Sind wir nicht Meister …

… im Verdrängen?

Es ist ja auch so erfreulich. Ist man früher über die Autobahn gefahren, war die Windschutzscheibe übersät mit toten Insekten. Eine längere Autobahnfahrt machte aus einem praktisch einen Massenmörder. Die Zeiten scheinen jedoch erst einmal vorbei zu sein. Denn was den Autofahrer freuen mag, ist für die Natur und damit auch für uns eine Katastrophe.

Ich hatte es in all den Jahren, seit ich blogge immer wieder thematisiert, doch interessiert hat es eigentlich kaum jemanden. Es ist ja auch viel einfacher, das Insektensterben zu verdrängen. Sollen doch die Generationen nach uns sehen wie sie damit klar kommen. Doch wenn es so weitergeht, werden auch wir, die im fortgeschrittenen Alter sind es zu spüren bekommen.

In einigen Gegenden der Bundesrepublik ist der Insektenbestand um 75 Prozent zurückgegangen. Das war auch bei den Vögeln zu spüren, denn der Vogelbestand in Deutschland hat sich mittlerweile dramatisch verringert. Die Imker merken es. Honig wird immer wertvoller, da es immer weniger Bienen gibt. Sie sind wichtig für das Bestäuben der Pflanzen und wenn es so weiter geht, wird es das ökologische Gleichgewicht nicht mehr geben. Denn jedes Lebewesen hat in dieser Welt seine Funktion. Mag es uns sympathisch sein oder nicht, es ist für den Gleichklang der Natur wichtig.

Wenn hier nicht bald ein Umdenken einsetzt und die Politik auch mit unpopulären Maßnahmen der Entwicklung versucht, wenigstens Einhalt zu gebieten, wird es immer schneller zu spüren sein. Es ist 5 Minuten vor 12, wenn nicht sogar schon weiter.

Aber verdrängen ist halt doch viel bequemer. Und eine fasst saubere Windschutzscheibe nach einer Autobahnfahrt, hat ja auch ihre Reize.

Na dann, schönes Wochenende.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

6 Kommentare zu “Sind wir nicht Meister …

  1. Helen sagt:

    Uns ist dieses Jahr besonders aufgefallen, wir haben keine Fliegen mehr, auch das Fenster kann man unbesorgt bei Lampenschein offen lassen, kein Nachtschwärmer kommt mehr und vor allem die Mücken sind weg, nicht eine einzige in diesem Sommer war bei uns. Da keiner mehr auf dem Feld arbeiten will, werden eben die Plagegeister mit anderen Mitteln getöt. Es ist ja so einfach, die körperliche!!! Arbeit wird auf Technik und Pestizide abgewälzt (damit der Bauch dann stramm überm Lenkrad hängt, meistens schafft er auch das nicht mehr und liegt faul auf). Meine Burschen (Meisen und Spatzen) kommen auch nur noch selten, es sind nicht mehr alle Nester an den Häusern und Ritzen belegt worden. Ich höre lieber auf….

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    • sigurd6 sagt:

      Das war in diesem Jahr schon sehr drastisch. Wir haben uns schon gefreut, wenn man mal eine Hummel sah. Auch die sonst so ungeliebten Wespen waren kaum aufgefallen.

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  2. nana sagt:

    Ja, es ist wirklich dramatisch. Allerdings glaube ich nicht, dass sich von poltischer Seite etwas ändert. Wenigstens nicht auf oberster Regierungsebene, denn die Grünen verkaufen ja gerade ihre „Seele“.

    Aber wichtig ist, dass z. B. Landwirte umdenken, schließlich entziehen sie sich letztendlich auf lange Sicht ihre eigene Existenzgrundlage. Oder aber wir leben in 10 Jahren nur noch von synthetischer Nahrung oder Pflanzen gedeihen nur noch aus Monsanto-Saatgut.

    Ein guter Artikel zum Thema:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/insektensterben-rettet-die-insekten-1.3717164

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    • sigurd6 sagt:

      Von politischer Seite ist schon wegen des Lobbyismus im Bundestag diesbezüglich kaum etwas zu erwarten. Einige Landwirte haben schon umgedacht, doch es sind eben viel zu wenige.

      Die Entwicklung kann man durchaus als dramatisch bezeichnen. Nur es stört offensichtlich kaum jemanden. Solche Themen werden eben lieber verdrängt.

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  3. WernerBln sagt:

    Offensichtlich regional sehr unterschiedlich! Als die Meldung in den Medien kam, war meine Ehefrau grade unterwegs zu Schwiegermutter in der Uckermark und nach rund 100 Kilometern war die Frontscheibe reif für eine gründliche Reinigung; auf der Rückfahrt die ganze Kiste reif für die Waschanlage zur „Leichenbeseitigung“!

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    • sigurd6 sagt:

      Das hatte ich dieses Jahr überhaupt noch nicht und wir waren viel auf Autobahnen und Landstraßen unterwegs. Anfangs ist es mir auch gar nicht aufgefallen, aber als ich nach einer längeren Autobahnfahrt eine fast saubere Frontscheibe hatte, war ich sehr erstaunt.

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