Elli Bananenflanke meint …

… wenn wir erst ein neues Stadion haben …

… dann spielen wir richtig los. Genau das scheint man bei Hertha BSC zu glauben. An allem scheint das altehrwürdige Olympiastadion schuld zu sein. Weshalb hatte Hertha nur den größten Zuschauerschwund der 1. Bundesliga? Klar es ist das Olympiastadion. Weshalb gab es in 17 Heimspielen nur 5 Siege? Weshalb spielt die Mannschaft in ihren Heimspielen oftmals so uninspiriert? Na klar ihr wisst schon.

Am Montag sagte der Kapitän der Bundesligatruppe Ibisevic vor der Mitgliederversammlung, dass man nächste Saison wieder angreifen werde. Na hoffentlich.

Den Vogel jedoch schoss Michael Preetz ab, als er von einer ordentlichen Saison sprach in der sich die Mannschaft weiter entwickelt hat. Wie bitte? Sie hat sich weiter entwickelt? Fragt sich nur in welche Richtung. Platz 7 (50 Punkte) in der Saison 2015/16. Platz 6 (49 Punkte) in der Saison 2016/17. Platz 10 (43 Punkte) in der Saison 2017/18. Stimmt, hier erkenne auch ich eine Weiterentwicklung. Zur grauen Maus der Bundesliga. Und geht die Entwicklung so weiter, kann man sich ausrechnen wann es in der Hauptstadt keinen Erstligafußball mehr geben wird.

Doch davon mag man natürlich nichts wissen, und sonnt sich in Plänen. Schon 2025 soll es in der Nähe des Olympiastadions eine reine Fußballarena mit einer Zuschauerkapazität von rund 55.000 Zuschauern geben. Davon verspricht sich der Manager und wohl nicht nur er eine Superzündung in ein neues Herthazeitalter. In einer reinen Fußballarena wird man einen ganz anderen Fußball spielen wie im ollen Olympiastadion.

Zweifellos wird die Atmosphäre wahrscheinlich besser sein. Wenn das Stadion mal voll ist. Nur wie schon oben beschrieben, nicht das Stadion ist schuld an den leblosen Auftritten der Mannschaft.

Ich kenne das Olympiastadion aus den 60er, 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Als Hertha packende Heimspiele lieferte. Fußballerischen Glanz hat Hertha noch nie verbreitet, jedoch unglaublichen Kampfeswillen. Als Mannschaften wie Juventus Turin oder der FC Barcelona in die Knie gezwungen wurden. Mailand zu Gast war und man der Mannschaft nie einen Vorwurf machen konnte, sie habe sich nicht teuer verkauft.

Da gab es nie Diskussionen um eine fehlende Atmosphäre im Stadion. Sie war da, weil die Mannschaft da war. Damals stellte man im Olympiastadion noch Besucherrekorde auf. Gut ich höre lieber auf in Erinnerung zu schwelgen. Bringt ja nichts, die harte Realität beginnt spätestens mit der Saisoneröffnung der Spielzeit 2018/19.

Hoffentlich mit einer Weiterentwicklung in die andere Richtung wie dieses Jahr. Auch wenn Michael Preetz und Pal Dardai das anders sehen. So kann es bei Hertha nicht weiter gehen. Sonst kann man die Pläne für ein reines Fußballstadion gleich in die Tonne treten. In der 2. oder 3. Liga reicht dann auch das Poststadion.

Moment mal: Der unaufhaltsame Niedergang …

… einer einstigen Volkspartei?

Es war einmal eine Partei der Arbeiterklasse. Viele Arbeiter, die sich engagieren wollten traten in die Gewerkschaft und in die SPD ein. Ja damals in den 1960er und 1970er Jahren glaubte man, Gewerkschaft und SPD das gehört zusammen.

Wenn jemand Arbeitnehmerinteressen durchsetzen kann, dann die SPD. Und da war ja auch etwas dran. Unter Bundeskanzler Willy Brandt wurde das Betriebsverfassungsgesetz merklich zugunsten der Arbeitnehmer verändert. Damals gab es allerdings mit der DDR noch einen deutschen Staat und die Arbeitgeber im Westen stimmten vielen Veränderungen zugunsten der Arbeitnehmer zähneknirschend zu. Sie wollten damit zeigen wie arbeitnehmerfreundlich doch der „kapitalistische Westen“ sei. Das ist natürlich alles sehr vereinfacht geschrieben. Im Tenor war es jedoch so.

Die SPD war auf dem Höhepunkt ihrer Popularität und hatte nachdem Willy Brandt wegen der unsäglichen Guillaume-Affäre zurücktreten musste mit Helmut Schmidt einen allseits anerkannten Staatsmann als Bundeskanzler. Jedoch begann da schon das Murren. Schmidt war doch eher der Wirtschaft zugewandt.

Dann folgten die Kohl-Jahre (CDU) die mit der erneuten SPD-Kanzlerschaft von Gerhard Schröder endeten. Es war klar, dass nachdem der ehemalige Bundeskanzler Kohl sämtliche Sozialkassen plünderte um die deutsche Einheit zu bezahlen, von der er versprochen hatte, man würde sie aus der Portokasse bezahlen, etwas geschehen muss um Geld in die klammen Kassen des Staates zu bringen. So kam es zur Agenda 2010 und Hartz IV. Und die Arbeiterpartei SPD hat genau bei dehnen den Geldhahn mächtig abgedreht, die ohnehin kaum ein Auskommen hatten. Und es sollte sich zeigen, dass die SPD in den nachfolge Jahren sich immer weiter von ihrer ehemaligen Basis entfernte.

Die Kehrtwende vor 3-4 Jahren nahmen viele der SPD einfach nicht mehr ab und mittlerweile hat sich der Arbeitsmarkt, auch unter Mitwirkung der SPD, grundlegend verändert. Gab es in den 50er-80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehr Arbeiter als Angestellte, so hat sich das in den letzten 30 Jahren gewandelt. Die Schere zwischen Billigjobs und „normalverdienenden“ klafft immer weiter auseinander. Und Menschen die von ihren 2-3 Jobs kaum leben können werden die SPD nicht wählen. Arbeiter gibt es nicht mehr in dem Maße und außerdem haben sich aus der SPD heraus weitere Parteien gebildet. Die GRÜNEN und LINKEN fischen der einstigen Arbeiterpartei Wählerstimmen ab.

Mittlerweile liegt die SPD in Umfragen zum Bundestag bei 17,5 Prozent. Noch schlimmer ergeht es nach einer neuesten Erhebung der SPD in Berlin. Hier stellt sie seit 17 Jahren ununterbrochen den Regierenden Bürgermeister als jeweils stärkste Partei im Abgeordnetenhaus. Und nun ist sie im Parteienranking auf Platz 4 der Parteien in Berlin abgefallen. CDU, LINKE und GRÜNE stehen prozentual vor der SPD die in dieser Umfrage gerade mal noch bei 17,1 Prozent liegt. Es ist nur eine Umfrage, jedoch zeigt auch diese den wohl unaufhaltsamen Niedergang der einstigen stolzen Arbeiterpartei.

Schon im nächsten Jahr, bei den Europawahlen, kann es die nächste Schlappe für die Partei geben. Ich bin gespannt, ob die Partei nochmals aus diesem Tief heraus kommt. Ich bin da eher skeptisch.