Moment mal: Da läuft etwas schief!

Was bewegt Menschen, Menschen die einen anderen Glauben haben zu diskriminieren? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Weshalb bringen gerade Glaubensfragen so viel Leid über die Menschheit? Ich weiß es nicht. Bis vor einigen Monaten glaubte ich, der Buddhismus sei eine der humansten Glaubensrichtungen. Auch das war eine falsche Einschätzung, wie Myanmar zeigte.

Nun könnte man glauben, dass Glaubensfragen eher das Problem der Erwachsenen sei. Weit gefehlt wie die bedenkliche Entwicklung an einer Berliner Grundschule zeigt. Hier wurde eine jüdische Schülerin von Mitschülern islamischen Glaubens gemobbt, ja sogar mit dem Tode bedroht. Eine Grundschule wie geschrieben. Das sind Kinder um die 7-8 Jahre. Es handelte sich wohl um Schüler aus der 2. Klasse. In dieser Schule soll unter Schülern mit Migrationshintergrund schon vor einem Jahr ein Handyvideo grassiert sein, welches die Enthauptung Ungläubiger zeigte. Schüler im Alter von 7-8 Jahren!!! Das kann es ja wohl nicht sein.

Fast täglich liest oder hört man, dass es übergriffe auf jüdische Bürger und Bürgerinnen gibt. Meist von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Hier läuft etwas gewaltig schief und davor darf man die Augen nicht verschließen. Dieser Entwicklung muss genau so energisch entgegengetreten werden wie der des Rechtsradikalismus.

Wer in diesem Land lebt, hat sich nach den Gesetzen dieses Landes zu richten. Wer meint, nach seinen eigenen Gesetzen leben zu müssen, dem muss klar gemacht werden, dass das nicht geht.

Solchen Entwicklungen wie an der oder besser geschrieben den Berliner Schulen muss man konsequent nachgehen. Wenn Kinder im Alter von 7-8 Jahren schon so verroht sind, kann man sich deren Werdegang vorstellen, wenn sie Erwachsen sind.

Wenn Kinder, Kindern mit dem Tode drohen, nur weil sie einen anderen Glauben haben, so mag das im ersten Moment als kindliches Geschwätz abgetan werden. Das sollte man jedoch nicht, da sitzt etwas tiefer. Und zeigt auch, wie im Umfeld über andere Glaubensrichtungen gedacht wird.

Um es abschließend ganz deutlich zu schreiben, damit hier keine Irrtümer aufkommen, dies ist kein Thread gegen Menschen mit Migrationshintergrund. Sondern die Feststellung, dass etwas gewaltig schief läuft in dieser Gesellschaft. Auch davor dürfen wir die Augen nicht verschließen. Denn sonst profitieren genau die davon, die im Moment die größte Oppositionspartei im Bundestag darstellen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

11 Kommentare zu “Moment mal: Da läuft etwas schief!

  1. WernerBln sagt:

    Meine Meinung:

    Probleme, auch das von Ihnen angesprochene aber noch viel mehr, verursacht nur eine Religion. Das haben Sie richtig erkannt.

    Hier im Inland sind mir keine vergleichbaren Probleme mit irgendeinem Glaubensbekenntnis (Hindus, Buddhisten, Mormonen, Zeugen Jehovas und und …) bekannt.

    Richtig ist auch, dass nicht jeder Angehöriger des Islam so verquer denkt. Unter den „schon länger hier Lebenden“ gibt es viele, die anders denken (Zwei davon haben wir in unserem Bekanntenkreis).

    Richtig ist aber auch, dass es insbesondere auch unter den Neuankömmlingen reichlich viele gibt, die schlichtweg nicht gewillt sind, sich hier zu integrieren und vielmehr versuchen uns ihre „Wertvorstellungen“ aufzudrücken.

    Fairerweise muss man auch feststellen, dass unter den „Menschen mit Migrationshintergrund“ auch noch diverse andere Bevölkerungsgruppen, auch mit EU-Hintergrund, für gewisse Probleme sorgen.

    Und ja, da läuft etwas ganz gewaltig schief!

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    • sigurd6 sagt:

      An Berliner Schulen ist das leider ein großes Problem. Vor dem Lehrer*innen längst kapituliert haben. Lehrer können das Problem aber auch nicht lösen.

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  2. rabohle sagt:

    In dem Moment, in dem der Glaube als Beweggrund für Hass und Gewalt genutzt wird, hat der Glaube verloren und keinen Bestand.

    Und das hat nicht nur mit dem Islam zu tun; wer in Nordirland gewesen ist, wer im bayrischen Dorf kein Katholik ist, weiß, dass der Fanatismus nicht auf eine Relegion beschränkt ist.

    Man sollte sich also dafür hüten, es auf eine bestimmte Religion festmachen zu wollen.

    Bekämpft werden muss der Fanatismus – und das kann nur durch Bildung und Aufklärung funktionieren…denke ich.

    Anders ist es mit Straftaten. Der, der sich bei mir zu Hause nicht benehmen kann, werfe ich auch hinaus, keine Frage. Aber darf das dazu führen, allem Fremden entgegenzutreten?

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    • sigurd6 sagt:

      Also zu einem bayrischen Dorf kann ich sagen, bevor ich nach Berlin ging, arbeitete ich 1/2 Jahr im Allgäu. Und da war man streng katholisch und ich damals noch evangelisch. Da gab es nie Probleme. Und das war in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

      Ich kann auch nur für Berlin schreiben und hier fällt auf, dass es meist muslimische Schüler sind die Probleme machen. Da wir lange Zeit in Kreuzberg wohnten und unser Kind in einer Kreuzberger Grundschule zur Schule ging, weiß ich, dass dem in den 1980er Jahren nicht so war. Obwohl da der Ausländeranteil auch schon mindestens 20 Prozent betrug. Mit Mitschülern kam unser Kind und wir mit deren Eltern prima zurecht.

      Und Du sprichst es an, es ist zunehmender Fanatismus der sich breitmacht. Weshalb auch immer.

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      • rabohle sagt:

        Sicher wird es immer Einzelausnahmen geben, wobei ich es in der 70er in Bayern ganz anders erlebt habe.

        Heutzutage werden Gewaltvideos noch hochgeladen und als Trophäe weitergeleitet. Dieser Wandel in der Gesellschaft ist nun einmal so, solange solch dummen Ideen mangels Bildung noch bejubelt werden.

        Die Schüler wiederholen das Verhalten der Älteren; ob man die noch ändern kann, dürfte fraglich sein. .

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  3. ballblog sagt:

    Da läuft wirklich etwas schief – und es wurde zu lange negiert oder weggelächelt.

    Mir erzählte zum Beispiel mal ein Kollege aus Dresden (jetzt in den Sechzigern, sein Leben vor 1989 ausführlich „dokumentiert“ bekommen,…) , daß es in der Zeit im Stadion doch „völlig normal“ gewesen sei, Gegner mit dem Zusatz „Juden“ zu versehen. Erstaunt war er über mein Kopfschütteln darüber.

    Ich denke auch, es darf nicht generell gegen alles Fremde gehen, aber gegen das fanatische Anwenden einer Religion. Wenn man im von rabohle zitierten bayerischen Dorf oder aber im westfälischen Hochstift nicht katholisch ist, kann das mitunter unangenehm werden.

    Das aber scheint ja „Kindergarten“ zu sein gegen das, was sich da derzeit entwickelt. Und mich desto mehr erstaunt, weil es auch schon vor vierzig Jahren Reli- Unterricht für die jugoslawischen oder türkischen Mitschüler gab – sie aber nicht als „Glaubenskrieger“ wieder in den gemeinsamen Unterricht zurück kamen.

    Bildung und Aufklärung sind ein guter Ansatz – wenn er auf fruchtbaren Boden fällt.

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    • sigurd6 sagt:

      Nein das soll nicht gegen Fremde gehen und es sind ja auch keine Fremden, sondern meist Mitbürger der fünften oder sechsten Generation. Und genau das finde ich so erschreckend. Denn das war in den 70er und 80er Jahren ganz anders.

      Nur habe ich den Eindruck, dass man nur allzu gerne die Augen vor den Problemen verschließt.

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      • ballblog sagt:

        Eben – in den 70ern spielten all diese Dinge keine Rolle. Manche der Zugekommenen schienen besser integriert als die Einheimischen.

        Die Augen verschließen vor den Problemen – genau das meine ich ja auch. Da wurde zuviel als Petitesse oder Kavaliersdelikt dargestellt, immer wieder „nur Einzelfälle“. Habe sogar Leute gehört, die meinten, das müssen man halt mit in Kauf nehmen für Weltoffenheit etc. Halte ich alles für Unfug.
        Da wurde nicht den Anfängen gewehrt und nun muß man versuchen eine Sache wieder einzufangen, die aus dem Ruder läuft.

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        • sigurd6 sagt:

          Na ja in Kauf nehmen ist wohl doch eine schlechte Variante. In einer Gesellschaft muss man nun mal nach Regeln leben. Sonst funktioniert es nicht. Und wer für diese Regeln eintritt, ist weder reaktionär noch rückständig. Sondern nur um ein ganz normales Zusammenleben bedacht.

          Und dazu gehört auch, andere Religionen zu tolerieren. Ich verstehe ohnehin nicht, weshalb Religionen mit einem mal wieder solche Rollen spielen. Ich dachte eigentlich, das hätten wir hinter uns.

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    • rabohle sagt:

      Bildung und Aufklärung wird nicht immer auf fruchtbaren Boden fallen; gleichwohl muss man es ständig versuchen und wiederholen, um Schwachsinn zu bekämpfen.

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      • sigurd6 sagt:

        Aber das ist ja nichts neues. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es nur mit Bildung zusammen hängt. Einen vernünftigen Ansatzpunkt weiß ich leider auch nicht. Ich weiß nur, jedenfalls aus meiner Erfahrung, wenn man vernünftig mit Menschen auch mit Migrationshintergrund spricht, so entwickeln sich, manchmal zwar etwas holprig, aber meist sehr interessante Gespräche.

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