In Berlin wird gestreikt!

Am heutigen Mittwoch werden Kitas, Bürgerämter und Schulen bestreikt. Bei der Polizei und der Feuerwehr wird gestreikt, soweit es keine Beamten sind usw. Zumindest scheint es ein Tag für Falschparker zu werden. 😀

Am Freitag wird dann ein achtstündiger Warnstreik der BVG –Bediensteten für einige Staus sorgen. Das gibt erhebliche Probleme bei der U-Bahn, den Bussen und Straßenbahnen. Doch es ist schönes Wetter angekündigt, so kann man das doch eher gelassen sehen.

Könnte man, doch schon jetzt wird kräftig gemosert. Verschiedentlich kein Verständnis für die Streiks kundgetan und das wird sich morgen und am Freitag mit Sicherheit steigern.

Mensch Leute, seid doch einfach mal etwas kreativ. Früher haben wir uns bei einem BVG-Streik einen roten Punkt ins Auto geklebt. Der bedeutete, dass man gerne jemanden einsteigen lässt, soweit er ein ähnliches Fahrziel hat. Man kann ja eventuell sogar einen Zettel vorne hinlegen, worauf steht wohin man fährt.

Mir ist es unbegreiflich, wie unbeweglich man bei Streiks geworden ist. Das Streikrecht ist ein hohes Gut unserer Demokratie und ich kann das Meckern über Streikende einfach nicht verstehen. Andere möchten doch auch mehr Gehalt und wenn die Arbeitgeber sich querstellen, so bleibt den Arbeitnehmern und Angestellten eben nur der Streik.

Also alles mal etwas lockerer sehen und wie oben beschrieben, vielleicht einfach mal kreativ werden. Man nennt das Solidarität. Ich weiß, das ist in unserer Gesellschaft schon fast ein Unwort geworden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Berlin.

24 Kommentare zu “In Berlin wird gestreikt!

  1. Corona sagt:

    Wie oft denke ich, wenn ich an einer Haltestelle stehe, und all die Autos an mir vorbei fahren, wo nur eine Person drinne sitzt, wie viele immer mal j

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  2. rabohle sagt:

    Sicher ist es immer ein gewisses „Nervpotential“, wenn der Streik nicht den Arbeitgeber, sondern Unbeteiligte trifft.

    Und hat man z.B. am Freitag einen wichtigen Termin bei Gericht etc., verpasst diesen aufgrund des Streikes, kann es schnell sehr teuer werden. Dann mag aber auch „motzen“ erlaubt sein, denn dei Streikkasse ersetzt den Schaden bestimmt nicht.

    Arbeitnehmer, die ihr Kind nicht in der Kita unterbringen können, müssen entweder einen verständnisvollen Arbeitgeber haben, oder Resturlaub.

    Aber Du hast Recht: Das Streikrecht ist ein Grundpfeiler der Demokratie – das Motzen (in gesittetere Form) aber auch. 😉

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    • sigurd6 sagt:

      Dann muss man halt mal einen Urlaubstag nehmen oder Überstunden abbummeln. Das gab es früher auch schon, jedoch nahm man es gelassener.

      Motzen in gesitteter Form ist ja okay, nur ist es oftmals alles andere als gesittet.

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      • rabohle sagt:

        Klar, wenn es unterhalb dre Gürtellinie geht, geht es gar nicht.

        Früher war alles anders 😉

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        • sigurd6 sagt:

          Nein war es nicht, doch mehr Solidarität zwischen Arbeitnehmern gab es auf alle Fälle. Das behaupte ich jetzt ganz keck.

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          • rabohle sagt:

            Daher hatte ich anders und nicht besser geschrieben.

            Heute ist es in der Tat ein größerer Konkurrenzkampf und mehr Egoismus.
            Und diesen Egoismus beziehe ich aber derzeit auch ganz überwiegend auf die Gewerkschaften, bei denen es nach meiner Auffassung mehr um Öffentlichkeitsauftritte, denn um Interessenvertretung geht, so dass Streiks derzeit immer auf Rücken und Kosten Unbeteiligter und nicht mehr der Arbeitgeber ausgetragen werden (daher gibt es seit Jahren auch keine Aussperrungen mehr, da die Arbeitgeber die Streiks eher gelassener hinnehmen können).

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            • ballblog sagt:

              So sehe ich Gewerkschaften mittlerweile auch, das ist in unserer Branche nicht anders. Das meiste geht an der Lebenswelt der Beitragszahler vorbei.

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            • rabohle sagt:

              @ballblog
              Man hat immer mehr das Gefühl, dass die Funktionäre ihre Taschen füllen und die Mitglieder nur noch zahlen.
              Sodann wird der Streit eher für Selbstdarstellungen genutzt, um auf der großen Bühne mitspielen zu können (siehe Wendt oder Weselsky). Und dann geht es mit den Streik nicht auf Kosten der Arbeitgeber, sondern eben auf Kosten Unbeteiligter.
              Kann man drüber streiten, aber sicherlich auch drüber motzen.

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  3. ballblog sagt:

    @rabohle: Unsere Gewerkschaft bietet (zu bezahlende) Kurse dazu, wie man den Beruf verlassen könnte statt sich etwa um Honorar- Mißstände zu kümmern. Da tut einem wirklich der Beitrag leid. – Aber wenn es ums öffentlichkeitswirksame Schwadronieren geht, sind die immer vorn dabei.

    Streiks müssen Arbeitgeber treffen, Unbeteiligte so wenig wie möglich. Aber hierzulande kriegt man ja nicht einmal darüber eine vernünftige öffentliche Debatte hin. Leider.

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    • rabohle sagt:

      Wir kennen Funktionäre, die ihre Ehefrauen mit dem Dienstwagen (immerhin gezahlt aus Mitgliedsbeiträgen) ständig und kostenfrei herumfahren lassen – und diese Funktionäre „geißeln“ dann Arbeitgeber als Ausbeuter und unsoziale Gesellen. 😉

      Der Kita-Betreiber bekommt den Streikärger nicht mit. Er hat seine monatlichen Beiträge von den Eltern etc. und spart dann Ausgaben für die Betreuer. Wir kennen Betreiber, sie sich sogar über diese Form von Streik freuen, zumal er nicht lange dauert. Denn den Unmut bekommt der Betreiber gar nicht mit..

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      • sigurd6 sagt:

        @ballblog und @rabohle:
        Es ist ja vieles richtig, was ihr schreibt. Ich kann auch nicht beurteilen, wie vernünftig die Lohnforderungen sind. Da ich die Löhne und Gehälter der einzelnen Gewerbe ja nicht kenne.

        Doch wie soll ein Streik, z. B. im Öffentlichen Dienst, aussehen ohne, dass er Unbeteiligte betrifft? Und viele Streiks verpuffen heute auch, weil Arbeitgeber sich mit Arbeitnehmern aus Zeitarbeitsfirmen behelfen. Auch das gab es früher nicht oder zumindest kaum.

        Auch ich halte, damit kein falscher Eindruck entsteht, wenig von der Gewerkschaft ver.di. Durch den Zusammenschluss verschiedener Gewerkschaften ist es bestimmt nicht besser geworden. Wenn ich z. B. an meine ehemalige Gewerkschaft IG Druck u. Papier denke, was war das für eine Gewerkschaft und auch sie ging, leider, in ver.di auf.

        Die Konzentration auf wenige Gewerkschaften hat der Gewerkschaftsbewegung nicht gutgetan. Auch wenn sie, wegen der Globalisierung, wohl unumgänglich war.

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        • rabohle sagt:

          Böswillig könnte ich für den öffentlichen Dienst schreiben – einfach wie immer weitermachen 🙂 🙂 STOP, das war ein Spaß.
          Es ging ja nicht um den Streik, sondern um das Meckern, Motzen.und Mosern.
          Und wenn es mich betrifft, obwohl ich mit keiner der Tarifparteien etwas zu tun habe, halte ich dieses „Mosern-Recht“ für durchaus angebracht.
          Man kann es auch nicht mir früherer Solidarität mehr vergleichen – es sind eben andere Zeiten und eine andere (Ellenbogen)Gesellschaft.

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        • WernerBln sagt:

          „Doch wie soll ein Streik, z. B. im Öffentlichen Dienst, aussehen ohne, dass er Unbeteiligte betrifft?“

          Genau das ist der Kernpunkt.

          Für das Streikrecht ist grundsätzlich mal jeder, solange selber nicht betroffen. Nun hält sich z.B. die öffentliche Empörung in Grenzen, wenn Daimler mit dem Ergebnis bestreikt wird, dass die Käufer etwas länger auf die bestellte Karosse warten müssen. Da sind natürlich selbst alle aufrechten Linken der Meinung, dass der Arbeitskampf eine gerechte Sache…bla, bla.

          Problem ist nur, wenn es in einem Dienstleistungsbereich erfolgt. Insbesondere dann, wenn man selbst davon auch noch betroffen ist. Na da ist dann natürlich das Streikrecht völlig verfehlt, üble Schikane der Gewerkschaften und müsste in diesen Bereichen eigentlich verboten werden!

          Absolut asozial ist natürlich, wenn denn auch noch der Dienstleistungsbereich „ÖD“ streikt. Die Mitarbeiter dort mit ihren „sicheren und überbezahlten“ Arbeitsplätzen haben ja schon mit der Berufswahl jegliches Streikrecht verwirkt! Diese Meinungsmache wird ja auch regelmäßig von den Arbeitgebern gefördert „Streik auf dem Rücken der unbeteiligten Bürger“! Diese schwachsinnige Argumentation kenne ich seit Jahrzehnten.

          In der heutigen AS war übrigens mal locker von 400 € Differenz bei einer Kita Erzieherin zwischen B und Potsdam die Rede!

          Ich persönlich wünsche grade den benachteiligten „Berlinern“ in dieser Sache Erfolg und richte mich gerne auf die Nachteile ein, die ein Streik bringt. Fällt mir zugegeben als Pensionär auch nicht sonderlich schwer, ich habe allerdings auch zwei längere BVG-Streiks zu aktiven Berufszeiten (gerne) überlebt.

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          • rabohle sagt:

            @Werner
            Wer bitte regt sich über das Streikrecht denn auf?
            Hier geht es darum, ob und das/wie man mosern darf bzw. ob man es lockerer sehen muss?

            Ich denke, da haben Sie etwas verwechselt. Und nur zur Klarstellung:

            Das Streikrecht ist richtig und gut. Das Streitrecht betrifft auch Unbeteilige, die es hinnehmen müssen. Aber auch im Streitrecht sollte man immer den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz beachten.

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            • rabohle sagt:

              @Sigurd
              Zitat aus dem Film:

              „Zugegeben, es ist nicht ersichtlich, für welchen Tarifvertrag sie streiken“

              🙂 🙂 🙂

              Und gerne nochmals:
              Gegen den Streik (und mögliche Ziele) selbst MUSS man nicht motzen. Gegen die Art und Weise der Umsetzung KANN man es aber schon. Aber das ist eben meine persönliche Meinung.

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            • sigurd6 sagt:

              Das war nicht auf die Diskussion bezogen, sondern auf die, die meinen jeden Streik mosernd kommentieren zu müssen.

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            • sigurd6 sagt:

              @rabohle: Wie sagt man in politischen Diskussionen so schön, „da wurde ich aus dem Zusammenhang gerissen zitiert“. 😀

              So hast Du es mit dem Bericht der Abendschau auch getan. Die Abendschau hat ja erläutert, worum es geht.

              Und wer mosert der sollte sich eventuell vorher informieren, worum es in dem Streik oder den Streiks geht.

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            • rabohle sagt:

              @Sigurd
              Aber ist es nicht traurig, wenn die Abendschau es erst einmal deutlich machen muss? Ich denke, dass sollte beim Streik selbst schon deutlich werden.

              Die Informationspflicht dann aber den unbeteiligen Betroffenen aufzuerlegen und nicht den Streikenden, die Ihre Ziele so deutlich machen sollten, dass auch Unbeteiligte ohne Abendschau wissen, worum es überhaupt geht … ich denke, dass ist der falsche Weg.

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            • sigurd6 sagt:

              @rabohle: Es handelt sich ja erst um einen Warnstreik, da habe ich die Überschrift wohl auch etwas falsch gesetzt. Aber heißt das dann um Umkehrschluss, mosern ohne informiert zu sein?

              Es sind gestern drei verschiedene Warnstreiks gewesen und morgen folgt die BVG. Zugegeben ist das eine Häufung. Andererseits kann man natürlich auch sagen, okay dann haben wir alles auf einmal erledigt. Jedenfalls erst einmal. 😀

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          • sigurd6 sagt:

            @WernerBln, Streikrecht ist immer nur das eigene Streikrecht. 😀

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            • rabohle sagt:

              @Sigurd
              Ich denke, damit schießt Du übers Ziel.

              Denn , Zitat Werner:
              „Na da ist dann natürlich das Streikrecht völlig verfehlt, üble Schikane der Gewerkschaften und müsste in diesen Bereichen eigentlich verboten werden!“

              genau das hat KEINE behauptet, geschrieben. Dann aber ist es sicherlich nicht die feine Art, so etwas Anderen unterjubeln zu wollen, was Du aber auch mit diesem letzten Kommentar machst.

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