Moment mal: Der unaufhaltsame Niedergang …

… einer einstigen Volkspartei?

Es war einmal eine Partei der Arbeiterklasse. Viele Arbeiter, die sich engagieren wollten traten in die Gewerkschaft und in die SPD ein. Ja damals in den 1960er und 1970er Jahren glaubte man, Gewerkschaft und SPD das gehört zusammen.

Wenn jemand Arbeitnehmerinteressen durchsetzen kann, dann die SPD. Und da war ja auch etwas dran. Unter Bundeskanzler Willy Brandt wurde das Betriebsverfassungsgesetz merklich zugunsten der Arbeitnehmer verändert. Damals gab es allerdings mit der DDR noch einen deutschen Staat und die Arbeitgeber im Westen stimmten vielen Veränderungen zugunsten der Arbeitnehmer zähneknirschend zu. Sie wollten damit zeigen wie arbeitnehmerfreundlich doch der „kapitalistische Westen“ sei. Das ist natürlich alles sehr vereinfacht geschrieben. Im Tenor war es jedoch so.

Die SPD war auf dem Höhepunkt ihrer Popularität und hatte nachdem Willy Brandt wegen der unsäglichen Guillaume-Affäre zurücktreten musste mit Helmut Schmidt einen allseits anerkannten Staatsmann als Bundeskanzler. Jedoch begann da schon das Murren. Schmidt war doch eher der Wirtschaft zugewandt.

Dann folgten die Kohl-Jahre (CDU) die mit der erneuten SPD-Kanzlerschaft von Gerhard Schröder endeten. Es war klar, dass nachdem der ehemalige Bundeskanzler Kohl sämtliche Sozialkassen plünderte um die deutsche Einheit zu bezahlen, von der er versprochen hatte, man würde sie aus der Portokasse bezahlen, etwas geschehen muss um Geld in die klammen Kassen des Staates zu bringen. So kam es zur Agenda 2010 und Hartz IV. Und die Arbeiterpartei SPD hat genau bei dehnen den Geldhahn mächtig abgedreht, die ohnehin kaum ein Auskommen hatten. Und es sollte sich zeigen, dass die SPD in den nachfolge Jahren sich immer weiter von ihrer ehemaligen Basis entfernte.

Die Kehrtwende vor 3-4 Jahren nahmen viele der SPD einfach nicht mehr ab und mittlerweile hat sich der Arbeitsmarkt, auch unter Mitwirkung der SPD, grundlegend verändert. Gab es in den 50er-80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehr Arbeiter als Angestellte, so hat sich das in den letzten 30 Jahren gewandelt. Die Schere zwischen Billigjobs und „normalverdienenden“ klafft immer weiter auseinander. Und Menschen die von ihren 2-3 Jobs kaum leben können werden die SPD nicht wählen. Arbeiter gibt es nicht mehr in dem Maße und außerdem haben sich aus der SPD heraus weitere Parteien gebildet. Die GRÜNEN und LINKEN fischen der einstigen Arbeiterpartei Wählerstimmen ab.

Mittlerweile liegt die SPD in Umfragen zum Bundestag bei 17,5 Prozent. Noch schlimmer ergeht es nach einer neuesten Erhebung der SPD in Berlin. Hier stellt sie seit 17 Jahren ununterbrochen den Regierenden Bürgermeister als jeweils stärkste Partei im Abgeordnetenhaus. Und nun ist sie im Parteienranking auf Platz 4 der Parteien in Berlin abgefallen. CDU, LINKE und GRÜNE stehen prozentual vor der SPD die in dieser Umfrage gerade mal noch bei 17,1 Prozent liegt. Es ist nur eine Umfrage, jedoch zeigt auch diese den wohl unaufhaltsamen Niedergang der einstigen stolzen Arbeiterpartei.

Schon im nächsten Jahr, bei den Europawahlen, kann es die nächste Schlappe für die Partei geben. Ich bin gespannt, ob die Partei nochmals aus diesem Tief heraus kommt. Ich bin da eher skeptisch.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

10 Kommentare zu “Moment mal: Der unaufhaltsame Niedergang …

  1. ballblog sagt:

    Tja, irgendwie braucht es die SPD im Parteienspektrum. Aber reicht es, wenn Münte und Co. zweimal im Jahr ihre alten Arbeiterlieder intonieren? Kommt dann das Publikum von alleine? Von der Basis haben die sich arg weit entfernt. Seit‘ an Seit‘ mit den Gewerkschaften übrigens.

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    • sigurd6 sagt:

      Wie die SPD aus diesem Tief wieder herauskommen soll, in das sie sich selbst manövriert hat, sehe ich nicht. Mit den jetzigen „Spitzenkräften“ so glaube ich, jedenfalls nicht.

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      • ballblog sagt:

        Glaube ich auch nicht. Die Leute rennen der Partei nicht mehr so hinterher, weil vielleicht auch nicht mehr das Gefühl „Arbeiterklasse“ existiert. Die von ihren selbsternannten Vertretern das feine Leben vorgelebt bekommt.

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      • WernerBln sagt:

        Stimmt! Bleibt leider nur zu sagen: „Es war einmal „!

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  2. rabohle sagt:

    Seit dem Auftritt des Schröder’ischen Dreigestirn (Schöder, Lafontaine und Scharping) und dem damit verbundenen Wandel zu Havannazigarren und Maßanzügen, hat die Partei leider stetig an Profil verloren und das gipfelt sicn nun mit der nur peinlichen Möchtegern-Pippi.
    Es bleibt wirklich nur zu kommen, dass endlich neue Besen kommen, und die Stammwählerschaft sich auch in der Parteispitze wiedererkennen kann.

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    • sigurd6 sagt:

      Wo sollen die neuen Besen jedoch herkommen? Ich sehe niemanden, der der Partei neue Impulse geben könnte.

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      • rabohle sagt:

        Es kann sich nur von den Juso’s entwickeln und wenn Kühnert mal endlich bodenständiger werden, mehr die Sprache der Stammwähler nutzen würde, könnte sich da etwas entwickeln.
        Frei nach Ina Deter – neue Sozis braucht das Land. 😉

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        • sigurd6 sagt:

          Ich kann mich nicht erinnern, dass ein ehemaliger Jusovorsitzender oder eine ehemalige Jusovorsitzende die Partei jemals voran brachte. Und daran wird auch Kühnert nichts ändern.

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  3. geno sagt:

    Warum nimmt die Bundesregierung (GroKo) denen noch Geld weg, die ohnehin schon zu wenig haben?
    „Hartz IV-Empfänger und Rentner sollen bekommen was ihnen zusteht: 150 Euro mehr im Monat!“

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