Moment mal: Ist das getürkt?

Man könnte glauben, hier handelt es sich um diese berühmt berüchtigten Fake News. Doch weit gefehlt.

Wer eine Reise in die Türkei bucht, sollte sich genau überlegen ob er etwas kritisches über den Diktator, der dort herrscht, sagt oder an einer Demonstration teilnimmt, die sich erdreistet gegen den Diktator und seiner Machenschaften zu sein. Ich kann ohnehin nicht verstehen, wie man mit einer Urlaubsreise den Machthaber auch noch unterstützen kann.

Mir wäre z. B. nie eingefallen nach Spanien zu reisen zu Zeiten des Franco Regimes. Also weshalb sollte ich jetzt in ein Land reisen in dem Menschen, nur weil sie eine andere Meinung haben, in den Kerker geworfen werden?

Und den Mund lasse ich mir schon lange nicht verbieten von einem türkischen Diktator. Die Wahrheit darf und muss man sagen und schreiben. Auch wenn sie dem Diktator in Ankara nicht gefällt.

Übrigens möchte die Türkei noch immer in die EU. Das ist nicht einmal mehr lachhaft.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meinung.

14 Kommentare zu “Moment mal: Ist das getürkt?

  1. rabohle sagt:

    Und es betrifft nicht nur Äußerungen in der Türkei während des Aufenthaltes:

    Auch wenn man z.B. auf einem blog etwas gegen die GröTaZ geschrieben hat, reicht das schon für ein Strafverfahren – ich denke, ich bleib‘ dann mal lieber hier. 🙂 🙂

    .

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  2. rabohle sagt:

    PS
    Die Türkei will nicht in die EU.
    Die EU darf mit zur Türkei stoßen – so schauts auss. 🙂 🙂

    Nennt man dann Trexit.

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  3. WernerBln sagt:

    Voraus die Bemerkung, dass ich nie die Ambitionen hatte, in ein Urlaubsland zu fahren, um mich dort politisch zu betätigen. Ich wollte mich da schlicht erholen. Natürlich kann man da auch eigene ideologische Kriterien anlegen. Was ich z.B. seinerzeit -selbst als ich gedurft hätte- aus Überzeugung stets gemieden habe, waren kommunistisch regierte Länder, wie z.B. Rumänien, Bulgarien. Ebenso abartig (nach einer unbedarften Jugendsünde / Afrika) fand ich Armutsländer, in denen die luxuriösen Hotelanlagen von knüppelschwingenden Wächtern gegen bettelnde Kinder abgeschirmt wurden.

    Die geschilderte Problematik „Türkei“ betrifft denn wohl auch ausschließlich die „D-TR Doppelstaater“. Tja und die haben nun das Problem, dass die deutsche Staatsangehörigkeit bei Aufenthalt in der Türkei weitgehend unbeachtlich ist, umgekehrt übrigens genauso. Das entspricht auch internationalem Recht. Auch ein Grund, weshalb ich gegen doppelte Staatsangehörigkeiten bin!

    Ich stimme Ihnen allerdings zu, heute würde ich auch nicht mehr in die Türkei reisen, eben so wenig übrigens in Saudi Arabien, Kuwait, Emirate und sonstigen von der Friedensreligion beherrschten Länder. Allerdings war ich früher mehrfach in der Türkei und habe dieses Land als durchaus gastfreundliches und lohnenswertes Reiseziel empfunden. Selbst bei meiner letzten Urlaubsreise 2006, also schon zu Erdogans Anfangszeiten, war das noch kein Problem, weil die Bevölkerung in den Ballungsgebieten und Touristenzentren ganz überwiegend westlich geprägt und orientiert war (Atatürk). Ich frage mich noch immer, wie angesichts eines auf Säkularisation eingeschworenen Staatsapparates dieser diktatorisch / islamische Putsch von oben widerstandslos möglich war.
    Die letzten beiden Aufenthalte in der Türkei haben mir persönlich nicht gefallen, weil ich feststellen musste, dass selbst oder auch grade hochpreisige Hotels offensichtlich fest in der Hand der Russenmafia waren. Ich fand es nicht grade erstrebenswert, meinen Urlaub zwischen großkotzigen Mafiosi, deren halbseidenen weiblichen Begleitgeschwadern und Bodyguards zu verbringen.
    In Spanien war ich x-fach zwischen 68 und 1980, also während und nach Franco. Keine Probleme.

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    • sigurd6 sagt:

      Ich fahre auch nicht in ein Urlaubsland, um mich politisch zu betätigen. Ich mache dort ganz einfach Urlaub und möchte auch viel von dem Land sehen.

      Nur fahre ich in kein Land, das von Diktatoren regiert wird.

      Bulgarien, Rumänien und Ungarn wären für mich früher und heute keine Reiseziele gewesen. Jedoch nicht aus ideologischen Gründen wie bei Ihnen.

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  4. JanJan sagt:

    Bleibt doch einfach alle zu Hause, erholt euch im Garten, anstatt über Reisen in Länder zu philosophieren wo man eh alles doof findet. Verstehe ich nicht… Andere Länder, andere Sitten, andere Vorstellungen, andere Führung… Warum kann man das nicht einfach akzeptieren, dass andere Menschen ANDERS leben möchten, nur weil es nicht der eigenen Vorstellung entspricht?
    Sorry Sigurd, wollte das nur mal angemerkt haben.

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    • sigurd6 sagt:

      Hallo @JanJan, ich glaube, das hast Du etwas missverstanden. Es geht nicht darum wie andere leben, sondern um Länder, die von Diktatoren regiert werden und die habe ich nie bereist und werde diese auch nie bereisen. Und leider hat halt nicht jeder einen Garten. 😀

      Übrigens schön von Dir mal wieder zu lesen. Ich habe Dich schon vermisst.
      Ich wünsche Dir einen schönen Abend und bin jetzt auch gleich weg. Die Hunde möchten Gassi gehen.

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      • JanJan sagt:

        Auch diese Diktatoren haben ihre Anhänger und nicht zu knapp, heißt es gibt Menschen, die genau SO leben möchten.

        Ohne Garten? Geht auch nackig in den Park legen… Ist doch ein demokratisches Land, da sollte das kein Problem sein. 😊

        Wünsche dir eine schöne Abendrunde, ich gehe erst gegen 1.00 Uhr. Jaaaa ich war ewig nicht mehr da, du hattest ja auch mal einen passenden Beitrag darüber geschrieben, also über die Blog-Müdigkeit… Hat bei mir jetzt eher nichts zu tun mit Social Media, sondern die gesamte virtuelle Welt… Habe irgendwie nichts mehr dazu zu sagen und ziehe es vor mich im realen Wald zu verkriechen… So lange es ihn noch gibt 😉

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        • sigurd6 sagt:

          Nackt in den Park legen wäre jetzt keine so gute Idee. Da kommt sehr schnell das Ordnungsamt oder die Polizei. Vor 30-40 Jahren wäre das in Berlin, damals West-Berlin kein Problem gewesen, aber heute …

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    • rabohle sagt:

      @JanJan
      Bei „andere Sitten“ habe ich dann ein Problem, wenn grundlos Leute verhaftet werden, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden.
      Zu Hause bleiben wir ja, aber muss man deshalb die Zustände dort wirklich akzeptieren? Nur darum geht es.

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