Echte Wertarbeit

Handy.jpgEine Geschichte die ich schon seit Jahren aufschreiben wollte, habe ich immer wieder vor mir hergeschoben und auch immer wieder vergessen. Doch nun werde ich sie mal erzählen.

Es war an einem herrlichen Wintertag vor einigen Jahren. Ich ging mit unseren Hunden im Plänterwald spazieren und in diesem Winter lag auch Schnee in Berlin. Als wir durch den Wald schlenderten, trafen wir einen Hund und dessen Besitzerin die ich schon kannte, als unser Butch noch lebte. Es muss um die Weihnachtszeit gewesen sein. Wir kamen ins Gespräch und unsere Hunde spielten miteinander. Einmal bückte ich mich nach einem unserer Hunde und da passierte es wohl, mein Handy viel mir aus der Jackentasche.

Es ist in den Schnee gefallen und war wohl sofort zugedeckt von ihm. Bemerkt hatte ich es erst zu Hause. Und obwohl wir mit dem Handy meiner Frau sofort nochmals in den Wald gingen und meine Nummer anriefen, es blieb unauffindbar. So vergingen einige Wochen und ich hatte mich schon längst von meinem Handy verabschiedet, als meine Frau freudestrahlend mit den Hunden nach Hause kam und zu mir sagte, „ich habe Dir etwas mitgebracht“. Dabei holte sie mein Handy aus der Jackentasche. Sie war mit einer Freundin und deren Hund im Wald und die Freundin sagte auf einmal, „schau mal hier liegt ein Handy“. Worauf meine Frau sagte, „das ist doch das Handy von meinem Mann“. So war es dann auch. So lag das Handy wochenlang bei Schnee, Kälte, Tauwetter und Regen im Wald.

Ich konnte mir zwar nicht vorstellen, dass das Handy noch funktionieren würde, lies es aber tagelang bei Zimmertemperatur trocknen. Davor hatte ich den Akku entfernt, der war natürlich hinüber. Doch Ersatz-Akku hatte ich. Nach einigen Tagen legte ich einen Akku ein und schaltete das Handy ein. Ich dachte, das gibt es nicht, es funktionierte wie immer. Da habe ich mich riesig gefreut, denn ich mag dieses kleine schnucklige Handy.

Das muss nun mindestens 4 Jahre her sein, denn ich war damals noch berufstätig, und es funktioniert noch immer. Und hoffentlich noch recht lange. Ich finde, wenn ein Handy solch einen Härtetest besteht, dann ist das wirklich Wertarbeit.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Blog.

18 Kommentare zu “Echte Wertarbeit

  1. rabohle sagt:

    Manchmal sind die alten Sachen eben viel besser.

    Mein Handy stammt von 2000 und hat noch eine Stummelantenne- geht aber immer noch und auch an Orten, an denen die neumodischen Touch-Dingens versagen.

    Gefällt mir

  2. JanJan sagt:

    Das nenne ich echt Wertarbeit. Heute muss man ja schon aufpassen, wenn man das Teil bei Regen in der Jackentasche hat… So ein Klapphandy hatten wir auch viele Jahre, mochte ich gerne. 😊

    Gefällt mir

  3. christahartwig sagt:

    Habe gerade vorgestern auch wieder mein Nokia 3510 in der Schublade gestreichelt: https://christahartwig.wordpress.com/2009/12/12/unkaputtbar-7558106/
    Das Problem mit den Smartphones und unbegrenzter Flatrate ist nicht, dass das Gerät nicht lange hält. Dazu das auszutesten, kommt man ja gar nicht. Um nach zwei Jahren wieder einen günstigen Vertrag zu bekommen, MUSS man oft ein neues Gerät nehmen. Bei der letzten Vertragsverlängerung MUSSTE ich sogar ein Tablet zusätzlich nehmen, weil der Vertrag ohne Tablet teurer gewesen wäre. Das Tablet liegt – nebenbei bemerkt – nur rum.

    Gefällt mir

    • sigurd6 sagt:

      Und schon deshalb brauche ich kein Smartphone. 😀 Allerdings hat auch nur meine Frau die Nummer meines Handys. Ich habe immer darauf geachtet, dass ich für andere unterwegs nicht erreichbar bin. Selbst die Verwandtschaft kennt meine Handynummer nicht.

      Gefällt 1 Person

  4. lesenbiene sagt:

    Das ist noch gute Wertarbeit und es freut mich, dass Du es wieder hast.

    Gefällt mir

  5. Helen sagt:

    Ich habe so ein Klapphandy, von meinem Sohn übernommen, was ich sehr zu schätzen weiß, denn es ist in der Manteltasche und in der Handtasche geschützt und lädt sich nicht selbst runter (falls es so etwas gibt). Es heißt Motorola V66i. Es hat auch schon die große weite Welt (Kananda, USA, Südeuropa uw. gesehen und ich konnte immer zu Hause anrufen. Altes gutes Ding, ich streichele Dich und hoffe, daß Du mir noch lange erhalten bleibst.

    Gefällt mir

    • sigurd6 sagt:

      Gerade das schätze ich an diesen kleinen Handys. Sie stören nicht und sind leicht unterzubringen. Im Winter ist das ja immer einfach. Doch im Sommer ist es besonders schön, dass man die kleinen Dinger schnell mal in die Hosentasche stecken kann.

      Gefällt mir

  6. WernerBln sagt:

    Ich arbeite mit einem Prepaid-Tarif. Handy ist ein inzwischen auch reichlich veralteter Slider von Sony-Ericsson. Das Teil habe ich mal 2010 von meiner Ehefrau bekommen, die beruflich einen Vertrag mit V.. hat. Hat alles und mehr, was ich von einem Handy erwarte. Macht brauchbare Fotos, man kann damit Radio und eigene Musik abdudeln. Nur die eigentlich vorhandene Internetfunktion (brauche ich nicht wirklich) ist nicht mehr brauchbar gegeben, weil es diesen Hersteller und damit auch keine Updates mehr gibt. Funktioniert im Gegensatz zu dem aktuellen „Smartphone“ meiner Ehefrau ohne Probleme. Letzteres Teil von Sa.. hat mich schon Stunden gekostet um es einzurichten und die regelmäßig auftauchenden Macken zu beseitigen (ich bin hier der „IT-Experte“).

    Besonders erfreuen mich die regelmäßigen und schon fast verzweifelt klingenden Angebote unseres Providers, doch endlich zu einem Vertrag zu wechseln. Ich benutze das Handy selten und wenn, dann überwiegend zu Gesprächen mit meiner Ehefrau. Die hat einen Vertrag, mit dem Partnergespräche kostenlos sind. Übers Jahr belaufen sich meine Kosten auf unter 3€ im Monat. Wer kann für fremdes Elend
    🙂

    Gefällt mir

    • sigurd6 sagt:

      Die guten alten Handys funktionieren problemlos. Also können wir nur hoffen, dass sie noch recht lange durchhalten. Ich habe auf meinem Prepaid-Konto ein Guthaben von mittlerweile 50 € und weiß gar nicht wie ich die jemals verwerten soll. Alle eineinhalb Jahre muss ich ja mindestens 10 € nachladen, sonst verfällt die Karte.

      Gefällt mir

      • WernerBln sagt:

        Die Prepaidkarte haben ich seit 2001 und von Mindestumsatz war da nie die Rede. Liegt wohl entweder an der alten Karte oder auch an der Verbandelung mit dem Vertragshandy meiner Ehefrau.

        Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.