Moment mal: Ja wie denn nun?

„Wir gehen in die Opposition. Wir haben den Wählerauftrag verstanden. Die Große Koalition wurde heute abgewählt“. Könnt ihr euch an die Sprüche der SPD-Politiker erinnern?

Also ich schon, aber der SPD-Abgeordnete und ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD Thomas Oppermann leidet offensichtlich an Gedächtnisschwund. Denn auch er posaunte diese Slogans am Wahlabend hinaus. Nun jedoch kann er sich eine Fortführung der Großen Koalition durchaus vorstellen. Wenn, ja wenn Kanzlerin Angela Merkel zurücktritt. Da wird man in der CDU aber rotieren, schnell auf die Kanzlerin einreden, damit sie den Weg frei macht für eine Große Koalition. Er wurde jedoch von der SPD-Vizechefin Manuela Schwesig zurückgepfiffen. So richtig jedoch hat man sich in der SPD wohl noch nicht mit der Opposition abgefunden.

Einen grandiosen Einstieg als Fraktionsvorsitzende der SPD hatte Andrea Nahles. Sie gab sich gleich kämpferisch und sagte an die Adresse der CDU, „ab morgen kriegen sie in die Fresse“. Hoppla da hat sie sich wohl etwas im Ton vergriffen. Bleibt zu hoffen, dass das kein Vorgeschmack auf das Niveau der kommenden Bundestagsdebatten war. Wer solch platte Sprüche loslässt, sollte sich über noch plattere Sprüche der AfD nicht aufregen.

Und wäre das schon nicht genug, jetzt melden sich auch noch die Veteranen der SPD mit guten Ratschlägen an die SPD-Führung zu Wort. Schröder, Müntefering und von Dohnanyi sie wissen auch etwas und geben Ratschläge, die wahrscheinlich niemand hören möchte. Besonders Schröder und Müntefering mit denen die Talfahrt der SPD begann, sollten sich tunlichst zurückhalten.

Aber so bleibt es spannend und man kann schon darauf warten, wer sich noch zu Wort meldet.

8 Kommentare zu “Moment mal: Ja wie denn nun?

  1. ballblog sagt:

    Ein Herausgeber der FAZ mit einem glossierenden Rundumschlag hat sich gemeldet:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fraktur/fraktur-gefundene-s-fresse-n-15224086.html

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  2. WernerBln sagt:

    Wie schon erwähnt, die „Etablierten“ drehen alle nur noch am Rad.

    Ich befürchte auch, dass es zu Jamaika kommt, obwohl sich kein logisch Denkender vorstellen kann, wie denn in einer solchen Koalition die Vorstellungen -z.B. von CSU und Grünen- zusammenpassen sollen. Im günstigsten Fall bedeutet das 4 Jahre politischer Stillstand, im ungünstigsten Fall verstärkt es den Eindruck, dass es den Akteuren gar nicht um die angeblich hehren Werte geht, sondern nur um Macht und Posten.

    Dass „Mister 100%“ eine absolute Fehlbesetzung der SPD ist, sage ich schon seit seiner Inthronisation. Insofern finde ich auch das Statement von Dohnanyi bemerkenswert richtig.

    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-maischberger-spd-grande-von-dohnany-hat-schulz-nicht-gewaehlt_id_7646696.html

    Richtig ist m.E. auch, dass Merkel nur noch Garant für weitere Katastrophen in den nächsten Jahren ist, wenn sie niemand entfernt, ebenso wie den zahnlose Tiger aus Bayern. An soviel glückliche Fügung traue ich mich allerdings nicht zu glauben!

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  3. Helen sagt:

    Warum so abwertend über die alten Herren? Wenn ich meinen Enkel rumwerkeln sehe, dann kann ich ihm auch Ratschläge geben, ob er sie befolgt ist dann seine Sache. Natürlich wollen die Sprößlinge ihre eigenen Erfahrungen machen, mirunter wissen sie sowieso alles besser, aber im Nachhinein kann dann doch etwas Brauchbares herauskommen. Dann zählen Ergebnisse und dann das hätte, hätte, hätte, ja manchmal kann es klappen.

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