Was ist falsch an der Geschichte?

In loser Folge erzähle ich kleine Geschichten, die einen dicken Fehler enthalten, manchmal auch zwei. Mal sind diese leichter, mal schwerer zu finden. Also ich bin gespannt, hier ist die kleine Geschichte.

 

Als die Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden …, so geht der Anfangstext eines deutschen Volksliedes. Und genau davon handelt meine heutige Geschichte. Wir schreiben das Jahr 9 n. Chr. als es Publius Quinctilius Varus wohl etwas langweilig hinter dem Limes bei Köln wurde und er beschloss, das Gebiet rechts des Rheines zu erobern. Vorher hatten die Römer schon große Triumphe gefeiert, gerade hatte man Gallien erobert, und nun wollten sie Germania und die aufmüpfigen Germanen zu Sklaven Roms machen.

Doch da hatten sie die Rechnung ohne Arminius (Hermann) gemacht. Er ging als Hermann der Wittelsbacher Fürst in die Geschichtsbücher ein und sollte den Römern in der Lüneburger Heide eine vernichtende Niederlage beibringen. In der Schlacht wurde fast ein Achtel vom Heer des Römischen Reiches vernichtet. Von der Schlacht zeugt noch heute ein Denkmal in der Lüneburger Heide.

 

So das war die Geschichte und nun bin ich gespannt, ob ihr die Fehler findet. Ja ich bin mir sicher, ihr werdet sie finden.

Die Revolution entlässt ihre Kinder?

Oder was wurde aus den Zielen der 68er?

Es ist, man mag es fast nicht glauben, 50 Jahre her als die Studenten im damaligen Westberlin auf die Straße gingen um den Nachkriegsmief kräftig durchzulüften. Alles begann, wie fast immer ganz harmlos um sich stetig und praktisch unaufhaltsam weiter zu entwickeln, ja schließlich zu eskalieren.

Die Ausgangslage war etwas verworren und zunächst auch relativ unspektakulär. In den USA gab es erstmals massive Proteste gegen einen von den USA geführten Krieg in Vietnam. Der Prager Frühling wurde von Truppen des Warschauer Paktes erstickt und Frankreich war mit dem Konflikt in Algerien beschäftigt. In Kuba hatten die Rebellentruppen von Fidel Castro und Che Guevara den bis dahin regierenden Fulgencio Batista gestürzt und Che wurde durch seinen frühen Tod ein Mythos der Revolution. Zusammen mit Ho Chi Minh und Mao.

Ein Auslöser für die immer massiveren Studentenunruhen im Jahr 1968 war auch der Tod des Studenten Benno Ohnesorg der von einem Berliner Polizeibeamten, ich schreibe es mal vorsichtig, erschossen wurde. Und das unter mehr als fragwürdigen Umständen. Diese wurden erst vor einigen Jahren einigermaßen aufgeklärt und man hatte damals, so schien es jedenfalls, wenig Interesse Zeugen zu hören, die den Sachverhalt hätten aufklären können.

Die Studentenbewegung hatte in Rudi Dutschke einen charismatischen Anführer. Er verstand es, die Bewegung zu führen und, jedenfalls in der jungen Generation der 60er Jahre, populär zu machen. So kam es, dass eine Generation nach diesen Ereignissen genannt wurde. Wer damals auf die Straße ging, oder sich für eine Veränderung der miefigen Nachkriegszeit einsetzte, gehört zur Generation der 68er.

Was waren denn nun die Ziele? Einen Mythos muss ich gleich zerstören. Wenn, wie oft behauptet wird, die 68er nicht nur wegen der Kriege auf die Straßen gingen, sondern auch für die Gleichheit von Mann und Frau, so ist das ein Ammenmärchen. Denn ein großer Teil, auch der Führungsschicht der Studentenbewegung hatte kein wesentlich anderes Verständnis für Frauen wie ihre Väter.

Die Ziele der 68er wurden niemals belastbar erforscht und so bleibt vieles im Mythos stecken. Es ist somit eher Auslegungssache der jeweiligen Betrachter, was die eigentlichen Ziele waren.

Klar dürfte sein, dass man im Nachkriegsmief zu ersticken drohte und die junge Generation dies nicht mehr mitmachen wollte. Ebenso waren damals autoritäre Führungsstile normal. Weder in der Schule noch im Beruf hatten junge Menschen auch nur die geringste Chance diesen Autoritäten zu entkommen. Einem jungen Menschen aus den 1990er Jahren bis heute kann man überhaupt nicht klar machen wie junge Menschen in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegängelt wurden.

Kurzum es gab eine Menge Gründe weshalb die junge Generation, nicht nur Studenten, die Nase voll hatten.

Die 68er Bewegung hat einige verändert in diesem Land, wird jedoch, so finde ich, oftmals auch zu sehr hochstilisiert. Den ohne, dass es bemerkt wurde, hatte die Industrie sich sehr schnell auf das veränderte Konsumverhalten der 68er eingestellt. Jeans waren sehr schnell angesagt und T-Shirts mit den verschiedensten Köpfen der Bewegung schwappten auf den Markt. Das jedoch nur als Marginalie.

Die APO war auch eine Antwort auf die damalige Große Koalition unter dem Bundeskanzler Kiesinger. Es gab praktisch überhaupt keine Opposition im Bundestag, der damals ja noch in Bonn tagte. Es waren ja nur drei Parteien im Bundestag vertreten. Die CDU/CSU, SPD und FDP. Mit dem Wahlsieg der SPD und dem Beginn der Kanzlerschaft Willy Brandts und seinem für damalige Verhältnisse revolutionären Ausspruch, „mehr Demokratie wagen“, sorgte er ohnehin für frischen Wind im Land. So verlor die APO auch an Faszination für junge Leute. Zumal nach dem Attentat auf Rudi Dutschke auch der charismatische Führer fehlte.

Willy Brandt war die neue Führungsfigur vieler Menschen im Land und man verband mit ihm die Hoffnung auf ein neues Deutschland.

Was also bleibt von der 68er Bewegung? Sie war damals notwendig um eine Veränderung herbei zu führen. Doch nicht alles was man heute gerne als Ergebnis den 68ern zuschreibt, ist tatsächlich ein Ergebnis aus der damaligen Bewegung. Die 68er haben einiges angestoßen. Doch die Weiterführung war dann Sache der nachfolgenden Generationen.

Wie hieß es damals? Wir gehen den Gang durch die Institutionen. Das ist dann auch geschehen. Doch manchmal habe ich den Eindruck, es wurde zu intensiv verändert.

Aber dieser Eindruck kann mich natürlich auch täuschen. Soweit mein kleiner Rückblick auf die 68er, der natürlich sehr subjektiv ist und auch sehr oberflächlich. Jedoch lese ich gerne, wenn euch zu der Zeit etwas einfällt, oder es gibt noch Zeitzeugen, die alles hautnah erlebten.