Moment mal: Was für eine Frage

In den letzten Tagen hörte man immer wieder, „wie soll man mit der AfD im Bundestag umgehen“?

Ist das nicht eine Frage, die man sich auch 1983 stellte, als die GRÜNEN erstmals in den Bundestag einzogen? Was war das für ein Aufruhr und glaubte man den etablierten Parteien, so war die Demokratie in der Bundesrepublik ernsthaft gefährdet durch den Einzug der GRÜNEN. Sie wurden boykottiert und aus Gremien ferngehalten, da man glaubte, sie würden Geheimnisse verraten. Als die SPD mit den GRÜNEN eine Koalition einging, grenzte das in den Augen der CDU/CSU/FDP fast an Landesverrat. Alles schon vergessen? Und heute? Ja heute sind die GRÜNEN als möglicher Koalitionspartner einer CDU/CSU/FDP/GRÜNEN-Regierung im Boot. So ändern sich die Ansichten.

Nun aber zu der Frage wie man mit der AfD im Bundestag umgehen sollte. Ihr großartigen Politikerinnen und Politiker die ihr solche Fragen stellt, sie ist ganz einfach zu beantworten. Mit einer Politik die dafür sorgt, dass sich die, die die AfD wählten von euch mitgenommen fühlen. Indem die Menschen die durch Niedriglohn nicht wissen wie sie über den Monat kommen sollen, so viel verdienen, dass sie nicht noch auf staatliche Hilfe zurückgreifen müssen. Ihr euch endlich mal Gedanken macht, und zwar ernsthaft, weshalb die AfD mit 12 Prozent in den Bundestag eingezogen ist und es nicht nur bei dem üblichen bla bla bleibt. Denn mehr kam bisher leider nicht heraus als die ewig gleichen Sprüche an jedem Wahlabend. Dafür sorgt, dass der Wirtschaftsaufschwung von dem ihr so gerne redet auch bei denen ankommt, die dafür hart arbeiten. Und nicht zuletzt der AfD im Bundestag mit demokratischen Mitteln begegnet.

Jedoch aus all dem was ich bisher von Politikern und Politikerinnen zur AfD hörte, habe ich wenig Hoffnung, dass ihr überhaupt begriffen habt, wieso die AfD in den Bundestag eingezogen ist.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

18 Kommentare zu “Moment mal: Was für eine Frage

  1. Dieter sagt:

    Genau das ging mir durch den Kopf, als ich die diversen Debatten in den Nachrichten hörte.
    Genauso wie die Grünen ist die Afd keine geschlossene Partei, sondern besteht aus vielen Splittergrüppchen, die bereits anfangen sich abzugrenzen und abzuspalten.
    Nun ist es viel Wichtiger für die Politiker zu zeigen, dass sie auch mit der Afd umgehen können.

    Gefällt 1 Person

  2. brathahn sagt:

    Treffender kann man das wohl nicht ausdrücken! 👍

    Gefällt 1 Person

  3. Elli sagt:

    Sehr gut beschrieben! Bin der selben Meinung.
    Ich finde, man sollte den Menschen einfach generell deutlicher machen, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll Wählen zu gehen, nicht aus purem Protest so eine Partei zu wählen!

    Gefällt 1 Person

  4. rabohle sagt:

    Vermutlich soll vom eigenen Versagen abgelenkt werden.

    Gleichwohl muss man immer den Daumen auf die „Spielchen“ der AfD legen, denn es ist eben keine Partei, die für demokratische Grund- und Freiheitsrechte steht.

    Gefällt 1 Person

  5. nana sagt:

    Die „richtige“ Politik zu machen ist die eine Seite. Im Umgang mit den AfD-Abgeordneten darf allerdings bitte keine Normalität einkehren. Jeder, der mit denen irgendwie zusammenarbeitet (schon geschehen, denn schließlich bekam Glaser trotz allem mehr Stimmen als seine Fraktion groß ist) sollte sich darüber bewusst sein, mit wem er/sie sich dann gemein macht. Ich setze den Link hier erneut (hatte ich schon mal, glaube ich):

    http://www.sueddeutsche.de/politik/bundestagswahl-diese-abgeordneten-sitzen-fuer-die-afd-im-bundestag-1.3680882-2

    Und als „Zugabe“ setze ich hier mal die Rednerliste rein, die für die kommende Pegida-Veranstaltung in Dresden bis jetzt veröffentlicht wurde. Da wächst zusammen, was zusammen gehört.

    Götz Kubitschek (Sezession-Antaios-Einprozent)
    Tommy Robinson (PEGIDA UK)
    Michael Stürzenberger (freier Journalist & Patriot)
    Renate Sandvoß (Journalistenwatch)
    Jürgen Elsässer (COMPACT-Magazin)
    Martin Sellner (Identitäre Bewegung)
    Jens Maier (MdB AfD)

    Gefällt 1 Person

    • nana sagt:

      Ach und bitte: Hört mir uff, AfD und Grüne irgendwie zu vergleichen.

      Gefällt mir

      • sigurd6 sagt:

        Es gibt keinen Vergleich zwischen GRÜNEN und AfD. Es gibt nur den Vergleich der Reaktionen auf den Ersteinzug der Parteien in den Bundestag und diese sind durchaus vergleichbar. Auch wenn sie damals bei den GRÜNEN noch etwas krasser waren als jetzt bei der AfD.

        Gefällt mir

  6. WernerBln sagt:

    @Sigurd6

    Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Mit Geschäftsordnungsmätzchen (Alterspräsident) wird man den Anteil der AfD nur noch steigern. Ich muss eingestehen, dass mich wider Erwarten da die Eröffnungsrede von Herrn Solms angenehm überrascht hat

    https://www.fdpbt.de/pressemitteilung/110398

    Und natürlich gibt es sehr deutliche Parallelen im Verhalten der „Etablierten“ bei Einzug der Grünen, auch der PDS und heute der AfD.

    Bonmot am Rande:
    Immerhin hat sich ja schon Frau Nahles traditionsbewusst „auf die Fresse hauen“ als politisches Konzept erkoren, ganz im Sinne von Holger Börner „Ich bedauere, dass es mir mein hohes Staatsamt verbietet, den Kerlen selbst eins auf die Fresse zu hauen. Früher auf dem Bau hat man solche Dinge mit der Dachlatte erledigt“; gemeint waren damals allerdings die Grünen!

    Gefällt 1 Person

    • rabohle sagt:

      Da halte ich natürlich gegen:

      „Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt“
      „Denkmal der Schande“
      „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“
      „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann.“
      „Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“
      „Quotenneger“ (Dubravko Mandic, Vorsitzender des baden-württembergischen AfD-Schiedsgerichts, über US-Präsident Barack Obama)

      Das Problem ist nur, im Gegensatz zu den (zugegebenermaßen unpassenden) Äüßerungen Nahles/Börner meinen die AfD-Leute das ernst und wollen es auch so durchsetzen.

      Gefällt 2 Personen

    • sigurd6 sagt:

      @WernerBln: Die Rede von Herrn Solms habe ich mir durchgelesen. Es liest sich ja alles sehr schön, ist aber leider nur Wunschdenken und ich glaube das weiß er auch. Sie aber sachlich vorgetragen und das ist, leider, nicht oft der Fall in den letzten Tagen.

      In der mutmaßlichen Koalition von CDU/CSU/FDP/GRÜNEN kracht es ja schon, bevor man überhaupt richtig verhandelt. Das kann ja heiter werden.

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.