Ist bloggen noch attraktiv?

Vielleicht erinnert sich noch jemand an einen Beitrag den ich vor etlichen Jahren, ich glaube noch bei blog.de, veröffentlicht hatte. In diesem Beitrag hatte ich damals geschrieben, dass Bloggende immer wichtiger werden könnten, wenn es mit dem Sterben der Tageszeitungen so weiter geht.

Ich muss gestehen, selten habe ich mich so geirrt. Im Gegenteil, es scheint, als ob bloggen immer unattraktiver wird. Viele Bloggerinnen und Blogger sind auf andere Medien ausgewichen oder haben ganz aufgehört. Andere schreiben nur noch sporadisch. Und ich stelle auch bei mir fest, dass ich mich kaum noch aufraffen kann über Themen, die ich noch vor Monaten sofort in die Tastatur gehämmert hätte, zu schreiben.

Und diese Unlust wird eher stärker als schwächer. Manchmal fange ich ein Thema an und nach einigen Zeilen frage ich mich, wen interessiert das eigentlich? Wie oft hat man schon über das Thema geschrieben, was kann da noch interessant sein? Und Schwupps, schon landet es im Papierkorb.

Wie geht es euch, die ihr ja meist auch bloggt? Habt ihr ähnliche Symptome schon mal an euch festgestellt? Seid ihr auch der Meinung, dass das Bloggen mittlerweile kaum noch Spaß macht? Oder geht es euch wie mir? Ich stelle fest, im Moment kommentiere ich auf anderen Blogs fast lieber als im eigenen zu schreiben.

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Blog.

24 Kommentare zu “Ist bloggen noch attraktiv?

  1. WernerBln sagt:

    Auch wenn ich nur Nutznießer bin und selber aus diversen Gründen keinen eigenen Blog betreibe:
    Ich denke, dass es solche Nischen, jenseits der allgegenwärtigen sozialen Datenkraken gibt, ist wichtig. Ich fürchte, wenn ich denn Zensurwahn in den „Großen“ so sehe, wird es künftig nur noch wichtiger!
    Wie Sie in Ihrem Intro schon sagen, Sie wollen nicht die Welt verändern, will ich auch nicht mehr! Dass der „Spaß“ in diesen Zeiten so ab und an zu kurz kommt, ist auch klar.
    Auch wenn wir manchmal nun gar unterschiedlicher Meinung sind, ist es doch toll, sich in einem -wenn auch begrenztem- Kreis ohne Mod etc. mal austauschen zu können. In meinen Augen übrigens eine Grundidee des Internets seit seiner zivilen Entstehung!
    In diesem Sinne und OT: Halten Sie durch und danke!

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    • sigurd6 sagt:

      Wir kennen uns ja nun schon seit über 10 Jahren in der virtuellen Welt und trotz der teilweisen sehr unterschiedlichen Meinungen haben wir uns, so kann ich das von mir sagen, schätzen gelernt.

      Wie ich es schon seit über 10 Jahren schreibe und nicht müde werde es zu schreiben, man muss die Meinung des anderen ja nicht immer teilen. Aber respektieren solle man sie.

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  2. Berta sagt:

    Ja und nein. Ich bin recht zwiegespalten, was dieses Thema angeht. Alles, was du über dein eigenes Empfinden schreibst, kenne ich selbst und es ging oder geht mir genauso.
    Ich denke (und hoffe) aber, dass das Bloggen nicht „dem Tod geweiht“ ist. Weil ich es auch enorm wichtig, schön, interessant, verbindend und bildend empfinde. Ich denke eher, dass die meisten anderen Plattformen, die vielleicht im Moment noch total hipp und angesagt sind, irgendwann im Nirvana verschwinden werden. Ich hoffe es…
    Kommunikation mit Sinn und Verstand über alle nur denkbaren Themen, Meinungs- und Gedankenaustausch, Quellenverweis, gemeinsames Lachen – auch mal über Unsinn, gegenseitiges Verständnis und Respekt – all das wünsche ich mir. Und ich sehe die Grundlagen dafür momentan nirgends anders als in einer Blogcommunity.
    Ich hoffe sehr, dass sich über kurz oder lang viele „alte und neue Blogger“ darauf besinnen werden.

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    • sigurd6 sagt:

      Dass die sogenannten „sozialen Netzwerke“ im Nirwana verschwinden glaube ich nicht. In den Blogs in denen wir uns rumtreiben geht es zum Glück gesittet zu. Sonst hätte ich schon längst dichtgemacht.

      Das ist, so finde ich das große Glück, dass wir insgesamt eine nette Truppe in all den „gefolgten Blogs“ sind. Auch wenn es mal zu Unstimmigkeiten kommt, werden diese meist irgendwann ausgeräumt.

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      • Berta sagt:

        Ja, das sehe ich genau so. Meinungsverschiedenheiten, auch mal Mißverständnisse, gehören auch mal dazu. Wenn man sich gegenseitig Respekt zollt, dann sind sie schnell wieder ausgeräumt und/oder vergessen. Hochschaukeln muss ich mich allerdings nicht. Dann lasse ich lieber ein bißchen Luft an eine Sache. Mit etwas Abstand sieht „das Problem“ oftmals schon ganz anders aus. Lieber habe ich Spaß oder führe eine angeregte Diskussion.

        Ich bin auch froh, dass wir eine nette Truppe sind. Das hast du genau richtig formuliert. 🙂

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  3. rabohle sagt:

    Nö, bloggen macht noch Spaß. Allerdings möchte ich auch Etwas verändern.

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    • sigurd6 sagt:

      Aber nur wenn Werder gewinnt, oder? 😀

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      • rabohle sagt:

        Warte, ich versuche gerade mich an einen Sieg zu erinnern …. :):)

        Nein, ich möchte in der Tat etwas verändern und damit die Welt hoffentlich etwas besser zu machen.
        Wenn ich z.B. auch Werbung für Sea-Watch mache und nur einen Leser dazu bringen, auch etwas zu spenden (die Höhe ist dabei egal), aber mehr noch, darüber nachzudenken, dass teilweise beim Sterben zu/weggesehen wird .. habe ich dieses Ziel schon erreicht.

        Auch denke ich, dass das Retten der Demokratie ein Ziel sein muss, was ich dann erreichen kann, wenn auch nur ein Wähler weniger bei antidemokratischen Vereinigungen ihr Kreuz machen, aufgrund eines Eintrages, eines Kommentars.

        Das ist – neben der Information und neben dem Blog-Spaß – mit ein Grund fürs blogen.

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  4. ballblog sagt:

    Was das Allgemeine angeht: Bloggen wird hierzulande nie diese Bedeutung haben wie in anderen Ländern, wo es mit der Pressefreiheit weniger gut bestellt ist als hier.

    Und im Blogbereich denke ich, daß sich die Bloggerei auch gesund schrumpfen wird. Daß viele der „Influencer“ auf andere Medien ausweichen.
    Was bleibt, das sind Leute wie wir hier – die gerne miteinander kommunizieren und einen Austausch zu allen möglichen Themen auch im Wortsinn „pflegen“ wollen.

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    • sigurd6 sagt:

      Zum Glück hat sich bei WordPress eine tolle Truppe gefunden. Nur leider schrumpfd sie immer mehr. 😀

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    • rabohle sagt:

      Genau das ist es auch: Wir hatten Gespräche mit Partnern, die nicht in einer solchen Meinungsfreiheit leben dürfen. Die haben sich über den blog und die Äußerungen gewundert. Dann aber weiß man erst, welch hohes Gut die Meinungsfreiheit (und damit auch die blogfreiheit) darstellt. Manchmal muss man sich nur vor Augen halten, wie gut es einem eigentlich geht.

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  5. Dieter sagt:

    Für mich ist bloggen nach wie vor wichtig.
    Hilft es mir doch meinen Tagesablauf etwas zu strukturieren und damit die Symptome des Burn-outs unter Kontrolle zu halten.
    Wenn ich könnte, würde ich gerne noch mehr in meinem Blog schreiben, aber leider fehlt mir dazu oft die nötige Konzentration.

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  6. brathahn sagt:

    Die Symptome kann ich gut nachvollziehen.

    Gerade die Frage „wen interessiert das überhaupt“ stelle ich mir sehr oft und genau die hat bei mir zu einer ziemlichen Blogfaulheit auf meinem eigenen Blog geführt.

    Sicher macht die Abwanderung zu anderen sozialen Medien auch was aus, das führt vielleicht auch dazu, dass man anfangs meinen mag, Blog & Co. parallel zu betreiben und irgendwann stellt man fest, es ist „too much“. Nun könnte ich mir vorstellen, dass dann viele bei anderen schnelllebigeren sozialen Medien bleiben, denn dort ist es irgendwie so, dass da so eine Fülle von Informationen auf einen einprasselt, dass man die teils kaum komplett sichten kann, aber unterm Strich auch kaum jemand merkt, ob und wie da Resonanz kommt (…und wirkliche Resonanz sind nun mal keine Likes…).

    Nun ist Bloggen und gelesen werden das Eine, aber die Kommunikation in den Kommentaren aber das Andere, was für mich persönlich eigentlich den Reiz hier ausmacht, ich mag die Resonanz und es ergeben sich doch oft interessant und natürlich auch lustige Diskussionen. Und gerade die sind nicht nach kürzester Zeit irgendwo im digitalen Chaos verschwunden, sondern halt relativ leicht wiederzufinden, nachzulesen und ggf. fortzuführen.

    Ich merke aber immer mehr, dass das nachgelassen hat und muss mir dabei auch an die eigene Nase fassen, das muss ich ehrlich zugeben.

    Ich folge mittlerweile zu vielen Blogs, teils ist es auch so, dass die sich auch in eine Richtung entwickelt haben, die mich nicht mehr so wirklich interessiert. Ich müsste also einfach mal aufräumen und mich wieder etwas mehr mit den dann verbleibenden Blogs beschäftigen, die intensiver lesen und auch selbst dort mehr kommentieren. Ich denke mal, das geht auch vielen anderen Bloggern ähnlich und hat sich wohl irgendwie im Lauf der Zeit so eingeschlichen, dass man es nicht so sehr mitbekommen hat, weil es eher schleichend passiert ist.

    Was in den letzten Jahren m.M. nach aber auch im Blogbereich zugenommen hat, ist die Intoleranz gegenüber anderen Meinungen, ich bin der Meinung, das hat es so früher nicht gegeben, der Umgang war respektvoller. Aber vielleicht ist das von FB & Co. hierher gekommen, denn dort wird sich ja gern mal rücksichtslos verbal aufs Maul gehauen, um das mal so zu nennen.

    Dass dadurch natürlich dann die Motivation auch leidet, kann auch ein Grund sein…

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    • sigurd6 sagt:

      Schon deswegen halte ich den Kreis, derer die ich „verfolge“ relativ klein. Denn sonst wird es, wie Du schon schreibst, unübersichtlich.

      Intoleranz lese ich eigentlich eher selten in den Blogs, denen ich folge. Auch in unserem Gemeinschaftsblog funktioniert es doch ganz gut. Da habe ich schon andere Blogs erlebt.

      Ich habe z. B. am Anfang einige User aus meinem Blog ausgeschlossen, die meinten hier ihren Dreck abladen zu können. Das war nervend aber nur so bekommt man Ruhe in den Blog. Und so funktioniert es, toi, toi, toi, seit Jahren. Klar wird es bei manchen Themen etwas grenzwertiger. Aber so lange man sich gegenseitig respektiert, schreite ich nicht ein.

      In Deinem Blog herrsch leider auch eher Funkstille.

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      • brathahn sagt:

        In den Blogs, denen ich folge, ist das auch okay. Aber ich folge auch schon einigen nicht mehr, in denen sich das im Lauf der Jahre spürbar in diese Richtung entwickelt hat, das fand und finde ich schade.
        Aber natürlich kann sich im Lauf der Zeit auch der Mensch ändern, der ja hinter jedem einzelnen Blog steht.

        Ja, Asche auf mein Haupt, ich versuche mich ehrlich immer wieder aufzuraffen, aber noch will mir das nicht so richtig gelingen… 😦

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  7. verbalkanone sagt:

    Ob Bloggen attraktiv ist? Diese Frage habe ich mir nie gestellt. Ich blogge, weil es mir Spaß macht, mich mit anderen Menschen auszutauschen, zu diskutieren, mich zu streiten, andere Sichtweisen und Meinungen kennenzulernen und nicht, um attraktiv zu sein.
    Das Bloggen macht mir seit 2008 Freude, und ich möchte all die tollen Menschen nicht missen, die ich über das Bloggen kennenlernen durfte. Daraus sind zum Teil Freundschaften fürs Leben entstanden, die meine Leben bereichert haben und es noch tun. Was kann es Schöneres geben?

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    • sigurd6 sagt:

      Na ja attraktiv musst Du jetzt nicht auf die Goldwaage legen. Mir ist gerade nichts Besseres eingefallen. Streiten möchte ich mich eigentlich nicht. Ich setze mich nicht an den PC, um mit Menschen zu streiten. Da kann ich meine Zeit gewiss sinnvoller verbringen.

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  8. lesenbiene sagt:

    Das Bloggen ist für mich ein Gedankenaustausch und ich mache es nun bestimmt schon über 12 Jahre . Mal hat man viel zu schreiben und mal weniger, so wie es die Zeit erlaubt. Freundschaften sind daraus entstanden und einige Leute kenne ich sogar persönlich. Viele Leute habe ich in den Jahren durchs schreiben und lesen kennengelernt, Wege haben sich getrennt , weil ich feststellte, nicht alle meinen es ehrlich. Ich möchte diese Zeit nicht missen. Ich habe Länder und Städte kennengelernt, wo ich nie hinkommen werde, habe neue Rezepte ausprobiert, mir Bücher gekauft die mir empfohlen und vorgestellt wurden , habe manchmal Kraft und Zuspruch von Menschen bekommen und das hat mir gut getan. Ich möchte diese Zeit nicht missen und wenn man selbst auch mal nichts zu schreiben hat, dann kann man doch Interesse an anderen Blogs zeigen.

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    • sigurd6 sagt:

      Stimmt es gibt viele interessante Blogs, nur leider und das bedauere ich tatsächlich sehr, sind einige Bloggende, deren Blogs ich sehr interessant finde, nicht mehr aktiv oder nur noch sporadisch aktiv.

      An Deine schwere Zeit kann ich mich noch erinnern und freue mich, dass Du sie überstanden hast. Hoffe ich doch zumindest. Bei Rezepten fällt mir ein, dass wir durch ein Wochenthema unsere Schrippen (Brötchen) seit 14 Tagen selbst machen. Und sie schmecken einfach toll. Da hat das Bloggen schon mal was gebracht.

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