RRRRuuuuummmmsssssssssss!!!

Da war die Tür zugeknallt. Mit einem lauten Knall hatte sich M. Özil aus dem Kreis der Nationalmannschaft verabschiedet. Na ja verabschiedet wäre jetzt eigentlich stark übertrieben. Aber gut er ist wieder auf der Insel und war wahrscheinlich auch reif dafür.

Und wo war der Bundesjogi? Wo war seine Stellungnahme dazu? Er konnte wahrscheinlich wegen Überlastung nicht vor die Mikrofone treten, um etwas zu sagen. Er ist ja seit Monaten mit einer Analyse beschäftigt. Wobei man sich so langsam fragt, was dauert da eigentlich so lange? Was kaspert er so lange herum? Wahrscheinlich hofft er, dass nach dem Start der Bundesliga der Focus der meisten eh bei ihrem Verein liegt und seine Stellungnahme dann doch eher untergeht.

Nun haben sich ja einige Spieler zum Thema Özil geäußert. Der Tenor all dieser Aussagen lässt zumindest einen gewissen Verdacht aufkommen. Man hat sich wohl, ich schreibe es mal vorsichtig, auf eine Linie geeinigt. Ob Neuer, Werner oder Kroos, irgendwie klingen sie, bis auf Kroos alle gleich.

Und keiner der alten Recken tritt freiwillig aus der Nationalmannschaft zurück. Und nun hat auch noch Gündogan verkündet, er spielt weiter in der Nationalelf. Das dürfte die Pläne des Bundesjogi, falls er denn je einen Plan zur Erneuerung hatte, nicht gerade einfacher machen. Wollte er die Mannschaft nicht verjüngen? Hat es Zweck an den alten Haudegen festzuhalten oder sollte er vielleicht doch einigen nahelegen sich die nächsten Jahre doch eher auf ihre Vereine zu konzentrieren?

Doch wie sieht eine Verjüngung der Mannschaft aus? Gomez trat zurück. Und wer könnte an seine Stelle treten? Petersen? Mit knapp 30 Jahren wohl eher kein Nachwuchstalent. Wagner spielt nach eigenen Aussagen nie wieder in der Nationalelf, auch er wäre mit über 30 kein Nachwuchsspieler. Davie Selke von Hertha BSC? Zweifellos einer mit Perspektive, aber Nationalmannschaft? Da muss man abwarten. Der einzig gesetzte dürfte im Moment Timo Werner sein. Und dessen Leistungskurve zeigte in letzter Zeit auch nicht gerade nach oben.

Wie auch immer, es wird Zeit, dass der Bundestrainer aus seiner Höhle kommt, und sagt wie er sich die Perspektive der Mannschaft vorstellt. Für meine Begriffe hat er sich viel zu lange versteckt. Souveränität sieht anders aus. Oder glaubt er, durch die ständige Präsenz in der Werbung, ist er genug in der Öffentlichkeit?

Moment mal: Spurwechsel?

Wow da hat man ja wieder ein Schlagwort gefunden. Seit Tagen geistert es durch die Medien. Spurwechsel, was ist ein Spurwechsel? Woher kennt man Spurwechsel? Na klar diese nervenden Autofahrer, die laufend die Spur wechseln, weil sie glauben, dadurch schneller ans Ziel zu kommen.

Doch damit hat es nichts zu tun. Sondern es geht um Asylsuchende, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die jedoch mittlerweile über gute Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und sogar noch eine Berufsausbildung hinter sich haben. Hier hatte der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Daniel Günther CDU) die Idee, diese nicht abzuschieben, sondern, was ja durchaus vernünftig wäre, ihnen ein Bleiberecht zu sichern. SPD, GRÜNE und ja sogar die FDP finden das einen vernünftigen Ansatz. Nur die Bundeskanzlerin und ihr Innenminister natürlich nicht.

Und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier fürchtet, dass man damit ein falsches Zeichen setzen könnte. Nach dem Motto, wenn es mit dem Asyl nicht klappt, versuchen wir es eben über einen erlernten Beruf. Und hat folgendes vorgeschlagen, man könne ja eine Sonderregelung treffen. Diese Regelung würde eben nur die betreffen, die bereits im Land sind und für die, die Voraussetzungen zutreffen. Ich finde, diesen Vorschlag sollte man ernsthaft diskutieren. Und nicht gleich wieder in die üblichen Schnappatmungen verfallen.

Denn weshalb soll man Menschen abschieben, die sich sprachlich wie beruflich bereits in der Bundesrepublik integriert haben? Natürlich mit der Einschränkung, dass keine strafbaren Handlungen zur Ablehnung des Asylantrages führten. Und damit meine ich nicht, dass mal ein Brötchen geklaut wurde.