Wir sind dafür, dass wir dagegen sind …

… oder doch nicht so ganz?

Wer jetzt grübelt, wie meint er das, dem sei gesagt das ist die Schlingerfahrt der CDU zur Offenhaltung des Flughafens Tegel in Berlin.

Eberhard Diepgen der ehemalige Regierende Bürgermeister der CDU war es der vor Jahrzehnten, muss ja jetzt schon fast sagen, die Vereinbarungen zwischen dem Bund und Berlin/Brandenburg für die Schließungen der Flughäfen Tempelhof und Tegel unterzeichnet hat. Damit wurde der Weg für den Neubau des Flughafens BER frei gemacht. Niemand rechnete damals damit, dass der Bau eines Flughafens die daran beteiligten Firmen total überfordern würde. Die ursprüngliche Eröffnung des Flughafens sollte im Jahre 2011 sein.

Für den Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus sah die FDP die große Chance in das Abgeordnetenhaus einzuziehen, und zwar mit einer einzigen Kampagne. Sie machte sich für den weiterbetrieb des Flughafens Tegel stark. Auch wenn der Flughafen BER irgendwann ans Netz gehen sollte. Und es funktionierte. Mittlerweile wird es dazu am Tag der Bundestagswahl auch einen Volksentscheid geben. Und das obwohl eigentlich völlig klar ist, dass ein Fortbestand des Flughafens Tegel finanziell ein Fass ohne Boden sein dürfte, von der rechtlichen Seite mal ganz abgesehen.

Aber das scheint die CDU auch nicht zu stören. Denn auch sie witterte nun Morgenluft, denn schließlich möchte man in Berlin irgendwann mal wieder an die Futtertröge sprich Senatsposten. Also kehrt Marsch. Nachdem die CDU immer für die Schließung der Flughäfen war, schließlich war es ja auch ein CDU-Regierender der das unterschrieben hatte, machte sie nun eine Befragung der CDU-Mitglieder. Und der überwiegende Teil war für die Offenhaltung. Mittlerweile war auch der „fähigste“ Bundesverkehrsminister aller Zeiten Dobrindt auf den Zug aufgesprungen. Doch die Bundeskanzlerin sagte in aller Deutlichkeit, dass sie für die Schließung des Flughafens, schon aus rechtlichen Gründen, ist. Stellte sich also gegen den Mitgliederentscheid der Berliner Parteifreunde.

Die Berliner Parteivorsitzende Grüters saß nun plötzlich zwischen allen Stühlen. Mit einer besonderen Entscheidungskraft war sie bisher ohnehin nicht aufgefallen. Sie steht der Kanzlerin sehr nahe, hat nun aber auch den Mitgliederentscheid, den sie maßgeblich forciert hatte, an der Backe. Was nun? Urplötzlich kommt nun eine Offenhaltung auf Zeit ins Spiel. Wohl wissend, dass das alle Pläne die man für die Betreibung des Flughafengeländes nach der Schließung hat, verzögern würde und damit eventuell platzen könnten, weil Investoren die Lust oder den Glauben an das Projekt verlieren.

Man kann nur hoffen, dass die Berlinerinnen und Berliner diesem Spielchen am 24. September eine klare Absage erteilen und dem durchsichtigen Spiel der CDU/FDP endlich ein Ende bereiten.