50 Jahre Berlin!

Das Jahr der Jubiläen – Ende!

Endlich war es soweit. Am 30. September 1968 landete ich so gegen 10:30 Uhr auf dem Zentralflughafen Berlin-Tempelhof. In mir war mehr als eine freudige Erwartung. Schon im Flughafengebäude sog ich alles in mir auf.

Berlin, endlich war ich in der Stadt angekommen, in die ich schon lange wollte. Damals machte ich mir wenig Gedanken, wie lang ich hierbleiben möchte. Ich ließ es auf mich zukommen. Dass jedoch 50 Jahre daraus werden, hätte ich wohl auch nicht gedacht.

Natürlich war es ein ganz anderes Gefühl als im Allgäu oder in meiner Geburtsstadt. Bange war mir jedoch nicht. Denn einige meiner Freunde und Freundinnen waren schon ein paar Monate oder ein paar Jahre vor mir nach Berlin gezogen und so waren wir ein recht ansehnlicher Kreis aus der „alten“ Heimat.

Das hat mir anfangs natürlich sehr geholfen und so lebte ich mich relativ schnell ein in der großen, damals noch geteilten Stadt.

Die ersten Wochen waren unglaublich aufregend. Unser Stamm-Schuppen war das Big-Apple. Das gibt es schon lange nicht mehr. Doch in den 1960er und 70er Jahren war der Laden einfach toll. So richtig super fand ich es jedoch im Old Eden in der Damaschkestraße. Ein unheimlich irrer Schuppen, den es so leider auch schon lange nicht mehr gibt.

Aber natürlich bestand mein Leben nicht nur aus Discos. In meinem Beruf hatte ich es auch ganz gut getroffen. In unserer Abteilung gab es einen älteren Kollegen, der junge Menschen aus Westdeutschland am Wochenende Berlin zeigte. So lernte ich nach kurzer Zeit den Grunewald, Wannsee, Tegeler Forst und Tegeler See kennen. Das Schloss auf der Pfaueninsel welches der Drehort für etliche Edgar Wallace Filme war.

Tja und so lebte ich mich in Berlin ein. Es ist kaum zu glauben, dass es schon 50 Jahre her ist.

1968 war für mich wahrscheinlich das ereignisreichste und aufregensde Jahr mit einer Menge Veränderungen. Gerne denke ich daran zurück und frage mich, was wohl aus den vielen Weggefährten geworden sein mag. Im Laufe der Zeit hat man sich doch aus den Augen verloren.

Als ich die Geschichten in diesen Monaten aufgeschrieben habe, konnte ich nicht glauben, dass das alles 50 Jahre her sein soll. Und finde es erstaunlich, was sich in den Jahren so alles veränderte. Als ich nach Westberlin kam, hätte ich niemals geglaubt eines Tages im ehemaligen Ostteil der Stadt zu wohnen. Immer wenn ich auf eine Aussichtsplattform gestiegen war und mir die Befestigungen ansah, glaubte ich, die sind für die Ewigkeit angelegt.

Eines der tollsten Ereignisse in diesen Jahren war der Mauerfall, und die gewonnene Freiheit der Bürger der DDR. Und die Freiheit der ehemaligen Westberliner, wieder ins Umland fahren zu können. Deutschland ist wieder eins, nun müssten nur bei einigen noch die Mauern in den Köpfen fallen. Und wie haben wir den damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Ronald Reagen damals belächelt, als er diese Sätze sagte.

Und sollte jemand fragen ob ich den Entschluss nach Berlin zu ziehen jemals bereut habe, so schreibe ich gleich, nein zu keiner Minute.

Das war der letzte Teil meiner kleinen Reihe „Das Jahr der Jubiläen“.

Und hier noch drei Songs, die für mich untrennbar mit dem Oktober 1968 verbunden sind.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Berlin.

13 Kommentare zu “50 Jahre Berlin!

  1. lesenbiene sagt:

    Ich habe Deine Zeitreise verfolgt und genau heute sind es 50 Jahre. Herzlichen Glückwunsch. Wenn man so wie Du zurück blickt, fragt m,an sich wo die Zeit geblieben ist, eine Menge Menschen haben diesen Weg begleitet, viele hat man aus den Augen verloren, zu einigen hat man noch Kontakt. Berlin ist Dir zur Heimat geworden, hast Deine Frau gefunden, Kinder groß gezogen( ich glaub es jedenfalls, von einem Sohn hast Du geschrieben), warst später durch die Hauptstadt immer irgendwie im Mittelpunkt des Geschehens. Historische Momente konntest Du erleben.
    50 Jahre Leben, mit einem Ziel in jungen Jahren vor Augen, dass Du nie aus den Augen gelassen hast und nie bereut hast, den ersten Schritt zur Verwirklichung Deines Traums getan zu haben.

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    • sigurd6 sagt:

      Dass das schon 50 Jahre sind, kann ich selbst kaum glauben. Und es stimmt beruflich und privat war Berlin ein voller Erfolg.

      Ich kann auch schreiben, ich hatte viel Glück in meinem bisherigen Leben. Dafür bin ich auch sehr dankbar.

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  2. ballblog sagt:

    Das hat @lesenbiene so schön geschrieben, dem kann ich mich nur anschließen.

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  3. rabohle sagt:

    Nicht zu vergessen, die Reichstagsverhüllung durch Christo. So etwas Schönes hatte ich noch nie vorher gesehen.

    Gibt es das „Mommseneck“ noch? Eine urige Kneipe nahe Ku’damm mit Biersorten, die die Welt noch nicht gesehen hat.

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