autos hat er genauso vernachlässigt. Aber und jetzt kommt das große aber, bringt es überhaupt etwas auf E-Autos zu setzen? Darauf gibt es mit Sicherheit keine seriöse Antwort. Ich frage mich z. B., wie das aussehen würde, wenn in Deutschland Millionen E-Autos fahren würden. Der Strom und die Ladestationen dafür müsste dann vorhanden sein. Würde das nicht eine unglaubliche Belastung der Stromnetze, die heute oftmals schon an ihre Grenzen kommen, bedeuten? Und die Reichweite der E-Autos spricht nicht für einen Urlaub mit dem Auto. Wenn man für die Reise nach Österreich zwei Übernachtungen einplanen muss, so mag das einen gewissen Reiz ausüben um sich selbst etwas zu entschleunigen, fraglich bleibt, ob der Bundesbürger dazu bereit ist.

Schon deshalb halte ich es für sehr fragwürdig nur auf die Elektroenergie bei Autos zu setzen. Seit Jahren schon gibt es Tests mit Wasserstoff, der ebenfalls sehr umweltverträglich ist. Aber wie bei dem Elektroantrieb scheint die deutsche Autoindustrie wenig Ehrgeiz für eine Weiterentwicklung zu entwickeln. Es scheint fast so, als würden die Manager der Autoindustrie hierzulande sehenden Auges in die Belanglosigkeit fahren. Getreu dem Motto was kümmert mich, was in 20-30 Jahren sein wird. Hauptsache mein Profit stimmt und die Aktionäre sind zufrieden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

4 Kommentare zu “Ist eine Quote für E-Autos sinnvoll?

  1. WernerBln sagt:

    Da kann ich mal wieder vollinhaltlich anschließen. Außer als fahrbare Einkaufstasche mit eigenem Grundstück und Außensteckdose sowieso unbrauchbar, von der Reichweite für Überlandfahrten mal ganz zu schweigen. Ich sehe da auch mittelfristig keinen entscheidenden technischen Durchbruch. Wieso man die Wasserstoffverbrennung völlig ignoriert entzieht sich auch meinem Verständnis; Verbrennungsmotoren mit vernünftiger Reichweite, einfache Betankung und und…! Aber evtl. bringt ja auch zu diesem Thema ein Studium der Physik i.V.m. einer unendlichen „Umdenkfähigkeit“ völlig neue Erkenntnisse
    😉

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  2. rabohle sagt:

    Wer eine Quote fordert, sollte selbst erst einmal ein E-Auto fahren (müssen).

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