Moment mal: Finger weg!

Die Tage vom letzten Dienstag bis zum späten gestrigen Abend zeigten wieder einmal, das Olympiastadion von Berlin ist eine einzigartige Arena. Was in diesen Tagen an hervorragenden Leistungen geboten wurde, musste einen einfach begeistern.

Und das Konzept von Berlin ging voll auf. Auf dem Breitscheidplatz wurde eine Mini-Arena aufgebaut und dort war dann auch die Qualifikation der Kugelstoßer. Was ihnen, nach eigener Aussage, viel Freude bereitet hat.

Auf die einzelnen Wettkämpfe gehe ich jetzt nicht ein, das würde den Rahmen sprengen. Doch was mir gestern besonders imponierte, waren die spontanen Glückwünsche, der Konkurrenz, an den jungen schwedischen Stabhochspringer Armand Duplantis, als dieser erst über 6 und danach über 6,05 Meter gesprungen war. Das ist echter Sportsgeist.

Der britische Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Sebastian Coe, ein hervorragender Mittelstreckler früherer Tage, ältere die hier lesen, erinnern sich vielleicht, hatte während der EM ein Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin und da ging es auch um die blaue Bahn des Stadions, die Hertha ja unbedingt weghaben möchte. M. Müller versicherte Coe, sie wird nicht abgerissen werden.

Und es wäre ja auch jammerschade um dieses einmalige Stadion und seine Atmosphäre. Denn bei Leistungen können auch 30-40tausend Zuschauer mächtig Stimmung machen. Das haben die EM-Tage von Berlin bewiesen. Vielleicht sollte Hertha einfach auch Leistung zeigen. Denn dann würde die Mannschaft auch von den Zuschauern getragen wie viele Athleten im Stadion.

Und dann gab es doch noch Kritik von Teilnehmern. Jedoch nicht am Stadion oder der Veranstaltung, sondern an der Bundeskanzlerin und deren fernbleiben. Das sah ich nicht so dramatisch. Vermisst hat sie außer vielleicht die Sportlerinnen und Sportler, bestimmt niemand im Stadion.

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6 Kommentare zu “Moment mal: Finger weg!

  1. ballblog sagt:

    Ich habe da nur mal reingezappt gestern Abend – tolle Atmosphäre wie seinerzeit bei der LA-WM.
    Vielleicht sagt mal jemand dem Preetz, daß ein Stadion ohne Laufbahn nicht automatisch voller wird. 🙂

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  2. rabohle sagt:

    Die blaue Bahn ist irgendwie ein Mrkenzeichen und bleibt hoffentlich auch bestehen.

    Kritikpunkt war allein die (Fehl-)Messungen.

    Fairplay zwischen den Sportlern und auf den Tribünen (keine Schlägerei, ständiges Mit- kein Gegeneinander), von dem man in der Fußballligen derzeit leider nur träumen kann.

    Dass die Kanzlerin nicht gekommen ist, stößt aber schon mächtig auf. Es drückt eine gewisse Wertschätzung aus, denke ich mal – und die Leichtathleten sehen im Fernbleiben bestimmt eine Abstufung zu Fußballmillionären, die sie sportlich bestimmt nicht verdient haben.

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    • sigurd6 sagt:

      Die Fehlmessung war nicht das einzige, was schief ging. Einige Male wurde auch die Startreihenfolge der Athleten etwas durcheinandergebracht. Die Sportler nahmen all das erstaunlich gelassen. Die Weitenmessung soll einige Wochen vorher in zwei anderen Stadien auch versagt haben. Da muss dringend etwas geschehen, so scheint es.

      Das Publikum ist halt doch anders als bei Fußballspielen. Hoffentlich bleibt es so.

      Na ja die Kanzlerin war im Urlaub und flog dann auch gleich nach Spanien zu Gesprächen mit der spanischen Regierung. Dass die Sportlerinnen und Sportler sich gefreut hätten, wenn sie erschienen wäre, kann ich verstehen. Ob es die Veranstaltung jedoch aufgewertet hätte, bezweifele ich. Die Resonanz auf die Tage von Glasgow und Berlin war so gewaltig, das hatten die Veranstalter sich wohl erträumt aber kaum geglaubt.

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