Wenn es nicht so traurig wäre …

… man könnte darüber lachen.

Ja es könnte der Eindruck entstehen, ich schieße mich auf AfD und CSU ein. Doch nein das mache ich nicht. Ich muss mich auf Mitglieder dieser Parteien nicht einschießen, sie liefern einem nur Themen und das fast täglich. Themen liefern natürlich auch CDU und SPD doch, Entschuldigung ich muss es so krass schreiben, nicht in so dämlicher Form.

„Dem Islam fehle das, was für das Christentum die Aufklärung gewesen sei …“, so dahingelabbert vom Bundestagsabgeordneten und Landesgruppenvorsitzenden der CSU Alexander Dobrindt. Ja wieder dieser Herr Dobrindt möchte man sagen. Aber es ist eigentlich schlimm, wenn jemand der im Deutschen Bundestag sitzt einen dermaßen substanzlosen Quark von sich gibt. Denn dieser Satz ist nicht nur falsch, nein er ist ausgemachter Blödsinn und wenn der Herr Dobrindt in Geschichte auch nur ein wenig aufgepasst hätte, so würde er solch einen Quark nicht von sich geben. Oder er weiß es besser und möchte mit solchen Aussagen, was fast noch schlimmer wäre, eine Bevölkerungsgruppe gezielt diffamieren.

Dass Werte wie Freiheit, Rechtsstaat, Toleranz und Menschenrechte nicht dem Christentum entsprangen, sondern gegen eine rücksichtslose, herrschsüchtige, korrupte und reaktionäre Kirche erfochten werden mussten und auch wesentlich durch das sich entwickelnde Bürgertum beeinflusst wurde, sollte auch Herrn Dobrindt, wenigsten in Ansätzen bekannt sein.

Wie lange dauerte es, in der so toleranten Bundesrepublik, bis Frauen ohne Zustimmung des Ehemannes eine Arbeit annehmen durften? Wie lange dauerte es, bis Frauen ein Wahlrecht hatten? Schon vergessen Herr Dobrindt? Ist noch nicht so lange her, passt halt nicht zur Stimmungsmache, oder?

6 Kommentare zu “Wenn es nicht so traurig wäre …

  1. rabohle sagt:

    Vergessen kann er nur, was er weiß. 😉

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  2. WernerBln sagt:

    Sorry, Ihre Schlussfolgerungen aus der Äußerung „Dem Islam fehle das, was für das Christentum die Aufklärung gewesen sei …“ kann ich nicht nachvollziehen.

    Damit ist doch keinesfalls gesagt, dass die christliche Kirche nun der Wegbereiter der Aufklärung war. Natürlich ganz im Gegenteil. Die Kirche war im Mittelalter mit ihrer dogmatischen Lehre als Staatsreligion verbunden mit Unterdrückung, Völkermord u.s.w. ein Musterbeispiel an Intoleranz ! Dafür sorgte schon die Einheit von Staat und Kirchenamt (Kirchenfürsten). Diese unheilige Allianz von Religion und Macht ist durch die Aufklärung von außen -auch mit Gewalt- beendet worden (nennt man auch Säkularisation). Was heute bei uns als Kirche existiert, ist ja nun nicht ernsthaft vergleichbar mit dem Mittelalter.

    Genau der Prozess der Säkularisation fehlt aber im Islam. Diese Religion hat, wie die christliche Religion im Mittelalter, heute immer noch den Anspruch, als alleinige Staatsreligion politische Herrschaft auszuüben. Wohin das führt, kann man in allen Ländern mit real existierenden islamischen Regierungen bewundern! Da fällt mir nicht ein Beispiel ein, wo auch nur die grundlegenden Wertevorstellungen unseres Zusammenlebens gewährleistet wären (Glaubensfreiheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit …). Abgesehen von dem intoleranten Umgang mit „Ungläubigen“ kommt natürlich auch noch die Intoleranz innerhalb dieser mittelalterlichen Religionsauffassung hinzu. Diverse Glaubensrichtungen (Schiiten und Sunniten und was sonst noch) bekämpfen sich in Bürgerkriegen mit für uns unvorstellbaren Massakern (weshalb fällt mir da wohl der 30jährige Krieg ein?).

    Ich sehe leider auch keine Ansätze, dass der Islam im o.g. Sinne „zivilisiert“ werden könnte. Wahrscheinlich kann man langfristig hier lebenden Muslime integrieren. Sicher aber nicht, wenn man ständig vor irrwitzigen Forderungen gewisser Interessenvertreter zurückweicht und auch noch Heerscharen von „archaisch Rechtgläubigen“ importiert!

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    • sigurd6 sagt:

      Den Muslimen wird doch von vielen vorgeworfen, sie bestimmen über ihre Frauen. Das war bei uns bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auch noch der Fall. Jetzt Klarer, ich dachte eigentlich, das war verständlich. Und ich hatte nur zwei Beispiele genannt, es gab einiges was Frauen nicht alleine entscheiden durften.

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