Moment mal: Kriminalität abschaffen …

… mit mehr Waffen?

Ich frage mich, welche Hirnwindungen verknotet sein müssen, wenn ein frisch gewählter Präsident, kurz nach seiner Amtseinführung erklärt, er wird den Bürgerinnen und Bürgern des Landes den Zugang zu Waffen erleichtern um die Kriminalität einzuschränken. So äußerte sich der frisch gewählte Präsident Brasiliens Bolsonaro.

Gut die Brasilianer müssen wissen wenn sie wählen. Ich finde diese Entwicklung, dass offensichtlich immer mehr Populisten an die Macht kommen mehr als bedenklich. Sie haben meist, außer holen Sprüchen, keine Lösungen doch die Wähler laufen diesen Rattenfängern hinterher.

Wenn das mal kein böses Erwachen gibt. Jedenfalls kann das nicht die Lösung für die Kriminalitätsbekämpfung sein.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

11 Kommentare zu “Moment mal: Kriminalität abschaffen …

  1. WernerBln sagt:

    Ich denke, das ist die uralte Frage zwischen zwei Theorien:

    1. Der Staat hat ein absolutes Gewaltmonopol und schützt seine Bürger (teuer). Das ist die deutsche (europäische) Variante, die ich für die bessere Lösung halte. Setzt allerdings voraus, dass der Staat auch seine Verpflichtung erfüllt. Will meinen, ausreichend für öffentliche Sicherheit sorgt, also genügend Sicherheitskräfte, die auch durchgreifen dürfen; funktionierende Justiz, die effizient und wirkungsvoll gegen Straftäter vorgeht.

    2. Der Staat überlässt weitgehend den Bürgern, wie sie sich gegen Kriminalität schützen. Das ist dann die kostensparende Variante. Brasilien kann ich nicht wirklich beurteilen aber soweit ich den Medien entnommen habe, herrscht da Wildwest. Dazu gehört dann allerdings fairerweise auch ein weitgehend lockeres Waffenrecht.

    Wenn ich mir die Zustände in unserem Land ansehe, habe ich leider zunehmend Zweifel, ob das Modell 1 noch funktioniert.

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    • sigurd6 sagt:

      In ihrem letzten Absatz beziehen sie sich, so nehme ich an, auf Variante 1. Auch wenn es sehr verbesserungsfähig ist, aber sie funktioniert wohl noch immer besser als in anderen Staaten. Was mich jedoch zunehmend verblüfft ist die Tatsache, dass die Polizeivertreter immer wenn ein neues Gesetz verabschiedet wird sofort kundtun, dass das nicht überprüfbar sei, weil man dazu keine Leute hat.

      Und auf Brasilien bezogen halte ich die Totalbewaffnung für den falschen Weg.

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      • WernerBln sagt:

        „…wird sofort kundtun, dass das nicht überprüfbar sei, weil man dazu keine Leute hat.“

        Grundsätzlich brauchen wir m.E. auch keine neuen Gesetze, Ausnahmen vorbehalten. Es wäre schon sehr hilfreich, wenn die bestehende Gesetzeslage umgesetzt würde! Schon das ist problematisch:

        An Polizei wurde in der Vergangenheit gespart, „bis es quietscht“. Nachdem nun die Politik auch schon entdeckt hat, dass es Sicherheitsprobleme gibt, werden Stellen in die Haushalte eingestellt und das den Bürgern als Lösung verkauft. Tatsache ist allerdings, dass ausgebildete Polizisten nicht vom Himmel fallen, sondern die Ausbildung mindestens 3 Jahre dauert! Kurzfristige Wirkung also gleich Null!

        Noch schlimmer ist m.E. der Zustand unserer Justiz. Unterbesetzt, was u.a. zu „lustigen“ Freilassungen von Straftätern aller Art wegen Fristversäumnis führt, z.B.

        https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/01/entlassung-haft-npd-politiker-maik-schneider.html

        Besetzt mit Richtern, die (meine Meinung) vielfach völlig abgehoben von der Realität urteilen.
        Wie sich diese Kombination auf die Motivation der überlasteten Polizisten auswirkt muss man wohl nicht ernsthaft erörtern!

        Kleine subjektive Anmerkung:
        Ich halte es für irrwitzig, wenn wir unseren ohnehin hochbelasteten Sicherheitskräften auch noch zumuten wollen, sich um irrwitzige Fahrverbotszonen für welche Euronorm auch immer zu kümmern!

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        • sigurd6 sagt:

          Sie gehören, wie ich, einer Generation an, die noch weiß weshalb Berlin über lange Jahre so klamm war und einen rigorosen Sparweg gehen musste. Das war wegen der Bankenaffäre, die es unter dem Diepgensenat gab und für den ja wohl K. Landowski mit verantwortlich war. Damals waren, bin ich der Meinung, K. Wowereit und T. Sarrazin genau die richtigen die gegen alle Beschimpfungen Berlin wieder etwas aus den Schulden holten. Auch gegen große Widerstände in der eigenen Partei.

          Darunter litten natürlich alle öffentlichen Einrichtungen und die Polizei. Nur erinnert sich daran heute fast niemand mehr, wer eigentlich der Auslöser der ganzen Misere war, in der Berlin heute steckt.

          Außerdem dürfte der Polizeiberuf heute zu den unattraktivsten Berufen gehören. Ähnlich wie Lehrer oder mittlerweile auch Feuerwehr.

          Momentan versucht man, das versäumte, mit Macht wieder auszugleichen, doch das dürfte eine sehr lange Zeit in Anspruch nehmen.

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          • WernerBln sagt:

            Was B anbetrifft, haben Sie natürlich nicht unrecht. Mein Fehler mit dem „Quietsch“! Ich meinte allerdings eigentlich D insgesamt, aus eigener Anschauung auch insbesondere die östlichen Bundesländer. Haben Sie eine Vorstellung von der Polizeidichte dort und dem Zeitrahmen von 110 bis Eintreffen? Selbst in B leben wir da noch auf einer Insel der Seligen 😉

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  2. rabohle sagt:

    Vermutlich hat El Präsidente beim Trumpeltierchen abgeschaut. Der will ja auch Lehrer bewaffnen, damit das Schießen nicht so einseitig ist.

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  3. ballblog sagt:

    Nal sehen, wie lange der sich hält…..

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  4. Berta sagt:

    Wer Wind sät, wirs Sturm ernten…

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