Elli Bananenflanke meint …

… du sollst keine zwei Präsidenten haben!

Die deutschen Fußballnationalspieler Gündogan und Özil haben nach einem treffen mit dem türkischen Diktator Erdogan harte Kritik einstecken müssen und ich finde völlig zurecht.

Gündogan (Manchester City) und Özil (Arsenal London) hatten sich am Sonntag in London mit Erdogan getroffen und bei einem Fototermin signierte Trikots ihrer Vereine überreicht. Gündogan reichte das jedoch noch nicht und er signierte das Trikot zusätzlich mit „Mit großem Respekt für meinen Präsidenten“.

Wenn Spieler mit einem Migrationshintergrund in der deutschen Nationalmannschaft spielen, so haben sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Und dann heißt ihr derzeitiger Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und dann ist ihr Präsident nicht der Diktator Erdogan aus Ankara.

Für das Auftreten der Spieler gab es aus Politik und Sport viel und zum Teil scharfe Kritik. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Wer mit solchen Auftritten den demokratischen Kräften in der Türkei vor die Schienbeine tritt. Ihnen geht es wirtschaftlich und gesellschaftlich viel besser als den vom Diktator Erdogan verfolgten und in den Kerker geworfenen politischen, oder mutmaßlich politischen Gegnern Erdogans, sollte nie wieder für eine deutsche Nationalmannschaft auflaufen dürfen.

Ich hoffe Jogi Löw hat das Rückgrat und die beiden fehlen im vorläufigen Mannschaftskader für Russland. Nur glaube ich daran nicht so recht.

35 Kommentare zu “Elli Bananenflanke meint …

  1. ballblog sagt:

    Sport und Politk, das sind stets heikle Verbindungen. Jogi und Rückgrat – unwahrscheinlich, man mag ja keine Position beziehen und außerdem war der Jogi doch auch mal am Bosporus angestellt.
    Daß für gewöhnlich gut beratene Kicker das Ausmaß solcher Wahlkampfhilfe nicht vor Augen geführt bekommen, kann man sich kaum vorstellen. Konsequent wäre, wenn sie von allein auf die WM verzichten würden. Aber da war ja noch was mit Marktwert- Steigerung…

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  2. nana sagt:

    Tja, die beiden haben mir dem A**** eingerissen, wofür sich viele jahrzehntelang stark gemacht haben. Gerade über den Sport gelingt Integration oft leichter als im Alltag.

    Aber was steckt dahinter – Geld? Absicht? Denn so doof können die doch nicht sein, dass ihnen die Konsequenzen ihres Auftretens nicht bewusst wären. Und haben die (außer der eigenen Familie) denn keine Berater?

    Ich persönlich finde das jedenfalls ganz übel. Und wenn die Herren beim DFB cojones hätten, würden die beiden in Russland nicht antreten.

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    • nana sagt:

      mir = mit

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    • sigurd6 sagt:

      Die beiden verpassten der Demokratie eine Ohrfeige, indem sie einen Diktator hofieren. Sie haben in der Nationalmannschaft nichts mehr zu suchen. Jedenfalls sehe ich das so.

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      • nana sagt:

        Klingt hart – aber ich sehe das in diesem Fall genauso. Ich weiß auch gar nicht, was dieser Termin sollte? Wer hat die da hingeschickt? Also das Özil nicht gerade eine Leuchte ist, das ist ja bekannt. Aber İlkay Gündoğan ist nicht dumm. Und das macht das Ganze noch unverständlicher, aber auch irgendwie nicht hinnehmbar.

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        • sigurd6 sagt:

          So ist es, es ist schon um verfolgte Türken und Kurden zu schützen, nicht hinnehmbar. Wissen die beiden eigentlich, was sie hier für ein Zeichen setzten?

          Von dem Zeichen für junge Türken in der Bundesrepublik, für die sie, nicht nur sportliche, Vorbilder sind, möchte ich jetzt gar nicht schreiben.

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      • WernerBln sagt:

        Das sehe ich genauso. Allerdings haben wir heute anlässlich der Nominierung der Mannschaft durch Herrn Löw zur Kenntnis nehmen dürfen, dass er zu keinem Zeitpunkt daran gedacht hat, die zwei Erdowahn-Fans auszuschließen.

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        • sigurd6 sagt:

          @WernerBln, vom DFB war nichts anderes zu erwarten. Und zu den Aussagen des Bundestrainers fällt mir eigentlich nur der berühmte Reissack in China ein.

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    • rabohle sagt:

      @Nana,

      Wenn die Herren vom DFB cojones hätten, würden sie die gesamte Mannschaft nicht in Russland antreten lassen. 😉 Unbequeme Leute werden weggesperrt oder gar nicht ins Land gelassen – was unterscheidet Putin vom Egowahn eigentlich noch grundsätzlich.

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      • nana sagt:

        Da bin ich so hin- und hergerissen, ich mag diese Boykottgeschichten eigentlich nicht. Und von lupenreiner Demokratie sind/waren viele Staaten weit entfernt, in denen sportliche Großereignisee stattfinden/stattfanden.

        Hier wurde aber in meinen Augen eine Grenze überschritten – und zwar allein durch die Spieler. Und das hätte Konsquenzen haben müssen. Ich kann nicht fassen, dass die ganze Sache so schnell unter den Tisch gekehrt wird. Zumal das ja wieder Wasser auf die Mühlen der üblichen Verdächtigen ist.

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        • rabohle sagt:

          @nana
          Da hast Du sicherlich Recht; Gesetzesverstöße gibt es nahezu überall.
          Aber Russland hat seit Jahren den Bogen überspannt und wenn nun nicht einmal mehr deutsche Kritiker/Aufklärer einreisen dürfen, ist das schon ein Hammer.

          Ich denke, die Grenze wurde in beiden Fällen überschritten – dass der DFB nichts macht und es unter den Teppich kehrt, war doch zu erwarten.

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          • sigurd6 sagt:

            Hajo Seppelt darf nun doch einreisen. Jedoch drohen die russischen Behörden mit Vernehmungen. Irgendwie ein Kaspertheater, oder?

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          • nana sagt:

            Ganz ehrlich? Ich kann Herrn Seppelt überhaupt nicht leiden und es ist mir egal, ob er einreisen darf oder nicht. Und ich finde es auch nicht besonders wichtig.

            Ja, es war zu erwarten, aber die Geschmeidigkeit, mit der das geschah, hat mich dann doch überrascht.

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            • sigurd6 sagt:

              Na ja Du musst ihn ja nicht heiraten. 😀 Nein mal ernsthaft es ist schon ungeschickt, was die russischen Behörden abziehen. Aber das müssen sie wissen.

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  3. Berta sagt:

    Ja, das habe ich vor kurzem in den Nachrichten gehört, und ich bin entsetzt.
    Gespannt bin ich, wie die Konsequenzen aussehen werden.

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  4. rabohle sagt:

    Petersen hatte Recht: Einige Fußballer verblöden total.

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  5. ballblog sagt:

    Erst Fotoshooting und dann herumeiern…
    Aus der Süddeutschen dazu:

    „Und Gündogan meldete sich am Montagabend zu Wort: „Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen“, schrieb er in einer Stellungnahme. Er bekenne sich zu den Werten des DFB. „Aber sollten wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten?“ Das Treffen habe auf einer Veranstaltung einer türkischen Stiftung stattgefunden – und sei „eine Geste der Höflichkeit“ gewesen.“

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  6. lesenbiene sagt:

    Özil hat, soweit ich weiß nur noch die deutsche Staatsbürgerschaft, spielt in der Nationalmannschaft, hat bzw lebt größtenteils in Deutschland. Es ist mir schon immer aufgefallen, dass er nie unsere Nationalhymne mitsingt. Man sollte sich schon zu dem Land bekennen in dem man lebt und groß geworden ist. Und sowas wie jetzt geht garnicht, eine Ohrfeige für die Demokratie. Wo bleibt da der Vorbildcharakter?

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    • rabohle sagt:

      Wo bleibt der Vorbildcharakter bei WM-Spielen in Russland? 😉

      Özil kann ja seine politische Verbundenheit äußern, warum nicht, das machen andere Nationalspieler auch ganz offen. Und wenn er dann unverständlicherweise noch Egowahn toll findet, kann das eigenlich nur einer dieser Gründe sein:

      a) Er ist strohdumm und begreift die Vernichtung der Menschenrechte nicht.
      b) Er glaubt das wirklich und hat acht Frauen.
      c) Er hat Verwandte in der Türkei und wurde zu dem Foto gezwungen.

      Andere Gründe fallen mir derzeit nicht ein.

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      • WernerBln sagt:

        Wobei a) die Voraussetzung für b) wäre
        😉

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        • rabohle sagt:

          Stimmt! 🙂 🙂 Oder die Steinzeit-Erziehung mit dem Unterdrücken des tatsächlichen Zeitalters.

          Egal wie, ich denke, ALLE sind sich einig, dass nach außen hin die beiden Deppen nichts Unsinnigeres hätten machen können.

          Can z.B. hat (soll) den Besuch verweigert haben). 😉

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    • sigurd6 sagt:

      @Lesenbiene wenn er die Nationalhymne nicht mitsingt, ist mir persönlich das völlig egal. Machen andere auch nicht. Jedoch scheint er sich der Tragweite dieses Treffens nicht bewusst zu sein.

      Das war eine Ohrfeige von Özil und Gündogan für die türkische Opposition und da können beide im nach hinein nun rum eiern wie sie möchten, im Gegenteil diese rum eierei macht es nur noch schlimmer.

      Ich würde es begrüßen wenn beide das Nationaltrikot nie mehr tragen würden. Unterstützer von Diktatoren haben in der Nationalmannschaft nichts verloren.

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    • nana sagt:

      Nationalhymne singen oder nicht, das sollte jedem/jeder selbst überlassen bleiben. Ich empfinde diese Hymne z. B. auch nicht als „meine“. Aber was die beiden da abgeliefert haben, geht mal gar nicht.

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