Moment mal: Entschuldigung??!!!

Im Moment scheinen Entschuldigungen ganz groß in Mode zu sein. Ursula von der Leyen entschuldigt sich wegen des Moorbrandes. Der Papst entschuldigt sich wegen der Missbrauchsfälle. Der Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx ebenfalls wegen der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

Als ob es mit Entschuldigungen getan wäre. Und dann ist alles vergeben und vergessen? Das hätte die katholische Kirche wohl gerne. Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle. Sondern um Missbrauch von Kindern im großen Stil. Und das muss aufgearbeitet werden und zwar nicht mit einer Entschuldigung sondern strafrechtlich. Auch wenn die katholische Kirche das natürlich verhindern möchte.

Wie müssen sich Kinder fühlen die glaubten bei den Geistlichen sicher zu sein und dann gnadenlos missbraucht wurden? Wie müssen sich die Eltern der Kinder fühlen, die ihre Kinder im guten Glauben zu diesen Kinderschändern ließen? Jeder andere Erwachsene würde dafür hart bestraft werden und das völlig zu recht.

Nein eine Entschuldigung reicht hier bei weitem nicht aus.

Moment mal: Murren und knurren

So langsam formieren sich die Gegner und Gegnerinnen der Bundeskanzlerin in den Reihen der CDU. Und für viele kam die Abwahl des Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder völlig überraschend. Er wurde abgewählt, obwohl sich gerade die Bundeskanzlerin und der Bundesinnenheimatminister H. Seehofer für ihn aussprachen. Oder gerade deswegen?

Der Niedergang des Volker Kauder begann für mich spätestens als er offensichtlich die dunklen Wolken am Himmel der Schwesterparteien CDU/CSU nicht rechtzeitig erkannte. Als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag hätte er das Spiel des Horst Seehofer und seines Wadenbeißers A. Dobrindt in der Flüchtlingsfrage viel früher erkennen und entschärfen müssen. Das ist ihm damals nicht gelungen und brachte die Regierungskoalition in eine schwierige Lage. In eine Lage, die sich bis heute durchzieht. Die Gräben zwischen CDU, CSU und SPD werden nur notdürftig zugeschüttet und die Regierungsmannschaft gibt nach außen ein zerrüttetes Bild ab.

Volker Kauder ist der Vertraute der Bundeskanzlerin. Auch für sie ist das ein schwerer Rückschlag und zeigt, dass sie nicht mehr unumstritten ist. Auch wenn man in der Fraktion beteuert, dass man voll hinter der Kanzlerin steht. Wie gefährlich solch eine Aussage ist, davon können viele Führungskräfte ein Lied singen. Für einen Fußballtrainer ist solch eine Aussage schon fast die Aufforderung sich seine Papiere abzuholen.

Normalerweise sollte solch eine Abstimmung in einer Demokratie normal sein. Wenn zwei für einen Posten kandidieren muss es einen Verlierer geben. Doch hier, so scheint es, ist die Beendigung einer Ära endgültig eingeläutet worden.

Bleibt zu hoffen, dass spätestens nach den Wahlen in Bayern und Hessen die Karten in Berlin neu gemischt werden. Dem Land würde es guttun, wenn endlich wieder Politik in Berlin gemacht werden würde. Ob das jedoch mit der Bundeskanzlerin und dem Innenminister zu machen wäre, wage ich zu bezweifeln. Zumindest hier muss endlich eine Entscheidung fallen.