Moment mal: Planlos durch den Brexit!

Sie wollte gestern den Plan B vorstellen und was kam dabei heraus? Sie hatte einen Plan B der aber der Plan A war. Also im Klartext, „ihr störrischen Abgeordneten des Unterhauses, wenn ihr dem von mir ausgehandelten Abkommen nicht zustimmt, dann gibt es eben einen Brexit ohne Abkommen“.

Gut ich habe das jetzt mal mit meinen Worten zusammengefasst, was die britische Premierministerin do fein umschreibt. Jedoch ist es schon abenteuerlich, was sie in den letzten Wochen vollführt. Sie, die ja eigentlich keine Befürworterin des Brexit ist, oder war, oder wie auch immer ihre momentane Einstellung sein mag, was würde sie sich vergeben, wenn sie ein zweites Votum befürworten würde?

Ob der Ausgang ein völlig anderer wäre, ist ja immerhin nicht gewiss. Jedoch könnte sie dann vom Willen des Volkes sprechen. Denn im Moment sieht es so aus, als ob viele Briten vom Brexit die Nase gestrichen voll hätten.

Durch den Brexit geht mittlerweile ein tiefer Riss durch die Bevölkerung und das Unterhaus. Schon deshalb sollte Theresa May daran gelegen sein, hier schnell zu einer Entscheidung zu kommen. Und ihr Spiel auf Zeit ist dem nun wirklich nicht förderlich. Nach der krachenden Niederlage im Unterhaus glaubte ich an die Vernunft der Premierministerin und, dass sie nun tatsächlich zu einer zeitnahen Lösung kommen möchte. Offenbar habe ich mich getäuscht.

Viel Zeit bleibt nun nicht mehr. Denn der 29. März rückt immer näher und ein Aufschub des Austrittes ist auch unwahrscheinlich. Denn schon im Mai sind Europawahlen.

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4 Kommentare zu “Moment mal: Planlos durch den Brexit!

  1. rabohle sagt:

    Beim Brexit wird es nur Verlierer geben. Insoweit wird vermutlich seitens der EU ein Zeitzugeständnis kommen, um den Megagau noch abzuwenden.

    Ein zweites Votum? Dann vielleicht ein drittes, viertes Votum, je nach Launenwechsel? Die Briten hatten die Möglichkeit der Abstimmung und diese genutzt. Manchmal hilft eben vorheriges Nachdenken und dann Abstimmungstaten.
    Also werden die Briten auf die Neuwahlen setzen, dann die Partei wählen müssen, die genehm ist. Danach kann es dann zu Verhandlungen über den Neubeitritt zur EU kommen.
    Und bis zu diesem Zeitpunkt werden alle notgedrungen diesen Brexit ertragen müssen – wirtschaftlich werden Existenzen vernichtet werden.

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    • sigurd6 sagt:

      Natürlich wird es nur Verlierer geben. Auch in Dänemark und Island hat man die erste Abstimmung korrigiert. Und viele junge Menschen gingen nicht zur Abstimmung. Dass das ein Fehler war, haben viele erst zu spät erkannt.

      Und eine Verschiebung ist kaum vorstellbar. Denn am 26. Mai sind EU-Wahlen. Wie sollte man damit umgehen? Man kann in einem Land, das sich für den Brexit entschieden hat, ja schlecht Wahlen zur EU zulassen. Formal würde Großbritannien aber bei einer Verschiebung dann noch zur EU gehören.

      Man darf gespannt sein, wie man das lösen wird. Im Moment läuft alles auf die schlechteste Lösung hinaus, dem harten Brexit.

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