Elli Bananenflanke meint …

… ach nee!

Es ist einfach unglaublich, was hier von der Mannschaft verlangt wird. Da schickt man 23 unterbezahlte Millionäre in ein, fast hätte ich Entwicklungsland geschrieben, das ist Russland natürlich nicht. Vorher haut man auf zwei, die sich mit einem Friedensstifter ablichten ließen, ein und die Medien und sozialen Netzwerke hauten es ihnen um die Ohren, und dann wurde wegen eben dieser bösen Medien das Auftaktspiel verloren. Aber auch weil die Matratzen in der Jugendherberge zu hart sind. Da findet man ja keine Nachtruhe.

Was waren das noch Zeiten, als man nachts heimlich ausbüxen konnte aus dem Mannschaftsquartier. Tja das ist vorbei. Dafür sorgen schon die Spaßbremsen, die man Wächter nennt. Was wollte ich jetzt eigentlich schreiben? Ach ja es ist unglaublich, ich kann es nicht mehr lesen, die Jungs müssen entsetzliches durchmachen. Der Druck, der auf ihnen lastet ist unmenschlich. Sie haben bereits im zweiten Spiel die k. o. Runde erreicht. Und eben dieser Druck macht sie fertig. Einfach nur fertig. Da ist es natürlich gut, dass man schon gestern in Sotschi eintraf und dort nicht wieder in einer Jugendherberge übernachten muss. Ach das Meer und das milde Klima müssten doch einiges von dem Druck, dem die armen Jungs ausgesetzt sind, wegnehmen.

Und es gibt ja auch genug Ratschläge von Experten und welche die sich dafür halten. Effe, Berti und nun auch Franzl sie alle haben natürlich Ideen. Und können sie nicht für sich behalten. Nein sie posaunen sie raus.

Ach wäre das ein Desaster, wenn die Mannschaft nach der Vorrunde in den Urlaub fahren könnte. Was machen dann die ganzen Experten? Wahrscheinlich überlegen sie dann 6-10 Wochen an der Frage die Reportern Spielern nach Spielschluss stellen, woran hat es denn gelegen…?

Na dann freuen wir uns auf das Spiel morgen gegen Schweden. Und dann schaun wir einfach mal wie es weiter geht. Eines ist sicher, auch bei einer Niederlage der deutschen Mannschaft wird die Erde sich weiter drehen …, hoffe ich. Und das ist doch auch schon mal was.

 

Nachtrag:

Eben lese ich das Ergebnis des Spiels Argentinien : Kroatien, das ich leider aus zeitlichen Gründen nicht anschauen konnte. Eigentlich wäre es eines der Spiele gewesen, das ich sehen wollte, da ich Kroatien einiges zutraue. Na egal aber die Kroaten haben durch Tore von Rebic, Modric und Rakitic mit 3:0 gewonnen und damit Argentinien in arge Nöte gebracht.

Sollte Deutschland am Sonnabend gegen Schweden nicht gewinnen, wäre es möglich, dass sowohl Deutschland wie auch Argentinien, die Endspielpartner der letzten WM, nach der Vorrunde nach Hause fliegen.

Moment mal: Populismus und dann?

Als am Wahlabend zur Bundestagswahl im September 2017 der AfD-Spitzenkandidat A. Gauland sagte, „wir werden Frau Merkel jagen“, hielt ich das für eine Floskel im Überschwang des geglückten Einzuges seiner Partei in den Bundestag.

Die Bundeskanzlerin ließ sich nicht jagen, jedoch ihr „Parteifreund“ aus Bayern der jetzige Bundesinnenminister H. Seehofer und dessen CSU. Er, der bayerische Ministerpräsident Söder und der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag A. Dobrindt sind wegen des Wahlkampfes in Bayern und den für die CSU vernichtenden Vorhersagen derart nervös, dass sie sich tatsächlich von der AfD treiben lassen. H. Seehofer möchte Flüchtlinge an der bayerischen Grenze zurückweisen, wenn sie vorher in einem anderen EU-Staat erfasst wurden. Ist zumindest rein rechtlich möglich nach deutschem Gesetz. Jedoch nicht nach Europäischen. Da ist eine Sofortzurückweisung nicht möglich und das weiß er natürlich auch, ist aber egal es klingt eben so dynamisch für die Wählerinnen und Wähler. Und die so lapidar ausgesprochene Zurückweisung bedeutet de facto eine Grenzschließung. Nur sagt er das natürlich nicht, denn das könnte dann doch den einen oder anderen erschrecken.

Und was soll das Ganze überhaupt? Stehen die Flüchtlinge an den Grenzen etwa immer noch Schlange? Rund 80.000 Flüchtlinge kamen bis Juni ins Land. Rechnet man das aufs Jahr um so würde man die auch von der CSU ausgehandelte Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen nicht einmal erreichen. In Bayern stehen viele der eingerichteten Unterkünfte für Neuankömmlinge leer. Und auch die CSU hatte im Koalitionsvertrag unterschrieben, dass es in der Flüchtlingsfrage nur eine europäische Lösung geben könne. Ja eine Zurückweisung von Flüchtlingen an den deutschen Grenzen bezeichnete H. Seehofer noch vor einem ¾ Jahr als äußerst problematisch und auf einmal soll es ganz einfach gehen? Nun H. Seehofer hat noch nie interessiert, was er vor 2 Stunden sagte. Dann interessiert ihn noch viel weniger, was ein ¾ Jahr zurückliegt. Und die Unterschrift zum Koalitionsvertrag hat man ihm wahrscheinlich aufgezwungen.

Einer Umfrage des BR nach sind selbst in Bayern 41 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass A. Merkel die bessere Flüchtlingspolitik betreibt. Für H. Seehofer waren es 40 Prozent. Also nicht einmal in Bayern ist man von ihm mehr überzeugt als von der Kanzlerin.

Es dürfte ein einmaliger Vorgang in der deutschen Nachkriegsgeschichte sein, dass eine Partei nur wegen einer Landtagswahl den Bruch der Regierungskoalition in Kauf nimmt. Ja sogar eine weitere Spaltung Europas. Denn nicht nur die Kanzlerin versucht die europäischen Länder die sie unterstützen hinter sich zu bringen, sondern auch die CSU.

Und das alles nur wegen der Angst die absolute Mehrheit, welche die CSU offensichtlich als ihr verbrieftes Recht in Bayern ansieht, zu verfehlen. So wird versucht den Wählerinnen und Wählern zu suggerieren welch einfache Lösungen die CSU doch für all die Probleme auf Lager hat.

Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal geschrieben, es gibt in der Politik keine einfachen Lösungen für sehr komplexe Zusammenhänge. Einfache Lösungen gibt es nur an Stammtischen und den sogenannten sozialen Medien.

Schon deshalb kann ich nicht begreifen, dass populistische Bauernfänger in den letzten Jahren solch einen Zulauf erfahren. Parteien oder Politiker die dem Volk einfache und schnelle Lösungen anbieten, sind politische Scharlatane. Denn schnelle Lösungen sind meist keine guten Lösungen.