Wir schaffen das!

Nein es geht nicht um den „legendären“ Ausspruch der geschäftsführenden Bundeskanzlerin, sondern um die zunehmende Verschmutzung unseres Lebensraumes.

Ein Artikel des Berliner Tagesspiegels, denn ich in der Printausgabe vor einigen Tagen gelesen hatte, machte mir erst einige Tage später bewusst, wie liederlich wir mit der Natur, unserem Lebensraum, umgehen. Wir reden uns immer ein, oder es wird uns eingeredet, wir seien die intelligentesten Lebewesen unseres Planeten. Mittlerweile glaube ich, wir sind in mancher Beziehung die asozialsten und blödesten, die auf diesem Planeten rumrennen. Mag sein, dass jetzt einige zusammenzucken und sich fragen, ob ich verrückt geworden bin, die Menschen so zu titulieren. Und ich bin mir durchaus bewusst, dass auch ich einen Teil dazu beitrage. Oftmals unbewusst.

In dem Artikel des Tagesspiegels ging es um den Naturpark Plitvicer Seen. Diesen Naturpark besuchten wir Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wir waren von der Schönheit dieser Landschaft überwältigt. Kristallklare Seen in denen sich Forellen wohlfühlten. Man hätte sie mit der Hand fangen können. Ein Naturereignis, das völlig zurecht als Weltkulturerbe gilt.

Nun droht aus diesem Naturschutzgebiet innerhalb von etwas über dreißig Jahren eine übel riechende Kloake zu werden. Und hier stutzte ich. Man muss sich diese Entwicklung vorstellen, nicht einmal 30-35 Jahre brauchte der Mensch, um diese einzigartige Natur zu verwüsten. Und die Plitvicer Seen sind ja kein Einzelfall. Man denke nur an die Vermüllung der Weltmeere. An die Abfallberge des europäischen Wohlstandsmülls in Afrika. An die riesigen Abfallhalden die die amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan zurück ließen, und, und, und.

Die Natur brauchte Millionen von Jahren um diese Welt in ihrer ganzen Schönheit zu erschaffen. Und wir Menschen benötigen, in der Geschichte des Planeten, praktisch einen Wimpernschlag, um sie systematisch zu zerstören. Nicht aus Dummheit, das gewiss manchmal auch, meist jedoch aus reiner Profitgier einiger.

Kein Lebewesen auf diesen Planeten, zerstört so systematisch seinen Lebensraum, wie wir Menschen. Jedoch die Auswirkungen betreffen leider alle Lebewesen dieses Planeten. Und sie können sich nicht dagegen wehren. Sind ja nur die dummen Tiere, die es betrifft. Sie jedoch verhalten sich sozialer und verantwortungsbewusster als viele Menschen. Klar das hört man nicht gerne, ist aber Realität.

Hier sei an ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker erinnert, der einst sagte: „Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist ein Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance.“ Und hat er begriffen?

Doch wie kann man diesem Wahnsinn Einhalt gebieten? Das weiß ich leider auch nicht. Man kann nur für sich so viel wie möglich tun, um sich einigermaßen umweltgerecht zu verhalten.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gedanken.

10 Kommentare zu “Wir schaffen das!

  1. christahartwig sagt:

    Als ich „Wir schaffen das“ las, dachte ich tatsächlich: Och nö, nicht schon wieder! Aber Du meinst es ja ganz anders und umgekehrt.
    Ich halte Dich alles andere als für verrückt, wenn Du den Menschen als eine Plage ansiehst, denn das ist er – geworden? Vielleicht (wahrscheinlich sogar) war er es immer, bzw. musste es zwangsläufig werden, würde er sich in dem Maß vermehren, in dem es geschehen ist. Als ich nach dem herrlichen Spätsommer des vorletzten Jahres um den Schlachtensee lief, wurde mir übel angesichts all des Mülls, den die Leute, die da noch eine Woche zuvor jede Badebucht belagert hatten, zurückgelassen hatten. Als ich kürzlich um den verwaisten und völlig verwahrlosten Bierpinsel an der Schlossstraße herum kurve – alles versifft, beschmiert, kaputte Rolltreppe zum U-Bahnhof, … erinnerte ich mich daran, wie dieses Ding gebaut und eröffnet wurde (okay, wirklich schön war es nie aber ein Vorzeigeprojekt), und ich dachte, dass alles, was heute gebaut wird, in wenigen Jahrzehnten ebenso heruntergekommen sein wird. Und zu diesen täglichen Beobachtungen kommen dann noch die Nachrichten über verschmutzte Meere, verschmutzte Strände, für einen Braunkohletagebauch abgerissene Ortschaften, … Und wenn ich dann wie gestern im Radio höre, dass die multiresistenten Keime weltweit zunehmen, dann denke ich: Vielleicht hat diese Erde doch noch eine Chance, und der Mensch erledigt sich selbst, bevor er alles andere zerstört hat.

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    • sigurd6 sagt:

      Da kann man wirklich die Wut bekommen, wenn man die Müllecken in dieser Stadt sieht. Wir sind im Sommer 2016 an einem Montag durch den Treptower Park gelaufen. So viel Müll habe ich eigentlich noch nie gesehen. Was die Menschen die dort am Wochenende hausten zurückließen war unglaublich.

      In den innerstädtischen Wäldern z. B. bei uns im Plänterwald und der Königsheide liegt immer wieder Sperrmüll. Da frage ich mich immer, wenn man es schafft den Dreck in den Wald zu fahren, weshalb dann nicht bis zum nächsten Recyclinghof?

      Die Reihe könnte man unendlich fortsetzen.

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      • christahartwig sagt:

        Genau die Frage, warum man Sperrmüll in den Wald aber nicht zum Recycling-Hof fahren kann, habe ich mir auch oft gestellt. Dass die Verpackung des Picknicks liegen bleibt, geschieht mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der der leere Kaffeebecher und die zusammengeknüllte Bäckertüte auf dem Sitz der S-Bahn zurückgelassen werden. Nach mit die Sintflut! Aber eben diese Sintflut (tatsächlich oder im übertragenen Sinn) könnte kommen, noch bevor die daran Mitschuldigen das Zeitliche gesegnet haben.

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  2. lesenbiene sagt:

    Auch ich habe gestern im NDR eine Sendung über muliresistente Keime gesehen und glaub mir, da wurde mir Angst und Bange. Auf einer Kükenfarm riesig groß wurde vom Tierarzt das schärfste an Antibiotika verabreicht und auf die Frage warum der Hof und die Tierzahl so groß sein müssen kam die Antwort, weil der Käufer billiges Fleisch möchte.
    Irgendwann hift uns kein Antibiotika mehr und die Krankenhäuser können ein Lied davon singen, immer weniger hilft. Von den ganzen Wasserproben die genommen wurden in Badeseen, Teichen, Kläranlagen, überall Keime die nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Man könnte das hier ellenlang fortführen….

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    • sigurd6 sagt:

      Das mit den Keimen hatte ich schon vor Monaten gesehen. Es bestätigt eigentlich nur das was einer meiner Lehrer schon in den 60er Jahren sagte. Er sagte damals: „Wenn man mit Antibiotika weiterhin so sorglos umgeht, und es für jede Kleinigkeit einsetzt, dann werden sich immer mehr resistente Keime bilden. Und dann haben wir ein richtiges Problem.“

      Wie geschrieben, das sagte er in den 60er Jahren.

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  3. ballblog sagt:

    Es ist vor allem die Illusion, alles sei möglich und jeglicher Schaden nur eine Kleinigkeit, die dem Menschen über kurz oder lang auf die Füße fallen wird.

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  4. Frida sagt:

    hast du ein neues Design ? Sehr schön, wie heisst das ?

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    • sigurd6 sagt:

      Ich habe die Schriften verändert. Besonders die Überschriften waren mir zu fett. Da ich jedoch einen Bezahlblog betreibe, weiß ich nicht, ob man bei kostenlosen Blogs das auch so ändern kann.

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