Musikalische Reisen

Vielleicht erinnert sich noch jemand an diese Rubrik, die ich bei blog.de in loser Reihenfolge veröffentlichte. Diese kleine Rubrik möchte ich hier wieder aufleben lassen und beginne mit einer Stadt in Nevada.

Bekannt als Spieler- und Hochzeitsparadies, für erstklassige Künstler die dort auftreten und das nicht für kurze Gastspiele, sondern oftmals monatelang. Elvis Presley, Frank Sinatra, Dean Martin und Samy Davis jr. feierten dort große Erfolge, ebenso wie Cher oder Neil Diamond und Elton John. Und natürlich die Magier Siegfried und Roy und David Copperfield. Und nun wissen wohl die meisten schon, von welcher Stadt in Nevada ich schreibe. Natürlich von Las Vegas.

Rund 40 Millionen Touristen (Quelle: Wikipedia) soll diese Stadt jährlich anziehen. Eine unvorstellbare Zahl und viele glauben wahrscheinlich daran, dass sie die Spielhallen als Gewinner verlassen.

Las Vegas ist die größte Stadt in Nevada. Der Name kommt aus dem Spanischen und heißt „Die Wiesen“ oder „Die Auen“. Nun wenn man bedenkt, dass die Stadt eigentlich von Wüste umgeben ist, ein hochtrabender Name. Die ersten Siedler ließen sich um 1830 dort nieder.

Und natürlich gibt es auch Songs, in denen Las Vegas besungen wird. Natürlich stammt der bekannteste Song von keinem geringeren als Elvis, aber auch die Rattles besangen in den 60er Jahren die Wüstenstadt Nevadas.

Elvis Presley und Viva Las Vegas:

The Rattles und Stoppin in Las Vegas:

Moment mal: Mir ist das zu einfach!

Gestern gab es in Cottbus zwei Demonstrationen. Nachdem es in den letzten Wochen immer wieder Übergriffe von beiden Seiten gegeben hatte.

Die erste sollte ein Zeichen gegen Fremdenhass und für mehr Toleranz gegenüber Flüchtlingen sein. Cottbus sei eine weltoffene Stadt. Zu dieser Demonstration riefen syrische Flüchtlinge und mehrere Organisationen auf. Es kamen laut Tagesschau einige hundert, die dafür demonstrierten.

Die zweite Demonstration, die einige Stunden später stattgefunden hat, wurde von der Organisation „Zukunft Heimat“ als Gegendemonstration angemeldet. Zu dieser kamen, laut Tagesschau um die 2000 Menschen.

Und die „sozialen Netzwerke“ wie auch die Kommentare von Userinnen und Usern in den Medien haben natürlich wieder eine ganz klare Vorstellung, wer wo hingehört. Die Menschen, die sich für ein weltoffenes Cottbus einsetzen, sind Linke oder Träumer, wobei das in den Augen vieler das Gleiche ist, und die Menschen, die gegen Flüchtlinge demonstrieren, sind Rechte.

So einfach ist das Weltbild von vielen mittlerweile geworden und das finde ich erschreckend. Denn hinter diesen Scharmützeln verschwindet das eigentliche Problem immer mehr und dabei wäre es wichtig, wenn darüber endlich einmal sachlich und ohne Emotionen diskutiert werden würde.

Wenn die Menschen die sich für Flüchtlinge einsetzen begreifen würden, dass nicht jeder der, weshalb er auch immer Angst vor Flüchtlingen hat, eben nicht automatisch ein Nazi ist. Wenn die Menschen die Angst vor Flüchtlingen haben, nicht sofort die linke Keule rausholen würden, sondern das Gespräch suchen würden, wäre schon viel geholfen. Angst entsteht meist aus Unwissenheit, und hier liegt eines der Probleme.

Die Politiker*innen wurden 2015 nicht müde den Menschen zu erzählen, was da für gut ausgebildete Kräfte aus Syrien kommen würden. Ja man hatte oftmals den Eindruck, es würden nur Akademiker kommen. Was natürlich völliger Quatsch war. Das war damals schon klar und heute weiß man das ohnehin. Es gab Übergriffe von Flüchtlingen und von Deutschen. Sie haben die öffentliche Meinung weiter polarisiert. Die Politik fand keine Mittel, um den Menschen Sicherheit zu vermitteln, und im Umgang mit Flüchtlingen wurden haarsträubende Fehler begangen. Das war auch der Situation geschuldet, die entstanden war. Kommunen wurden allein gelassen und die Bundeskanzlerin hat es bis jetzt nicht geschafft, ein Konzept für den Verbleib von Flüchtlingen in der EU durch zu drücken.

Im Gegenteil sie steht in der EU immer isolierter da. Und Deutschland kann das Problem nicht alleine bewältigen. Hier bräuchte es ein energisches klares Wort aus dem Mund der Bundeskanzlerin. Doch darauf wartet man vergeblich. Sie kann sich auch nicht hinter der geschäftsführenden Regierung verstecken. Hier ist die Regierung regierungsfähig. Mit den Ostblockstaaten in der EU kann sie nicht rechnen. Auch Schweden und Dänemark machen dicht und Österreich schottet sich mittlerweile auch ab.

Somit ist Deutschland weitestgehend isoliert und Länder wie Frankreich und die Beneluxstaaten haben eher eine abwartende Haltung und mit ihrem Ausländeranteil selbst genug Probleme. Seit einem Jahr hört man aus Kreisen der EU, es muss eine neue Politik geben um die europäischen Außengrenzen zu sichern. Doch hat man Griechenland, Italien und Spanien mit diesem Problem weitestgehend allein gelassen.

Hinzu kommt, dass viele daran gut, ja sehr gut verdienen. Schon deshalb gab es die schnelle Osterweiterung der EU. Die Industrie schielte auf die billigen Arbeitskräfte aus diesen Ländern. Und nun geschieht es mit Flüchtlingen. Schon seit Jahren ruft die deutsche Industrie nach Facharbeitern aus dem Ausland, weil ihnen diese fehlen. Doch wer sagt den Wirtschaftsbossen denn ins Gesicht, dass dieses Problem ihr Problem ist? Sie haben sich jahrzehntelang vor der Ausbildung von Facharbeitern gedrückt und wundern sich nun, dass Facharbeiter fehlen?

Doch jetzt schweife ich zu weit aus. Ausgehend waren die Demos in Cottbus und die Kategorisierung, die sofort stattfand. Diese Kategorisierung zeigt das Versagen der Politik. Sie hat es versäumt, Probleme anzupacken. Sie hat die Probleme auf die Straße verlagern lassen und wundert sich nun, dass immer mehr unzufrieden sind, weil sie sich von dieser Politik nicht mehr vertreten fühlen. Das ist ein alarmierendes Zeichen. Ich befürchte nur, dass es von der Politik nicht verstanden wird.