Moment mal: Aufbruch ins …

… wie es immer war

Was haben sie gerungen und nach einer 24 Stunden-Marathonsitzung ein Sondierungspapier hingelegt, dass einem die Spucke wegbleibt. Alles wird „neu“ in dem Versuch eine Koalition derer hinzubekommen die bei der letzten Wahl ja „nur“ 14 Prozent verloren haben.

Die SPD wollte sich in der Opposition erneuern und steht nun vor einer Zerreißprobe. Wohl einer der größten ihrer Geschichte. Denn mit Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht bringen zwei eine neue linke Sammelpartei ins Gespräch. Und der Zeitpunkt scheint gut gewählt, denn viele SPD-Mitglieder sind mit dem Kurs ihres Vorsitzenden und der übrigen Führungsriege der SPD nicht einverstanden. Zwar wird das was die SPD bei den Sondierungsgesprächen erreicht oder nicht erreicht hat von Martin Schulz als großer Erfolg gefeiert, jedoch ist schon jetzt klar, wer die eigentliche Siegerin ist. Die alte und wahrscheinlich neue Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und somit ist auch klar, es wird weiter gewurschtelt wie bisher.

Die SPD versäumte es, aus Angst als Erpresser dazustehen, in den Sondierungsgesprächen ihre Position konsequenter zu vertreten. Sie vergab erneut eine große Chance zu zeigen, dass sie die Partei sei, die für eine Veränderung der Aussitzpolitik der Kanzlerin bereit ist. Ob die SPD daran zerbrechen kann, wird die Zukunft zeigen. Jetzt beginnt die Bearbeitung der Mitglieder um sie auf die Linie der Parteiführung einzuschwören. Ob das gelingt, wird auch davon abhängen inwieweit die Mitglieder einem Martin Schulz überhaupt noch folgen möchten. Er, der vor knapp einem Jahr der große Hoffnungsträger der Partei war, hat sie in eine sehr missliche Lage gebracht. Man darf gespannt sein, inwieweit die Parteimitglieder bereit sind ihm zu folgen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

13 Kommentare zu “Moment mal: Aufbruch ins …

  1. ballblog sagt:

    Wurschteln ist Zukunft, wie wundervoll. Es ist schwierig, sich damit zu trösten, daß es noch schlimmer hätte kommen können. Davon abgesehen: ist man nach einem 24-Std.-Marathon – und die sind ja alle keine 20 mehr und mit Red Bull zugedröhnt – eigentlich in der Lage irgendwelche politisch weitreichenden Entscheidungen zu treffen?

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  2. WernerBln sagt:

    Na, nun mal nicht so pessimistisch, was die künftige GroKo anbelangt. Ein überragendes Erfolgsergebnis zeichnet sich schon jetzt ab:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spd-chef-martin-schulz-schliesst-ministeramt-nicht-mehr-aus-15394278.html

    Das gilt übrigens auch für die Postenjäger und Speichellecker aus allen übrigen beteiligten Parteien.

    Auch wenn ich viele „Ziele“ der Genossen nun gar nicht teile, kann ich doch den Frust der offensichtlich noch vorhandenen „ehrlichen“ Sozialdemokraten verstehen.

    Was ich von den handelnden Charakteren halte, möge sich hier jeder denken. Näher ausführen werde ich das vorsichtshalber nicht, weil ich ja nicht das Zensurgesetz eines gewissen Saarländers heraufbeschwören will (damit ist ausdrücklich „Erich“ nicht gemeint).

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    • sigurd6 sagt:

      Ich finde der Juso-Vorsitzende von Sachsen-Anhalt hat es gestern kurz und prägnant auf den Nenner gebracht:

      „Angela Merkel hat es sich bequem gemacht in der Großen Koalition. Es ist für sie der einfachste Weg Politik zu gestalten. Die Minderheitsregierung beispielsweise, würde sie dazu verpflichten im Bundestag ihren Standpunkt, wenn sie denn überhaupt mal einen hat, darzustellen und andere davon zu überzeugen“.

      Schon deshalb würde sie niemals eine Minderheitsregierung führen. Denn dann müsste sie tatsächlich die Abgeordneten des Bundestages von ihrer Politik überzeugen. Und das ist nun gar nicht ihr Stil.

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      • nana sagt:

        Eine Minderheitsregierung der CDU/CSU mit Kanzlerin Merkel wäre aber auch irgendwie gruselig. Denn da würden sich gerade in Bezug auf Einwandungspolitik etc. Mehrheiten finden, die so nicht gewollt sind (ja, ich rede hier von der rechtsaußen „Partei“ AfD).

        Hübsch finde ich übrigens, wenn CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt fordert, den „Zwergenaufstand“ in der SPD zu beenden. Ausgerechnet eine Partei, die bundesweit (wenn man es so hochrechnet) keine Rolle spielt und nur als Wurmfortsatz der CDU in den Bundestag gewählt werden kann, lehnt sich o weit aus dem Fenster.

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  3. WernerBln sagt:

    Wenn denn die angestrebte Koalition der Verlierer platzt, würde ich Neuwahlen ohne Merkel und Schulz favorisieren!

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  4. nana sagt:

    Dito. 😦

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