Jahr der Jubiläen Teil V

Die Zeit im Allgäu habe ich jedenfalls in bester Erinnerung. Das hatte sich viel besser entwickelt, als ich vorher gedacht hatte. Aber eine kleine Geschichte muss ich dann doch noch erzählen. In einer der vorhergehenden Fortsetzungen hatte ich geschrieben, dass mir ein fehlender Wecker fast einmal zum Verhängnis wurde.

Da ich ja nun 18 Jahre alt war, konnte ich die Zeit im Allgäu natürlich auch dazu nutzen meinen Führerschein zu machen. Also meldete ich mich bei einer Fahrschule an und losging es. Ich weiß es nicht mehr genau, jedoch nach 10-12 Fahrstunden wurde ich zur Prüfung angemeldet. Wenn man die Stundenzahl heute liest die ich für meinen Führerschein benötigte, so wird es ungläubiges Staunen hervorrufen. Es war aber so. Also kam der Tag der Fahrprüfung. Ich nahm mir einen Tag Urlaub und ging es ganz ruhig an. Zu ruhig! Denn gerade an diesem Tag habe ich verschlafen. Zu meinem Glück habe ich die Prüfung mit einem Kollegen aus dem Betrieb gemacht und der pfiff morgens um mir zu signalisieren, dass er da wäre um mich abzuholen. Nur dummerweise wurde ich durch den Pfiff erst wach. Nie hatte ich verschlafen in all den Monaten. Und an diesem Tag war es dann soweit. In Rekordzeit habe ich mich gewaschen und angezogen. An Frühstück, ich gehe sonst ohne Frühstück nie aus dem Haus, war nicht zu denken. Der Zug wartete nicht auf uns. Dazu muss ich schreiben, dass wir die Prüfung nicht am Ort, sondern in Kaufbeuren ablegen mussten.

So hechelten wir zum Zug und erwischten ihn tatsächlich noch kurz vor der Abfahrt. Und dann ging es erst einmal zur schriftlichen Prüfung. Mit knurrendem Magen, das kann ja gut werden, dachte ich. Füllte die Bogen aus und gab sie ab. Der Fahrprüfer war laut unserem Fahrlehrer ein „harter Hund“. Diese Beurteilung kann ich nur bestätigen. Es fehlte nur noch, dass man vor ihm salutieren muss. War wohl einer dieser „übrig gebliebenen“. Egal ich habe die schriftliche Prüfung ohne Fehler abgegeben und da hatte man schon ganz gute Karten bei ihm. Dazu muss ich schreiben, die Fragen damals waren mehr als banal. Nicht zu vergleichen mit einer heutigen Führerscheinprüfung.

Nun ging es also an die praktische Prüfung und ich war hungrig und nervös. Wenn ich über einen längeren Zeitraum hungrig bin, werde ich muffig. Also sagte ich mir, bleib ruhig und wenn dir der Prüfer auch noch so dumm kommt. Und das kam er, der war nur am knurren und ich dachte schon, machst du denn überhaupt nichts richtig. Jedoch signalisierte mir der Fahrschullehrer, alles in Ordnung. Also war der Prüfer wohl immer so.

Keine Ahnung wie lange ich mit dem rum kurvte, aber irgendwann sagte er dann, fahren sie jetzt bitte rechts ran und stellen sie den Wagen ab. Also parkte ich den PKW ein und drehte mich um, damit ich auch keinen Radfahrer übersah, und bin ausgestiegen. Der Prüfer unterschrieb in dieser Zeit meinen Führerschein und übergab ihn mir mit den Worten, „hier ist die Pappe aber passen sie auf, dass sie sie nicht schneller wieder los sind, wie sie sie bekommen haben“. Und ich war hungrig und eigentlich muffig jedoch in diesem Moment viel einiges an Spannung ab. Das war am 25.07.1968 also genau vor 50 Jahren.

Nachdem die anderen Prüflinge ihre Pappe auch bekamen, fuhren wir mit dem Fahrlehrer zurück und gingen erst einmal richtig Frühstücken. Nun hatte ich also heute vor 50 Jahren auch den Führerschein erworben.

So das war es aus dem Allgäu. Weiter geht es dann mit dem großen Highlight für mich im September 1968.

Fortsetzung folgt im September.

 

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