Moment mal: Trumps Theorie?

Es ist noch nicht lange her, da warf der amerikanische Präsident dem Rest der Welt das Klimaabkommen von Paris vor die Füße. Klimaveränderung ist nur, wenn es der amerikanischen Wirtschaft dient, so denkt er. Wahrscheinlich verwarf er das Abkommen auch deshalb, weil es sein Vorgänger im Amt unterzeichnet hatte und für ihn alles was sein Vorgänger Obama veranlasste Quark ist. Siehe auch die Gesundheitsreform, die er kippen wollte.

Seit der Hurrikan Harvey jedoch die Staaten Texas und Louisiana heimsuchte und große Verwüstungen anrichtete, scheint auch ihm bewusst geworden, dass die Klimaveränderung kein Hirngespinst der Chinesen ist, wie er es im Wahlkampf behauptet hatte. Houston seit Tagen unter Wasser, weite Teile an der Küste bis weit ins Binnenland stehen noch immer unter Wasser und erst, wenn das Wasser sich zurückgezogen hat, kann man wahrscheinlich das gesamte schreckliche Ausmaß sehen. Und ein neuer Hurrikan kündigt sich schon an, wie man heute hören konnte.

Wird diese Naturkatastrophe den Präsidenten zumindest zum Nachdenken bringen, ob es tatsächlich eine Klimaveränderung geben könnte? Wie sagte der EU-Ratspräsident Tusk in einem Interview anlässlich des Gipfels in Sizilien? Man habe dem amerikanischen Präsidenten mit einfachen Worten versucht, die Klimaveränderung zu erläutern. Was in der diplomatischen Sprache doch eine recht deutliche Einschätzung des Präsidenten war. Nun, die einfachen Worte waren damals wohl nicht einfach genug. Der Hurrikan Harvey hat hier eine deutlichere Sprache gesprochen. Eine, die vielleicht sogar der amerikanische Präsident versteht.

Hurrikans gab es vor Harvey und sie wird es nach Harvey geben. Doch sie werden seit Jahren immer kräftiger und zerstörerischer.

In Südostasien wütet der Monsun und bisher sind ca. 2100 Menschen gestorben. Sintflutartige Regenfälle verwandeln riesige Landschaften in eine große Seenlandschaft. Menschen die eh kaum etwas zum Leben haben wird auch noch ihre letzte Habe genommen und wie es scheint gehen die Regenfälle weiter. Was das für die Landwirtschaft bedeutet, kann sich wohl jeder ausmalen. Einige Regionen stehen wohl wochenlang unter Wasser und sind praktisch unbewohnbar. Ein Zustand, den wir uns hier kaum vorstellen können. Da scheinen die Regenfälle der letzten Monate bei uns fast unbedeutend, auch wenn es der nasseste Sommer seit den Wetteraufzeichnungen in Berlin und Brandenburg war.

Nein das haben die Chinesen nicht erfunden. Das Klima ändert sich und wird sich weiter ändern. Je weniger wir für eine Klimaverbesserung tun, je schneller. Wenn das die maßgeblichen Menschen, die an den Hebeln der Macht sitzen, nicht endlich begreifen, wird es irgendwann zu spät sein. Dann werden die nachfolgenden Generationen die des 20. Jahrhunderts irgendwann verfluchen. Aber das kann uns dann ja egal sein. Sollte es aber nicht. Wie war der Spruch doch gleich noch mal? „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen“. Und wie Menschen mit geliehenen Sachen umgehen kann man immer wieder beobachten.

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5 Kommentare zu “Moment mal: Trumps Theorie?

  1. ballblog sagt:

    Er bastelt sicher schon an einem Dekret, demzufolge jeder Monsun „Donald“ heißen muß.

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  2. rabohle sagt:

    Trump und Nachdenken?

    🙂 🙂

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