Moment mal: Der bayerische Wendehals

Wenn einer das alte Motto von Konrad Adenauer, der da einst sagte, „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, konsequent fortsetzt dann der noch bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.

Er ist einer der glühenden Verfechter gegen eine Bürgerversicherung. Mit ihm und seiner CSU wird es auf keinen Fall eine Bürgerversicherung geben, so wird er nicht müde in die Mikrofone zu verkünden. Nur zu dumm, dass nicht jeder so vergesslich ist, wie anscheinend viele es sind.

Denn diese Einstellung hatte er, wen wundert das, nicht immer. Gehen wir zurück in das Jahr 2003 als ein gewisser Horst Seehofer als Verhandlungsführer der Union bei den Gesundheits-Konsensgesprächen mit Rot/Grün ankündigte, er werde in den eigenen Reihen heftig für die umstrittene Bürgerversicherung kämpfen. Die Einführung stehe so gut wie fest und darauf ging er sogar jette Wette ein.

Gut davon möchte er heute nichts mehr wissen, das verwundert jetzt nicht sonderlich bei einem Politiker, der seine Meinung oftmals im Minutentakt wechselt.

Und entgegen der Meinung von CDU/CSU hat die Bürgerversicherung in der Bevölkerung eine breite Zustimmung. Einen Artikel hierzu gab es gestern im Tagesspiegel. Leider ist er in der Onlineausgabe nicht ganz so ausführlich. HIER kann man ihn nachlesen.

8 Kommentare zu “Moment mal: Der bayerische Wendehals

  1. WernerBln sagt:

    Dass dieser Herr nun wirklich alle Rekorde in „politischer Flexibilität“ sprengt ist unbestreitbar. Ich gehe auch mal davon aus, dass er eher kurzfristig von der politischen Bühne verschwinden wird.

    Zum Thema Bürgerversicherung habe ich allerdings eine andere Meinung. Zugegeben subjektiv, weil ich in der PKV bin. War auch mal freiwillig in der GKV und habe da erlebt mit welchem Maximum an Geldschneiderei ein Minimum an Versorgung geboten wird.

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    • sigurd6 sagt:

      Ich konnte wählen, da ich freiwillig versichert war. Aber in eine PKV wäre ich niemals gegangen.

      Ob eine Bürgerversicherung die optimale Lösung wäre, ist natürlich auch nicht sicher. Jedoch so kann es mit dem Gesundheitswesen nicht weitergehen. Das sehen wie der Artikel des Tagesspiegels zeigt selbst Politiker*innen aus der CDU/CSU ein. Nur offiziell zugeben möchten sie es nicht.

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  2. ballblog sagt:

    PKV und GKV – den Vergleich hatten und haben wir hier von beiden Seiten gehabt. Mit PKV kann es sein, daß Dir der Hausarzt seine Computerprobleme erläutert und dann eine „ausführliche Beratung“ abrechnet. Eine Zahnärztin, die meine Frau (damals PKV) probiert hat, machte erst mal einen „Kennenlerntermin“, dann einen „Beratungstermin“ und beim dritten oder vierten Mal wollte sie dann wirklich mal was mit Zähnen machen. Hat also nicht immer nur Vorteile.

    Tja, und was den bayerischen Voll- Horst betrifft: so kennt man ihn. Mal nebenbei: wie alt ist sein Berliner Kindl jetzt eigentlich? Stehen da Schulentscheidungen an, daß er jetzt auch ein Ministeramt in Betracht ziehen soll?

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