Moment mal: Kreuz, Kopftuch, Kippa

Was ist eigentlich los? Befinden wir uns etwa nicht im 21. Jahrhundert? Fast täglich liest man in den Zeitungen, dass irgendwo in Deutschland eine muslimische Lehrerin gegen ein Kopftuchverbot in der Schule klagt. Übergriffe auf jüdische Mitbürger gehören schon fast wieder zur Tagesordnung in diesem Land und nun soll in Bayerns Amtsstuben wieder überall ein Kreuz hängen.

Politiker übertreffen sich gegenseitig mit Aussagen, mal gehört der Islam zu Deutschland, dann wieder nicht. Sind denn alle verrückt geworden? Weshalb eiern z. B. Richter mit der Rechtsprechung, herum wenn es um das Kopftuchverbot an Schulen geht? Staat und Kirche sind in diesem Land getrennt und so soll es bitteschön bleiben. An welcher Stelle steht im Koran, dass gläubige Muslime ein Kopftuch tragen müssen? Weshalb ist ein Mensch der eine Kippa trägt ein minderwertiger Mensch? Weshalb sollen nun überall wieder Kreuze hängen?

Reicht es nicht, was dieser Glaubensfanatismus in tausenden von Jahren anrichtete? Woher kommt diese Rückbesinnung auf religiösen Wahn? Wie sagte doch der „Alte Fritz“ so passend? „Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden“.

Es wäre schön, wenn man sich daran öfter einmal erinnern würde und jeden Menschen so nimmt, wie er ist. Mit all seinen Schwächen und Stärken und mit seinem Glauben.

Heute gibt es in Berlin eine Solidaritätsveranstaltung und die Berliner sind dazu aufgerufen mit dem Tragen einer Kippa ihre Solidarität mit Juden zu bezeugen. Ich habe nichts gegen Juden, wie ich auch nichts gegen jeden anderen Glauben habe, werde jedoch keine Kippa tragen, da ich Glaubenssymbolik jeglicher Glaubensrichtung ablehne.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

12 Kommentare zu “Moment mal: Kreuz, Kopftuch, Kippa

  1. Mondbub sagt:

    Guten Morgen,

    dem ist nichts hinzuzufügen… Wir wünschen Euch einen schönen Tag!

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  2. nana sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Der Söder spinnt doch.

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  3. rabohle sagt:

    Söder muss offenbar nun einmal zeigen, dass er „viel stärker“ als sein Vorgänger ist. Wenn er sich bei den christlichen Werten nur nicht ins eigene Fleisch geschnitten hat. 🙂 🙂

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  4. ballblog sagt:

    Eben – jeder nach seiner Facon und mit seinem Glauben. Deswegen finde ich diese Veranstaltung gut und leider auch notwendig, würde aber auch keine Kippa tragen.

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  5. WernerBln sagt:

    Grundsätzlich stimme ich Ihrer Feststellung zu. Wäre auch toll, wenn sich eine gewisse Religion die Säkularisation auch nur ansatzweise vorstellen könnte.

    Es gab ja über Jahrzehnte unserer „Lebenszeit“ keine ernsthaften religiösen Konflikte in diesem Land. Alberne Scharmützel zwischen Katholen und Evangelen zählen da ja nicht wirklich. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass sich nun früher jemand ernsthaft und gerichtshängig an den in südlichen Bundesländern üblichen Kreuzen in Amtsstuben und Schulen gestört hat, ebenso nicht an Gipfelkreuzen auf Berggipfeln (die heute auch mal gerne abgesägt werden).
    Selbst die islamischen Einwanderer der 1. Generation hatten damit kein Problem.

    Erst mit der zunehmenden Islamisierung im neuen Jahrtausend ging der Religionskrieg hier richtig los, egal ob es sich nun um Kinder und Enkel der früheren „Gastarbeiter“ oder um Merkels Gäste handelt. Da klagen Minderjährige (vertreten natürlich durch die Eltern!) gegen Kruzifixe im Klassenzimmer und auch die von Ihnen zu Recht angesprochenen „Kopftücher“ gehören zu diesen Merkwürdigkeiten. Noch besser sind natürlich „kindgerechte“ Inszenierungen des Dschihad in islamischen Moscheen (z.B. Herford und Mönchengladbach).

    Na und dann erst das Berliner Ergebnis der im letzten Absatz von Ihnen angesprochenen Solidaritätskundgebung. Im Integrationsbezirk Neukölln musste eine Demo, die zu der zentralen und gut abgesicherten Veranstaltung in der Fasanenstr. führen sollte, nach 15 Minuten abgebrochen werden. Nur noch peinlich.

    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_83668892/berlin-demo-gegen-antisemitismus-nach-15-minuten-abgebrochen.html

    Aber nein, es gibt keine No-Go-Areas!

    Mir ist ja klar, dass der bayerische „Kreuzerlass“ nur der Panik vor der kommenden Wahl entsprungen ist. Mir ist es eigentlich auch völlig wurscht, ob in Bayern irgendwo irgendwelche Kruzifixe hängen oder nicht. Ich bin auch konfessionslos, seit in den 80ern die ev. Landeskirche meinte, Kriminellen „Kirchenasyl“ gewähren zu müssen. Ich gestehe aber, dass mich angesichts des bayerischen Vorgehens auch mal eine „Klammheimliche Freude“ überkommt!

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    • sigurd6 sagt:

      Es ist alles albern. Man sollte glauben, die Menschen des 21. Jahrhunderts sind aufgeklärter. Mir scheint ein Teil der Menschheit entwickelt sich zurück.

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