Erdogan und Hertha BSC

Da gibt es keinen Zusammenhang? Oh doch, der Diktator aus Ankara kommt am 28.09. nach Berlin und schon herrscht helle Aufregung bei der Polizeiführung in Berlin. Am gleichen Tag spielt Hertha BSC gegen den FC Bayern München im Berliner Olympiastadion. Das ist nun tatsächlich ein Spiel das alles andere als ein Spiel mit hohem Sicherheitsrisiko. Und dann laufen auch noch die Vorbereitungen für die Feiern zum 3. 10., die dieses Mal in Berlin stattfinden.

Zum Besuch des Diktators aus Ankara werden dann noch einige Demonstrationen erwartet. So wurde dem Berliner Innensenator Geisel nahe gelegt den Notstand auszurufen. Die Polizei in Berlin fühlt sich damit überfordert. Gut das kann man nachvollziehen. Fraglich ist, ob ein Diktator in der Hauptstadt empfangen werden muss. Man kann ihn ja auch irgendwo in Kleinkleckersdorf empfangen. Und mit militärischen Ehren? Das ist ja wohl völlig daneben.

Natürlich ist ein Spiel der Fußballbundesliga nicht das wichtigste Ereignis der Weltgeschichte. Doch die 300 Beamten, die man für solch ein Spiel abstellt, sollte man doch noch zusammen bekommen. Nicht, dass ich falsch verstanden werde, ich kenne die Personalmisere der Berliner Polizei. Doch diese ist nicht erst seit gestern bekannt. Und wenn man mit dem Besuch eines Diktators und der Durchführung eines Bundesligaspieles überfordert ist, dann muss man sich wohl tatsächlich ernsthafte Sorgen um die Sicherheit in dieser Stadt machen. Für Hertha BSC würde es bedeuten, dass man von 7 Spieltagen nur 2 Heimspiele hätte. Und die Fans aus München möchten wahrscheinlich auch wissen ob sie am 28. 09. oder davor nach Berlin anreisen sollen. Das Spiel ist bereits fast ausverkauft.

Sollte der Innensenator tatsächlich den Notstand ausrufen, so wäre das der Offenbarungseid einer jahrelang verschlafenen Innenpolitik des Senates von Berlin.