Musik – Quiz

Dienstag der 10.04.2018, hier ist Berlin mit einem neuen Musik-Quiz. Nein lassen wir das, das konnte ein anderer viel besser.  😀

Aber ein neues Musik-Quiz gibt es tatsächlich und heute bin ich sehr gespannt. Ich hatte mal ein wenig in meinem Archiv gekramt und eine wunderschöne CD, finde ich jedenfalls, gefunden. Und einen Song daraus lasse ich heute erraten.

Also dann, wie heißt der Song und wer singt oder spielt ihn? Viel Spaß beim Raten.

11. April 1968

Es war der Tag, an dem die Bundesrepublik durch erneute Schüsse auf einen Studenten erschüttert wurde. Dieses Mal war es nicht der relativ unbekannte Benno Ohnesorg, sondern der Studentenführer und damalige von der Springer-Presse zum Staatsfeind Nr. 1 erkorene Rudi Dutschke der durch drei Schüsse nieder gestreckt wurde.

Rudi Dutschke war das Gesicht der Studentenrevolte der 60er Jahre. Er war es, der mit seinen Reden begeistern konnte. Für viele ältere Bundesbürger*innen war er das Sinnbild des Bösen. Für viele junge Menschen die Hoffnung darauf, dass sich an den verstaubten Strukturen der Bundesrepublik etwas ändern könnte.

Ich kann mich noch gut an den 11. April 1968 erinnern, es war damals der Gründonnerstag. In den Nachrichten hatte ich von dem Attentat auf Rudi Dutschke erfahren und dass er es schwer verletzt überlebt hatte.

Für meine Mutter war es damals ein weiteres Argument mich nicht so einfach nach Westberlin gehen zu lassen. Denn es war genau die Zeit, als ich meinen Umzug plante. Spätestens im Herbst des Jahres wollte ich eine Stelle in Westberlin annehmen. Doch darüber mehr wenn die Zeit gekommen ist.

Das Attentat auf Rudi Dutschke sollte der Anfang der bis dahin größten und gewalttätigsten Demonstrationen sein, die die junge Bundesrepublik bis dahin erlebt hatte. Viele Studenten und junge Menschen hatten eine unheimliche Wut auf das in ihren Augen verstaubte Establishment. Und natürlich auf die Springer-Presse die eine unglaubliche Hetzkampagne gegen den Studentenführer betrieben hatte. Und was bis dahin vom Establishment verhindert werden konnte, nach dem Attentat sprang der Funke der Studentenbewegung von Westberlin auf das Bundesgebiet über. In 27 deutschen Städten gab es an den Osterfeiertagen Proteste, die teilweise von Straßenschlachten begleitet wurden. „Gestern Dutschke, morgen wir“, tönte es z. B. bei Demos in München. In München gab es während der Demo damals 2 Tote.

Rund 20.000 Polizisten waren an den Osterfeiertagen im Bundesgebiet im Einsatz um die Osterunruhen einzudämmen. Doch auch in Ost-Berlin hatte man das Attentat auf den Studentenführer zur Kenntnis genommen. Wolf Biermann schrieb ein Lied mit dem Titel, „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke, ein blutiges Attentat“.

Das Fazit der Unruhen nach dem brutalen Attentat auf Rudi Dutschke, Staatsanwälte leiteten 827 Ermittlungen ein. Wobei sich dabei zeigte, dass die Bewegung nicht nur von Studenten ausging, sondern längst auf Schüler und Lehrlinge übergegangen war.

Rudi Dutschke sagte einmal in Anspielung auf die damals regierende Große Koalition, „wir sind die einzige Opposition im Lande“.

Am 11. April 1968 wurde der damalige „Oppositionsführer“ Opfer eines feigen Attentates. Und obwohl der SDS es an den darauffolgenden Wochen schaffte die Stimmung gegen die Springer-Presse und das vermiefte Establishment anzuheizen, mit dem Attentat auf Rudi Dutschke hatte die Studentenbewegung ihren Kopf und ihre Stimme verloren. Sie war, wie sich in den darauffolgenden Monaten zeigen sollte zerstritten und am Ende.